Gotthard-Unfall

06. Juni 2012 22:11; Akt: 06.06.2012 21:35 Print

Transportfirmen stehen vor Problemen

von Deborah Sutter - Die SBB-Gotthardlinie ist für einen Monat gesperrt – für 12 Nächte auch der Strassentunnel. Das Chaos ist perfekt.

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Wegen der einmonatigen Sperrung des Schienenverkehrs durch den Gotthard kommt es zu logistischen Schwierigkeiten für den Güterverkehr. (Bild: Keystone)

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Der Felssturz in Gurtnellen hat weitreichende Konsequenzen: Wie die SBB gestern mitteilten, ist die Bahnlinie für mindestens vier Wochen gesperrt. Das hat in erster Linie Auswirkungen auf den Güterverkehr: «Wir stehen vor einem riesigen Problem», sagt der Transportunternehmer und Nationalrat Ulrich Giezendanner. Gefahrengut wie etwa Sauerstoff oder Gas, das Giezendanner in die Tessiner Spitäler liefert, darf nicht durch den Strassentunnel: «Wir müssen auf die Simplonröhre ausweichen, deren Kapazität aber wegen Sanierungsarbeiten stark eingeschränkt ist.» Er überlegt sich, einen Vorstoss einzureichen, damit der Gotthard während der Nacht für Gefahrengüter geöffnet wird.

Verschiebung der Arbeiten ist kein Thema

Doch im Juni werden zudem während 12 Nächten Unterhaltsarbeiten am Strassentunnel durchgeführt: «Dann dürfen auch die Lebensmitteltransporte oder die Post – die sonst vom Nachtfahrverbot ausgenommen sind – zwischen 20 Uhr und 5 Uhr nicht fahren», sagt André Kirchhofer vom Schweizerischen Nutzfahrzeugverband. «Der Bund muss sich überlegen, ob die Doppelsperrung nicht umgangen werden kann, denn die Umfahrungen wie etwa die San-Bernardino-Route verursachen hohe Mehrkosten», so Kirchhofer. Betroffen sind etwa Migros, Coop oder die Post (siehe Box). Beim Bundesamt für Strassen ist die Verschiebung der Arbeiten kein Thema: «Bei Bedarf wäre dies aber schnell getan», sagt der Sprecher Thomas Rohrbach.

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