Hitze

30. Juni 2019 13:03; Akt: 30.06.2019 13:03 Print

«Für die Fische könnte es bald zu warm werden»

In der Schweiz zeigt sich bereits eine verbreitete Trockenheit. Ein Hydrologe erklärt die aktuelle Situation.

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«Besonders auffällig sind die ansteigenden Wassertemperaturen», sagt Massimiliano Zappa, Hydrologe bei der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL. Für die Fische könnte es in den nächsten Tagen zu warm werden. Innert weniger Tage ist laut Zappa einiges an Feuchte entwichen. «Viele kleinere Gewässer im Mittelland sind warm, einige haben Temperaturen von über 24 Grad», sagt Zappa. Auch in den hohen Lagen habe es Temperaturrekorde gegeben, so Zappa. «Entsprechend sind die dortigen Böden, die sehr dünn sind und nur wenig Wasser speichern können, bezüglich Feuchtigkeit schnell ins Minus geraten.» «Auch in den hohen Lagen hat es Temperaturrekorde gegeben. Entsprechend sind die dortigen Böden, die sehr dünn sind und nur wenig Wasser speichern können, bezüglich Feuchtigkeit schnell ins Minus geraten.» Massimiliano Zappa ist Hydrologe bei der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL. Auch der Tiger im Zürichzoo kühlt sich ab. In diesem Büro in Basel ist der Ventilator der geliebteste Gegenstand in diesen Tagen. Ein Leser kühlt sich im Churer Fontanapark ab. So schön; Ein Brunnen. 20 Minuten lesen und Füsse ins Eisbad - ein gutes Rezept. Der Hund einer Leserin kühlt sich bei dieser Hitze kurz im Wasser ab. In Rapperswil-Jona wird auch auf den Sonnenschutz geachtet. Auf dem Uetliberg war es in der Nacht auf Donnerstag heiss: Um 3 Uhr morgens mass das Thermometer noch immer 27,9 Grad. Die Büromitarbeiter von krimi.ch gönnten sich ein Fussbad und ein Glace zum Zmittag. Zum Feierabend gab es in Dintikon AG ein kühles Bad und ein Bier. Natürlich im Schatten. Unten kühl und oben heiss – Grillieren bei Hitze will gelernt sein. Im SportXX in Mels hat sich ein Angestellter in den Kühlschrank verkrochen. Eine Leserin aus Breitenbach SO hat sich eine Erfrischung im Dorfbrunnen gegönnt. Auf einer Baustelle in Dübendorf gönnen sich die Bauarbeiter ein erfrischendes Bad. In Vorderthal SZ ist am Mittwochmittag ein Gasgrill in Brand geraten. Ein 71-Jähriger wurde dabei leicht verletzt, ein Feuerwehrmann musste wegen eines Schwächeanfalls ins Spital. Auf einer Baustelle bei der Kaserne in Thun wird geduscht. Auf einer Baustelle in Grenchen SO bekommen Arbeiter Pause und Glace geschenkt. Auch die Technik leidet unter der Hitze, hier etwa am Zürcher HB. Das Hoch Ulla bringt Europa – von Spanien und Italien über die Schweiz und von Frankreich bis Deutschland – immer mehr Menschen zum Schwitzen. (Bild Rom) Die Hitze dürfte am Mittwoch vielerorts ihren Höhepunkt erreichen. (Bild Rom) In Frankreich werden am Donnerstag und Freitag Spitzenwerte von mehr als 40 Grad erwartet. Zum Glück gibt es Springbrunnen. (Paris) Das haben sich wohl auch die Menschen in Spanien gedacht. (Pamplona) Besonders im Südwesten Deutschlands dürften die Temperaturen am Mittwoch bis auf 39 Grad ansteigen. Bereits am Dienstag war der Strand in Rügen rappelvoll. Die Plastik-Parkscheibe von Leser Sandro Werth hat sich durch die Hitze im Auto komplett verbogen. Baden im Pool inklusive Aussicht. «Abkühlung auf der Baustelle in der Schutzmulde», so diese Leser. Diese Leser-Reporterin fuhr mit dem Boot der Reuss entlang. Abendstimmung in Steckborn TG. «Ich kühle mich im Pool ab, samt Kleidung», sagt dieser Leser. «Abkühlung? Das Lido in Lugano bietet sich an», findet ein anderer. Baden im Pool. Abkühlung in Naters VS. Hitze-Alarm! Eine Leserin kühlt sich in einer Wanne voller Eis ab. Auf dem Flumserberg steht die Arbeit wegen der Hitze nicht still. Leser Mike weiss sich zu helfen. Eine Entenfamilie hat einen Ausflug in die Badi in Köniz gemacht. Offenbar ist das Gras dort grüner ... ... und das Wasser kühler. Auf dem Pilatus war es am Dienstagmorgen 21,7 Grad warm – so heiss wie noch nie im Juni. Der alte Rekord lag bei 21,6 Grad. Die Gemeinde Arlesheim BL hat wegen der Hitze ihre Öffnungszeiten angepasst. Am Nachmittag bleiben die Schalter zu. «Schöner als am Bodensee ists nur am Schönenbodensee», schreibt eine Leserin. Der See befindet sich bei Wildhaus SG. Hündin Amy bekam am Wochenende in Lörrach ein erfrischendes Bad. Im Strandbad von Klosters. In diesem Zug möchte wohl keiner sitzen, der um die Mittagszeit oder am Nachmittag unterwegs ist. In der Nacht auf Dienstag, 25. Juni 2019, gab es die erste Tropennacht. Allerdings nur in erhöhten Lagen. Dieses Schwein geniesst ein Schlammbad: «Das kühlt ab und gibt eine geschmeidige Haut», sagt Fabio Müller aus Oberwil Dägerlen ZH. Eine Leserin, die im Coop in Bottmingen BL arbeitet, kühlt sich mit Abwaschlappen ab. Ein Leser kühlt sich in der Freizeitanlage Grossabünt in Gamprin im Liechtenstein ab. Ein anderer Leser-Reporter flüchtete vor der Hitze in die Berge. Das Bild wurde im Maiensäs ob Savognin GR aufgenommen: «Einfach nur wahnsinnig schön, dank dem kühlen Wind.» So kühlen sich weitere 20 Minuten-Leser heute Montag ab ... ... zum Beispiel in Stein AG am noch immer überfluteten Rheinufer ... ... oder am Egelsee. Wer es besonders kühl will, besucht den Älplisee in Arosa, ... .. .oder planscht im Pool des Nachbarn ... ... in der Einsiedelei in Solothurn, ... ...zu Hause, ... ... mittels kühlem Fussbad, ... ... oder ganz einfach mit einem Mojito. «Mein kühlster Ort ist der Tiefkühler», schreibt ein Scherzkeks. Für andere reicht der Teich im heimischen Garten. Das Bundesamt für Meteorologie warnt für die kommende Woche vor einer Hitzewelle. In der Schweiz sind Temperaturen bis 39 Grad möglich. Noch heisser wird es in Frankreich, Italien und Spanien: Dort gibt es Temperaturen über 40 Grad. In der Schweiz herrscht Warnstufe 3. Die hohen Temperaturen sind in allen Landesteilen zu erwarten. Grund für die Hitze ist ein Hoch, das sich vom westlichen Mittelmeerraum nach Mitteleuropa ausdehnt. Es trocknet und erwärmt die Luftmassen im Alpenraum. Am Montag strömt aus Südosten zunehmend heisse Luft ins Land. Das Hoch über Mittel- und Südeuropa verstärkt sich im Anschluss und die heisse Luft aus Nordafrika strömt weiter zu. In der Nacht auf Mittwoch ist besonders in den Städten mit einer Tropennacht zu rechnen, die Temperatur sinkt also nicht unter 20 Grad. Eine Ende der Hitzewelle ist erst am kommenden Sonntag absehbar. MeteoSchweiz rät, körperliche Anstrengungen während der heissesten Tageszeit zu unterlassen, Wohnung und Körper kühl zu halten, viel Wasser zu trinken, erfrischende Speisen zu sich zu nehmen und den Salzverlust auszugleichen.

