Klimastudie von ETH und MeteoSchweiz

13. November 2018 11:59; Akt: 13.11.2018 13:54 Print

Das Schweizer Wetter wird noch viel extremer

Hitzesommer wie 2003 oder 2018 werden künftig zur Norm. Dies zeigen mögliche Klimaszenarien der ETH Zürich und von Meteoschweiz.

Die Sommer werden heisser und die Winter schneeärmer.
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Die Schweiz muss sich auf eine heftige Umstellung des Klimas vorbereiten. Zu diesem Schluss kommen Klimaforscher der ETH Zürich und von Meteoschweiz im Zuge einer im Auftrag des Bundes erstellten Studie zu möglichen Klimaszenarien. Demnach soll der Klimawandel auch die Schweiz nicht verschonen. Hauptsächlich muss bis 2060 mit vier Hauptveränderungen gerechnet werden.

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1. Trockene Sommer

Die mittlere Regenmenge wird im Sommer auf längere Sicht hin abnehmen. Die Verdunstung wird aufgrund der steigenden Temperatur zusätzlich verstärkt. Dies führt zu trockeneren Böden und einem Anstieg der bodennahen Lufttemperatur.

Gleichzeitig fällt rund ein Viertel weniger Regen. So ist es möglich, dass in den Sommermonaten Trockenperioden von knapp drei Wochen entstehen. Die Temperatur in Bodennähe steigt somit um 2,5 bis 4,5 Grad im Vergleich zu heute.

2. Mehr Hitzetage

Zwar steigen die Durchschnittstemperaturen signifikant, noch mehr werden allerdings die Höchsttemperaturen ansteigen. So kann es an den heissesten Tagen im Sommer 2 bis 5,5 Grad wärmer werden als heute.

Hitzesommer wie 2003 oder 2018 werden somit zur Norm. Anhaltende Hitzewellen werden häufiger und länger auftreten. Besonders in tief gelegenen, urbanen Gebieten ist die Hitzebelastung dann am stärksten.

3. Heftige Niederschläge

Vereinzelte, heftige Regenfälle werden sich in Zukunft häufen. Auch werden sie intensiver ausfallen, als man es in der Schweiz gewohnt ist. Der stärkste Niederschlagstag des Jahres wird durchschnittlich etwa 10 Prozent mehr Regen bringen.

4. Schneearme Winter

Winter werden deutlich wärmer werden als heute. Es ist die Rede von einem möglichen Temperaturanstieg von 2 bis 3,5 Grad. Zusätzlich wird es zu mehr Niederschlag kommen – aufgrund der höheren Temperaturen allerdings in Form von Regen und nicht in Form von Schnee. Dieser wird generell seltener und weniger.

Es wird erwartet, dass in tiefen Lagen nur noch etwa halb so viel Schnee fällt wie bisher. Ausserdem wird die Nullgradgrenze deutlich ansteigen. Während diese heute auf rund 850 Metern über Meer zu finden ist, wird sie künftig wohl auf 1500 Meter steigen. Entsprechend wird es weniger schneebedeckte Gebiete in der Schweiz geben.

Eine Besserung ist möglich

Die Forscher weisen darauf hin, dass es aber dennoch Hoffnung auf Besserung gibt. Eine umfassende Senkung des weltweiten Treibhausgasausstosses könnte den zukünftigen Klimawandel eindämmen.

So liesse sich bis Mitte des 21. Jahrhunderts rund die Hälfte der möglichen Klimaveränderungen in der Schweiz eindämmen. Bis zum Ende des Jahrhunderts könnten es sogar zwei Drittel sein.

(doz)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Motozer am 13.11.2018 12:52 Report Diesen Beitrag melden

    Sensationell.

    Donnerwetter, die haben sich wieder mal selbst übertroffen, nachdem sie das Wetter nich mal 3 Tage zum voraus bestimmen können, wollen sie dies nun Jahrzehnte voraus wissen, Hut ab.

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  • andi am 13.11.2018 13:04 Report Diesen Beitrag melden

    Merke

    Daran kann auch die Schweiz nichts ändern da das Verhalten von 1 promille der Weltbevölkerung per se egal ist. So wichtig sind wir auch wieder nicht.

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  • Jan Eck am 13.11.2018 12:52 Report Diesen Beitrag melden

    Da träumen sie wieder

    Dann wird wieder nach eine Steuer für alles und jenes geschrien weil die Welt angeblich untergeht, alle Bäume sterben und die Welt in sich zusammenbricht. Die Steuern versickern in den Taschen der Elite, vielleicht gibts ein Windrad hier und da, und man sehe; 2050, 2100, die Welt steht noch, viel hat sich nicht verändert, die Leute verdienen noch weniger und zahlen dabei glücklich noch mehr Steuern, arbeiten von 4 Uhr morgens bis 8 Uhr abends, und lesen auf dem Nachhauseweg in der Zeitung die Welt geht wieder unter, wahrscheinlich nächstes Mal weil die Leute zu viel Luft atmen. Ein Zyklus.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • W.Kern am 20.11.2018 09:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Klimawandel

    Man muss den Wissenschaftlern ja nicht alles abkaufen. Aber etwas mehr Respekt gegenüber der Natur wäre angebracht.

  • Denker am 15.11.2018 07:17 Report Diesen Beitrag melden

    Schlau gemacht - aber fragwürdig

    Was ist z.B. damals mit der Warnung vom Waldsterben gewesen.Kaum Auswirkungen waren und sind erkennbar. Ich denke, um eine entsprechende Steuer zu platzieren ist unseren "Volksvertretern" alles recht - eben auch die Vision der Umweltkatastrophe...

  • Lynn am 14.11.2018 23:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    annehmen- wir können es nicht ändern

    und auch wenn wir alle in der CH mit Kutsche und Ross unterwegs wären- es würde gerade mal 0 Auswirkung haben! Null Nix Nada Nichts! Rein gar nichts! Das Klima wird sich ändern und das ist Fakt. Wir "helfen" diesem Wandel auf die Sprünge, aber das wars . Warum nehmen wir uns so wichtig??? Das Klima kümmert sich einen Sch... um uns!!!

    • Kurt am 15.11.2018 09:13 Report Diesen Beitrag melden

      Danke für den Kommentar

      Danke. Endlich mal ein deutlicher Kommentar zum Thema.

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  • Hyperklimatisiert am 14.11.2018 21:38 Report Diesen Beitrag melden

    Unser täglich Horrorgschichtli

    Ein neuer Hype ist da: der Klimahype. Endlich mal wieder ein neues Katastrophenszenario. Grippewelle und Impfhysterie vermisse ich bisher, schliesslich ist es ja schon kalt. Ich warte noch auf die erschreckende Warnung vor der Jahrhundert-Grippe seit der letzten Eiszeit, die Milliarden von Schweizern dahinraffen könnte... Aber täglich mindestens 1 Warnung vor regelmässigen Klimakatastrophen hat auch was.

  • Unser ganz eigenes Klima am 14.11.2018 21:32 Report Diesen Beitrag melden

    "Das Schweizer Wetter"

    Also wir müssen ja bei diesem globalen oder europäischen Klima nicht mitmachen. Wir wollen selbst über unser Land bestimmen.