Epidemie-Schwelle erreicht

04. Januar 2018 07:01; Akt: 07.01.2018 21:06 Print

Gefährliches Grippevirus kommt in die Schweiz

von Stefan Ehrbar - Die Zahl der an Grippe erkrankten Menschen steigt stark an. Die Impfung wirkt diese Saison vergleichsweise wenig.

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Der Schwellenwert für eine Grippe-Epidemie ist überschritten: In der letzten Woche verzeichnete das Bundesamt für Gesundheit (BAG) 217 grippebedingte Konsultationen pro 100'000 Einwohner. Die Zahl der Erkrankungen dürfte nun rasch steigen. «Bereits jetzt, Anfang Januar, zählen die grippeähnlichen Erkrankungen wahrscheinlich zu den häufigsten Anrufgründen», sagt Timo Rimner, leitender Arzt beim Telemedizin-Anbieter Medgate.

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Solche Grippewellen gibt es zwar jedes Jahr. Doch im Vergleich zu Vorjahren zirkuliert dieses Jahr einerseits ein relativ aggressiver Stamm und die Grippe-Impfung wirkt andererseits bei vielen Erkrankten nicht.

Impfung weniger effektiv als erhofft

Von der Grippe gibt es drei Typen: Influenza A, B und C. Viren des Typs A verursachen in der Regel die stärksten Beschwerden. Dieses Jahr ist bei den A-Stämmen vor allem der Untertyp H3N2 präsent. In vier Prozent der diese Saison durch das BAG untersuchten Proben wurde dieser Typ identifiziert.

In Australien sorgte H3N2 dieses Jahr für Hunderte Tote und Hunderttausende Hospitalisierungen, insbesondere bei Kindern und älteren Menschen. Nun hat der Virustyp auch in Irland erste Todesopfer gefordert. Die H3N2-Virenstämme sind zwar in den diesjährigen Impfstoffen berücksichtigt. Wie der «Irish Mirror» berichtet, hat sich der Impfstoff aber als weniger effektiv als erhofft erwiesen.

Stamm nicht in Wirkstoff enthalten

Ohnehin senkt die Grippeimpfung das Erkrankungsrisiko bei den besonders gefährdeten Senioren nur um 30 bis 50 Prozent. Diese Zahl schwanke von Jahr zu Jahr, sagt ein Sprecher des BAG zu 20 Minuten. Um eine Bilanz für die Wirksamkeit in dieser Saison ziehen zu können, sei es noch zu früh. Impfungen sind deswegen allerdings nicht sinnlos: Wer trotz Impfung an der Grippe erkrankt, hat in der Regel schwächere Symptome und einen weniger schweren Krankheitsverlauf.

Bisher hat das BAG in 85 Prozent der untersuchten Proben den Influenza-Typ «B Yamagata» identifiziert. Ausgerechnet dieser ist aber dieses Jahr nur in den wenigsten Impfstoffen enthalten. Nur wer mit einem sogenannten quadrivalenten Impfstoff geimpft wurde, konnte Antikörper gegen diesen Typ bilden.

Grösste Ausbreitung Ende Januar erwartet

In den herkömmlichen trivalenten Impfstoffen, die gegen zwei Stämme des Typs A und einen Stamm des Typs B schützen, ist dieser Stamm hingegen nicht berücksichtigt worden. Das liegt daran, dass Experten aufgrund der für die Produktion notwendigen Zeit bereits im Frühjahr entscheiden müssen, gegen welche Stämme die Impfstoffe wirken sollen.

Auch in diesen Fällen kann eine Impfung allerdings helfen, den Krankheitsverlauf zumindest abzuschwächen. Bisher hat die Grippewelle in der Schweiz laut BAG keine Todesopfer gefordert. Ob sich das ändern wird, hängt auch davon ab, wie viele Personen sich bereits letztes Jahr infiziert haben und Antikörper bilden konnten und ob sich der H3N2-Stamm genetisch verändert hat. Ende Januar dürfte die Grippewelle ihre höchste Ausbreitung erreichen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dantes Mum am 04.01.2018 07:09 Report Diesen Beitrag melden

    Es geht nur ums Geld

    Die Wirkung der Grippeimpfung ist erfüllt: Viel Geld für nichts generiert.

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  • sk am 04.01.2018 07:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    immer wieder

    jedes Jahr das gleiche Bild. alle sprechen von der Impfung. nur nützen tut sie nicht, weil anderer Virenstamm kursiert.

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  • guck mal am 04.01.2018 07:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schon wieder

    War die Schwelle nicht schon im letzten Jahr erreicht? Haben die Pharmakonzerne jetzt schon Geldnot nach dem fetten Jahr 2017?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Sarayu am 04.01.2018 18:22 Report Diesen Beitrag melden

    Gute Besserung

    Ich bin ja eigentlich ein Vorsichtiger Mensch was ich so im Internet Lese aber schon im Jahr 2016 Die Grippe ist zur Epidemie geworden Mittwoch, 21. Dezember 2016, und das Jahr davor und u.s.w die Symptome waren Fieber, Husten, Schmerzen also wie jedes Jahr eine normale Grippe für die einen stärker und die einen bekommen sie nicht also nicht in Panik verfallen es kommt sowieso wie es kommt

  • Babs am 04.01.2018 18:21 Report Diesen Beitrag melden

    Vorsichtsmassnahme

    Da mein Sohn und ich uns im Herbst ständig ne Erkältung hin und her gegeben haben nehmen wir nun jeden tag echinacea und nach öffentlichen Orten Bsp Migros oder Spielplatz desinfizieren wir die Hände. Ich hoffe so den restlichen winter gesund zu überstehen.

  • Grippus am 04.01.2018 18:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ganz ehrlich

    Burglind war gefährlicher. :)

  • Jolanda am 04.01.2018 18:12 Report Diesen Beitrag melden

    Lassen uns nicht impfen

    wir setzen auf Homöopathie. Unsere Kinder haben bisher kaum eine Impfung bekommen und sie sind immer kerngesund. Wir haben immer die gängigsten Globuli zuhause und die geben wir dann den Kindern wenn es ihnen mal schlecht gehen sollte. Aber das ist ja fast nie der Fall. Homöopathie wirkt sehr gut.

  • Kobi am 04.01.2018 17:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lobby verdient

    Einzige was nütz ist nicht Billig-Schrottlebensmittel essen und den Abend vor dem Pc oder TV verbringen. Wie Alt ist die Menschheit? Und o Wunder wir leben noch, bloss war die Menschheit noch nie soooo krank.