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Herr Zappa*, noch vor Wochenfrist sagten Sie, dass es keine Vorzeichen akuter Trockenheit gebe. Wenige Tage später schreiben Sie in einem aktuellen Tweet jedoch, dass die allgemeine Karte zur Trockenheit in der Schweiz «nun doch schnell dunkler geworden ist». Haben Sie sich verschätzt?
Nein. Ich war aber etwas optimistischer und rechnete damit, dass die aktuelle Hitzeperiode doch etwas gnädiger ausfallen würde. Innert weniger Tage ist aber doch einiges an Feuchte entwichen. Das hat zu verbreiteten Anzeichen von Trockenheit in der gesamten Schweiz geführt. Besonders auffällig sind die ansteigenden Wassertemperaturen.

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Was sind die unmittelbaren Folgen?
Viele kleinere Gewässer im Mittelland sind warm, einige haben Temperaturen von über 24 Grad. Für die Fische könnte es in den nächsten Tagen zu warm werden. Fischereivereine dürften sich mit möglichen Rettungsaktionen beschäftigen. Zudem würde es mich nicht überraschen, wenn sich einige Gemeinden, die im letzten Sommer besonders von Wasserknappheit betroffen waren, über eine Wasserbegrenzung Gedanken machen würden.

Warum ist die Karte zur Früherkennung der Trockenheit sonst noch schneller dunkel geworden als erwartet?
Auch in den hohen Lagen hat es Temperaturrekorde gegeben. Entsprechend sind die dortigen Böden, die sehr dünn sind und nur wenig Wasser speichern können, bezüglich Feuchtigkeit schnell ins Minus geraten. Auffälligkeiten stellen wir auch in den Wäldern fest. Die Streuschicht, also etwa Äste und Blätter, ist womöglich schnell trocken geworden.

