Pannenserie

23. Dezember 2008 12:11; Akt: 23.12.2008 13:25 Print

Trenitalia vergass Cisalpinos zu warten

Zwischen den SBB und den italienischen Staatsbahnen herrscht dicke Luft: Trenitalia versäumte es während Tagen, die Cisalpino-Neigezüge zu unterhalten. Die SBB wollen nun die Wartung in die Schweiz verlagern – wegen Knebelverträgen ist dies allerdings nicht möglich.

Fehler gesehen?

Gestern blieb erneut ein Cisalpinio ETR 470 im Lötschberg stecken, über 200 Personen musste die SBB aus dem Tunnel evakuieren – sie kamen erst mit über zwei Stunden Verspätung nach Bern. Die Cisalpino AG zahlt nun den betroffenen Kunden den gesamten Fahrpreis zurück.

Trenitalia vergass Cisalpinos zu warten

Die immensen Verspätungen und Zugsausfälle, welche die Pannenzüge verursachen, lassen sich aber nicht mit einem Scheck begleichen: Wie die SBB heute in einem Communiqué mitteilten, wurden die Cisalpino-Neigezüge seit dem Fahrplanwechsel am 14. Dezember während Tagen nicht mehr richtig gewartet, da Trenitalia den Wartungsstandort der Züge von Mailand nach Greco verlagerte. Dies führte laut SBB umgehend zu nochmals vermehrten Zugausfällen und Verspätungen.

Knebelverträge vergrössern Probleme

Die SBB wollen dem Wartungs-Schlamassel nicht mehr länger zusehen: Sie bemühen sich, den Grossteil der Wartungsarbeiten an den Cisalpino-Zügen in die Schweiz zu verlagern. Wegen bestehender Verträge zwischen den SBB und Trenitalia ist dies aber momentan nicht möglich. Die SBB will nun eine einvernehmliche Lösung finden, damit die Züge in der Schweiz gewartet werden können.

Als unrealistisch bezeichnet die SBB allerdings die Forderung der Eisenbahnergewerkschaft SEV, die ganze Cisalpino-Flotte vorübergehend durch Schweizer Ersatzzüge zu ersetzen. Dafür stünde den SBB nicht genügend Rollmaterial zur Verfügung.

Die Cisalpino-Neigezüge gelten seit ihrer Einführung vor zwölf Jahren als Sorgenkinder. Auf den Nachfolgezug ETR 610 des französischen Herstellers Alstom wartet die SBB seit zwei Jahren. Die ersten Züge werden voraussichtlich im Juni 2009 in Betrieb genommen. Momentan prüfen sie die SBB auf Herz und Nieren.

(am/sda)