Lohnrunde 2012

03. August 2011 11:12; Akt: 03.08.2011 13:47 Print

Travail.Suisse fordert 3 Prozent mehr Lohn

Der Arbeitnehmerverband Travaille.Suisse verlangt für nächstes Jahr ein bis drei Prozent mehr Lohn für Angestellte. Unternehmen, die unter dem starken Franken leiden, sollen davon aber ausgeschlossen werden.

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Die Teuerung soll für Angestellte ebenfalls ausgeglichen werden. (Bild: Keystone)

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Angestellte in der Schweiz sollen aus Sicht des Arbeitnehmerverbandes Travail.Suisse nächstes Jahr 1,5 bis 3 Prozent mehr verdienen. Auch die Teuerung müsse ausgeglichen werden. Diejenigen Unternehmen, die vom starken Franken besonders betroffen sind, wollen die Gewerkschafter schonen.

Travail.Suisse lanciert die Lohnrunde 2012 in einem Moment, in dem das ganze Land vom starken Franken spricht. Diesem Umstand will der Arbeitnehmerverband Rechnung tragen: «Wir schauen die Situation jeder Branche und jeder Firma genau an», sagte Susanne Blank, Leiterin Wirtschaftspolitik bei Travail.Suisse, am Mittwoch vor den Medien in Bern.

Etwa das Baugewerbe oder der Dienstleistungssektor seien von der Euro-Krise nicht oder nur geringfügig betroffen, sagte Syna-Vizepräsident Arno Kerst. In diesen Branchen fordert die Gewerkschaft Syna zwei bis drei Prozent höhere Löhne. Für die exportorientierte Industrie will Syna im Durchschnitt zwei Prozent höhere Saläre verlangen.

Kerst schätzt, dass rund die Hälfte der Schweizer Unternehmen Probleme mit dem starken Franken bekunden. «Heute sprechen gewisse Firmen allerdings schon von Problemen, während sie noch Gewinne schreiben», hielt er fest. Um die Forderungen den «sehr unterschiedlichen Situationen» der Firmen anzupassen, würden auch die Halbjahresergebnisse angeschaut.

Leistungen der Angestellten würdigen

Bei all den Schlagzeilen über den starken Franken dürften die Leistungen der Arbeitnehmenden nicht vergessen gehen, mahnt Travail.Suisse. «Die Industrie kann sich auch dank dem Einsatz und der Flexibilität der Angestellten so gut halten», sagte Syna-Vizepräsident Kerst. Er erinnerte weiter daran, «dass 2010 punkto Lohnerhöhung vielerorts Nullrunden gefahren wurden».

Für die Branchen des Service Public fordert der zuständige Personalverband transfair zwischen 1,5 und 2,5 Prozent mehr Lohn. Im Gastgewerbe kündigte der Verband Hotel & Gastro Union «die seit einiger Zeit anstehenden» Lohnerhöhungen von 4 bis 7 Prozent an. Diese seien bereits ausgehandelt.

Aufschwung für alle

Travail.Suisse und die angeschlossenen Verbände Syna, transfair und Hotel & Gastro Union fordern von den Arbeitgebern keine individuellen, sondern Lohnerhöhungen für alle Angestellten. Nur so könnten alle am Aufschwung teilhaben.

Zudem müssten alle Löhne der Teuerung angepasst werden. Dabei seien auch die steigenden Krankenkassenprämien einzurechnen. Weiter pochen die Gewerkschafter auf gerechte Frauenlöhne und eine Stärkung der «mittleren Einkommen».

Travail.Suisse begründet die Lohnforderungen mit den «weiterhin guten Aussichten» der Schweizer Wirtschaft, wie Susanne Blank sagte. «Das Absinken in eine Rezession ist alles andere als wahrscheinlich», hielt sie fest.

Arbeitgeber: Unsichere Lage

Eine andere Meinung hat der Arbeitgeberverband: «Die Aussichten für das kommende Jahr sind von ausserordentlich grossen Unsicherheiten geprägt», sagte Jürg Zellweger, Geschäftsleitungsmitglied des Schweizerischen Arbeitgeberverbandes, auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Auch die Nationalbank begründete am Mittwoch ihre Massnahmen gegen den starken Franken mit «deutlich verschlechterten Aussichten für die Schweizer Wirtschaft».