Ist die verbreitete Trockenheit beunruhigend?
Nein. Wir befinden uns bei Weitem noch nicht in einem beunruhigenden Bereich. Es gibt nach wie vor noch keine Anzeichen für eine drohende Wasserknappheit. Durch die starken Regenfälle in den letzten Wochen führen einige Gewässer teilweise sogar noch Hochwasser.

(bz)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Wie auch immrer. Spiegel. am 30.06.2019 13:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sicht des Betrachters.

    Ein anderer möglicher Titel wäre gewesen: " Hochwassergefahr in gefährdeten Gewässern durch das sonnige Wetter vermindert." aber das passt nicht zum allgemeinen Trend im Journalismus. Lieber Alarmismus und Gefahr.

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  • Pit Carpenter am 30.06.2019 13:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    jammern,,,

    langsam wird es mühsam mit dem jammern, in den letzten jahren war es auch heiss mit ähnlichen temperaturen, und jetzt bereits nach einer woche wird nur noch gejammert!!!

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  • Peter H. am 30.06.2019 13:14 Report Diesen Beitrag melden

    Es geht nur um Abgaben!!!

    Man könnte eine Fisch Rettungs Gebühr inklusive Zertifikat für alle einführen und die Fische wären gerettet!!!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Marcel Tischler am 01.07.2019 18:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Angst verbreiten = Geld einnehmen

    Es geht den linken Journalisten nur darum, das Thema Klimawandel möglichst lange aufrecht zu erhalten.

  • Ändu Glarner, Eidgnoss am 01.07.2019 18:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bravo

    Schuld daran haben die Linken denn Durch dem Überbauen und Kanalisieren bzw. Einengen der Gewässer wegen der Personenfreizügigkeit erwärmen sich die Gewässer noch stärker. Setzen wir all dem ein Ende mit der wahl der grossen Volkspartei im Herbst

    • Weltwoche am 01.07.2019 23:03 Report Diesen Beitrag melden

      Genau so ist es.

      Es waren immer die Linken und Grünen welche die Flussbegradigungen zugunsten der Industrie und Wirtschaft, sowie die Verbetonierung der Ufer zugunsten Villen, etc. gefordert haben. Die Rechtskonservativen waren immer für möglichst viel Umwelt- und Natuschutz aber natürlich will auf die nie einer hören.

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  • Bartli am 01.07.2019 17:54 Report Diesen Beitrag melden

    Es gibt zu tun, Arbeit

    Fische müssten also in tiefere Becken gelangen können? Dort wo Wasser etwas kühler ist, vielleicht in Ufernähe mit Bäumen die Schatten werfen?

  • Andy Seeland am 01.07.2019 17:43 Report Diesen Beitrag melden

    O2 Gehalt zu tief

    Wassertemperatur ist das eine, Sauerstoff Sättigung das Andere. Bis jetzt konnte mir noch niemand stichhaltig belegen dass Fische bei warmem Wasser Probleme kriegen, es ist eher der Sauerstoff Mangel. Aber dank Begradigung oder Eintrag von Nährstoffen sinkt O2 Gehalt rapide. Nebeneffekt von flachen Gewässern , sie kippen und produzieren Methan Gas , durch anaerobe Prozesse. Belüften wir die Gewässer und den Fischen und uns ist geholfen.

  • Yosh Eden am 01.07.2019 16:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Beides gleichzeitig möglich

    Es gibt halt beides gleichzeitig: Flüsse führen Hochwasser, doch in diversen Ebenen sind Felder und Wälder schon sehr trocken. Wo nicht künstlich bewässert wird, ist es enorm trocken nun natürlich.

    • LLLL am 01.07.2019 18:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Yosh Eden

      Einfluss des Menschen macht sich sichtbar. Wir sind selber Schuld daran. Flüsse, die früher über die Ufer traten wurden Kanalisiert und können so die Felder nicht mehr bewässern, dafür kommt mehr Wasser in kürzerer Zeit am tiefsten Punkt an. Wann wird es denn zu heiss für den Menschen? Die Zeit wird noch kommen und die Völkerwanderung ebenfalls. Wir sind auf jedem Fall auf dem Rückzug der Bevölkerung.

    • Dr Waggis am 01.07.2019 19:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @LLLL

      Völkerwanderung wegen 0,8 Grad mehr in 150 Jahren? Träum weiter. Alle anderen Gründe sind realistischer als dieser. Der Beweis: Seit 1998 haben wir sinkende Temperaturen. Ja, es sinkt halt nur wenig. Nur 0,2 Grad seither, aber es sinkt. Der Unterschied ist für uns aber beim besten Willen nicht spürbar. Wir würden es auch nicht spüren, wenn es doppelt oder dreimal soviel wäre. Was wir aber unheimlich gut spüren, sind die suggerierten Temperaturanstiege, durch das ständige um die Ohren schlagen von Meldungen über Wetterexteme. Das funktioniert sogar sehr gut, wie man sieht.

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