Partei sieht kein Problem

05. März 2012 20:06; Akt: 06.03.2012 08:42 Print

UBS-Mandat ist vereinbar mit BDP-Präsidium

von Lukas Mäder - Möglicherweise steht an der Spitze der BDP bald ein Nationalrat, der auf der Lohnliste der UBS steht. Landolt und seine Partei sehen darin kein Problem.

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Sieht keinen Grund, als allfälliger BDP-Präsident sein UBS-Mandat abzugeben: BDP-Nationalrat Martin Landolt (links) mit dem abtretenden Präsidenten Hans Grunder. (Bild: Keystone)

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Die FDP gilt als die Partei der Banken. Grund dafür sind langjährige personelle Verbindungen insbesondere des Zürcher Freisinns. Und auch heute noch ist der abtretende Parteipräsident Fulvio Pelli Verwaltungsratspräsident der Tessiner Kantonalbank, während mit Kaspar Villiger ein ehemaliger FDP-Bundesrat die UBS präsidiert. Möglicherweise bekommt aber bald eine andere Partei das Image, mit ihrer Politik die Grossbanken zu vertreten. Im Rennen um die Nachfolge von Hans Grunder an der Spitze der BDP ist Nationalrat Martin Landolt in der Pole-Position. Er hat eine 60-Prozent-Anstellung bei der UBS.

Für Landolt wäre sein Mandat bei der UBS durchaus zu vereinbaren mit dem Parteipräsidium. «Es geht darum, innerhalb der Bank die politische Sichtweise zu stärken», sagt er. Landolt muss der Bank aufzeigen, wie die Politik funktioniert und was sie erwartet. Für das Lobbying bei den Politikern hat die UBS eine eigene Abteilung. Deshalb hat Landolt auch noch nie überlegt, ob er im Falle einer Wahl an die BDP-Spitze sein UBS-Job aufgeben solle. «Ich arbeite seit 1984 bei Banken und kann meine beruflichen Wurzeln nicht verleugnen», sagt er. Einzig eine Reduktion des Pensums sei möglich.

Landolt könnte in den Ausstand treten

Landolts Parteikollegen im Bundeshaus sehen in seiner Anstellung bei der UBS kein grundsätzliches Problem. «Es geht laut seinen Angaben darum, der Bank die politischen Mechanismen aufzuzeigen», sagt der abtretende Parteipräsident Hans Grunder. Die Berner Nationalrätin Ursula Haller bestätigt, dass Landolt nie lobbyiert habe. Zwar müsse die BDP aufpassen, dass keine zu grosse Nähe zur Bank entstehe. «Aber der Bankenplatz ist uns wichtig», sagt Haller. Bei heiklen Entscheiden könnte Landolt in den Ausstand treten. Der Zürcher BDP-Nationalrat Lothar Ziörjen mahnt immerhin, genau abzuklären, wie Landolts Mandat aussieht. «Ein Präsident muss der Partei nützen.»

Dass es innerhalb der Partei noch Klärungsbedarf gibt, sieht auch Landolt selbst. «Ich muss unseren Leuten erklären, worum es bei meiner Arbeit geht», sagt er. Landolt glaubt, dass dies möglich ist - und ist sich bewusst, dass die politischen Gegner am linken Rand es wohl nie verstehen werden. In einem ersten Schritt wird Landolt nun der parteiinternen Findungskommission Auskunft geben, in der neben Parteipräsident Grunder auch Fraktionschef Hansjörg Hassler und alt Nationalrat Albrecht Rychen sitzen. Bis Ende März können sich Interessenten melden, am 5. Mai wählen die BDP-Delegierten ihren neuen Präsidenten. Neben Landolt gelten auch die Berner Nationalräte Urs Gasche und Lorenz Hess sowie der Berner Ständerat Werner Luginbühl als mögliche Kandidaten.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • spot(t)lite zh am 05.03.2012 23:49 Report Diesen Beitrag melden

    Banker als Vertreter des Volkes ????

    Ist ja klar..., auch in der BDP wird gemauschelt was das Zeug hält. Und der liebe, seriöse, achtenswerte Landolt wird bei heiklen Geschäften die 3 Affen machen.. dass ich nicht lache! Unsere Politik nähert sich mit Riesenschritten den Entwicklungsländern und deren Korruption.. Vielleicht auch eine Form der Globalisierung. Sagt was Sache ist, statt dauernd zu lügen und zu beschönigen wer wessen Interessen in Bern vertritt. Mich als unbedeutendes Mitglied der Gruppe Stimmvieh vertritt definitiv keiner. Meine Wahlzettel als Anfeuerhilfe für den Grill bringen wenigstens einen winzigen Nutzen.

  • mäxu am 06.03.2012 07:52 Report Diesen Beitrag melden

    der kreis schliesst sich

    die einstige hoffnungspartei bdp zeigt nun auch öffentlich, dass sie zurück im netz ist. eine partei, wie jede andere auch. auf meinem wahlzettel werden sie nie mehr stehen.

  • Erwin Giger am 05.03.2012 22:28 Report Diesen Beitrag melden

    Lächerlich

    Ich denke Herr Landolt ist genug reif Beruf von Politik trennen zu können! Warum soll ein Bänker nicht Parteipräsident werden? Es wurde bisher noch nie gefordert, dass ein Bauer nicht zum Parteipräsidenten gewählt werden darf. Beruf und Politik sollen sich gegenseitig nicht hindern! Der Präsident hat die Interessen der Partei zu vertreten! Eine Partei mit Personen aus möglichst viel verschiedenen Arbeitsgattungen ist doch eher positiv zu werten! Nun kurz zum Vergleich zur SVP, die BDP stammt ursprünglich von der SVP, womit es wohl logisch ist, dass sie in den wesentlichen Punkten ähnlich ist.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Hans Dampf am 06.03.2012 12:13 Report Diesen Beitrag melden

    Egal

    Ist doch egal, der Grossteil der Parlamentarier sitzt in irgendeinem (oder meist mehreren) Verwaltungsrat!

  • peter bob am 06.03.2012 08:58 Report Diesen Beitrag melden

    Alles klar!

    Kein Banker mehr, keine Politiker die den Banken nahe stehen und auch keine 17 Mill. Steuer von den Banken mehr! Steuerlöcher füllen wir dann mit dem Gewinn aus dem Asylwesen, der Personenfreizügigkeit und dem Ökologiefundamentalismus! Quo vadis Helvetica?

  • mäxu am 06.03.2012 07:52 Report Diesen Beitrag melden

    der kreis schliesst sich

    die einstige hoffnungspartei bdp zeigt nun auch öffentlich, dass sie zurück im netz ist. eine partei, wie jede andere auch. auf meinem wahlzettel werden sie nie mehr stehen.

  • Raphael Jülich am 06.03.2012 07:33 Report Diesen Beitrag melden

    Lieber gleich von Anfang an

    Wenigstens ist Landolt offensichtlich und auf den ersten Blick ersichtlich auf der Lohnliste der UBS, mich würden eher die interessieren die im verborgenen auf der Lohnliste der UBS, CS, Nestle usw. stehen. Die Schweizer Politik ist so oder so seit gut 10 Jahren nur noch gekauft!

  • Jan Ulrich am 06.03.2012 05:28 Report Diesen Beitrag melden

    Natürlich!

    Jaja, wenn's ums Geld geht, ist immer ALLES möglich, vergesst das nicht...!