Fast alle Konjunkturprognosen gingen mittlerweile von einer Abschwächung des Wirtschaftswachstums aus, sagte Zellweger. Die Entwicklung an der Währungsfront könne mittelfristig auch die Binnenwirtschaft treffen. «Die Lohnrunde 2012 wird deshalb sehr unterschiedlich ausfallen», hielt er fest.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Rudolf K. am 03.08.2011 13:46 Report Diesen Beitrag melden

    Falscher Moment

    Aber warum denn nicht gleich 10%? Und ein GA oder einen Gratis-Smart dazu! Und natürlich 7 Wochen ferien, 5 Jahre bezahlter Elternurlaub und dergleichen. Aber im Ernst: Wieviele firmen gibt es, die nicht auf irgendeine Art vom Echselkursrisiko betroffen sind? Die Export-Firmen sind nur die ersten, die es spüten würden. Momentan scheint es ja wegen der SNB-Aktion etwas Linderung zu geben. Aber wie lange?

  • Hans Dampf am 03.08.2011 16:01 Report Diesen Beitrag melden

    Falscher Weg

    Nein so nicht, die Arbeitnehmer müssen in dieser schwierigen Situation mithelfen und mehrheitlich auf eine Lohnerhöhung verzichten respektive wo noch möglich eine minimale Anpassung akzeptieren. Ich habe Jahrzehntelang in einem stark exportorientieren Unternehmen ohne Gewerkschaft gearbeitet, wo sich die Arbeitnehmer in schwieren Situation solidarisierten und dies mit grossem Erfolg. Das Unternehmen ist prima investiert und die Arbeitsplätze sind recht sicher mit einem Lohnniveau das sich mit gewerkschaftlich ausgerichteten Unternehmungen jederzeit messen kann.

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  • Gaby am 03.08.2011 23:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ???

    Was heist das weniger Lohn weniger Ferien ??? Wir arbeiten sehr hart in der Schweiz und Geld ist da ! Werden wir jetzt bestraft dafür dass wir immer arbeiten und mit dem Geld wirtschaften können ? weniger Lohn ? Das Leben in der Schweiz ist ja auch nicht billig

Die neusten Leser-Kommentare

  • Viktor am 04.08.2011 11:18 Report Diesen Beitrag melden

    Wann helfen die höhere Kader auch mit?

    Wann helfen die höhere Kader auch mit? Diese letzte Jahren haben wir gesehen, wie die Manager-Löhne immer steigen, und diese von der Mitarbeiter sinken. Jetzt ist es Zeit, die Manager Löhne zu kürzen, oder die Mitarbeiterlöhne zu erhöhen!

  • Gaby am 03.08.2011 23:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ???

    Was heist das weniger Lohn weniger Ferien ??? Wir arbeiten sehr hart in der Schweiz und Geld ist da ! Werden wir jetzt bestraft dafür dass wir immer arbeiten und mit dem Geld wirtschaften können ? weniger Lohn ? Das Leben in der Schweiz ist ja auch nicht billig

  • ein Konsument am 03.08.2011 18:49 Report Diesen Beitrag melden

    der Endverbraucher muss es bezahlen

    Lohnerhöhungen sind zwar für den Arbeitnehmer immer willkommen, jedoch viele vergessen, dass sich das Produkt dementsprechend verteuert, bzw. dem Endverbraucher belastet werden muss.

  • Rene am 03.08.2011 17:04 Report Diesen Beitrag melden

    Hurra, ich kriege demfall mehr

    So wie das tönt, müsste ich ja demfall mehr ferien kriegen und viel mehr lohn erhalten ! (Wir Importieren aus der EU) Es kann nicht sein, dass immer mehr gefordert wird unter immer wieder anderen gesichtspunkten, aber nichts geliefert wird. Diese Forderungen sind stets sehr einseitig. ich frage mich hier, wo die Gewerkschaft bleibt?

  • Hans Dampf am 03.08.2011 16:01 Report Diesen Beitrag melden

    Falscher Weg

    Nein so nicht, die Arbeitnehmer müssen in dieser schwierigen Situation mithelfen und mehrheitlich auf eine Lohnerhöhung verzichten respektive wo noch möglich eine minimale Anpassung akzeptieren. Ich habe Jahrzehntelang in einem stark exportorientieren Unternehmen ohne Gewerkschaft gearbeitet, wo sich die Arbeitnehmer in schwieren Situation solidarisierten und dies mit grossem Erfolg. Das Unternehmen ist prima investiert und die Arbeitsplätze sind recht sicher mit einem Lohnniveau das sich mit gewerkschaftlich ausgerichteten Unternehmungen jederzeit messen kann.

    • Rene am 03.08.2011 16:56 Report Diesen Beitrag melden

      wäre schön

      und kaum ist man über 50 wird man dann mit einer Entlassung für die Loyalität belohnt..... grundsätzlich stimme ich dir schon zu, aber man spricht nur immer von Firmenloyalität. Von Mitarbeiterloyalität spricht niemand, ja ich glaube sogar, dass dieses Wort nicht mal existiert.

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