Kinderrechte verbessern

23. März 2014 19:01; Akt: 23.03.2014 22:01 Print

UNO verlangt Ohrfeigen-Verbot in der Schweiz

Die UNO will Kinderrechte in der Schweiz untersuchen. Ein aktueller Bericht sieht Handlungsbedarf. Namentlich körperliche Züchtigung müsse verboten werden.

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Ohrfeigen gelten in der Schweiz als Körperverletzung. Dennoch soll die körperliche Züchtigung explizit verboten werden (Symbolbild).

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In der Schweiz wird jedes zweite Kind regelmässig körperlich bestraft. Das hielt eine Untersuchung im Jahr 2004 fest. Dennoch wurde im Parlament 2007 ein explizites Ohrfeigen-Verbot abgelehnt. Grund: Züchtigung von Kindern gilt als Körperverletzung und ist bereits strafbar. 16 europäische Länder haben dagegen Ohrfeigen verboten.

Umfrage
Sollen Ohrfeigen oder andere körperliche Strafen gegen Kinder generell verboten werden?
16 %
55 %
29 %
Insgesamt 11965 Teilnehmer

Ein Schweizer Verbot könnte wieder aktuell werden. Denn im kommenden Jahr will die UNO der Schweiz Empfehlungen zur Umsetzung der Kinderrechtskonventionen abgeben, berichtet die «NZZ am Sonntag».

In der Schweiz bestehen grosse Mängel in der Umsetzung der Kinderrechte. Dies besagt der soeben veröffentliche Bericht des Netzwerks Kinderrechte Schweiz, dem auch die Pro Juventute angehört. Die UNO wird auf Grundlage dieses Berichts folgende Empfehlungen an die Schweiz zur Umsetzung der UNO-Kinderrechtskonvention abgeben:

Keine Ohrfeigen mehr: «Alle Arten körperlicher Züchtigung in der Familie und Schule sollen verboten werden.»

Weniger Psychopharmaka für Kinder: Die Schweiz solle Kinder vor der übermässigen Verschreibung dieser Medikamente schützen.

Gemeinden sollen Ausgangssperren für Kinder und Jugendliche streichen.

Babyfenster sollen verboten werden, da sie eine Gefahr zur Vertuschung von Verbrechen wie Inzest darstellten.

Urs Kiener von Pro Juventute begrüsst die Empfehlungen der UNO grundsätzlich, auch wenn ein Ohrfeigen-Verbot nicht gerade zielführend sei. «Aber es ist wichtig, dass die Umsetzung der Kinderrechte von der UNO regelmässig überprüft wird.»

Laut SVP-Nationalrat Hans Fehr hingegen solle sich die UNO auf Länder konzentrieren, wo tatsächlich Handlungsbedarf bestehe. «In der Schweiz werden Kinder sehr gut behandelt», sagt Fehr. Und: Eine Ohrfeige im Ausnahmefall könne erzieherisch mehr nützen als fünf Psychologen.

(zum/tab)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sandra am 23.03.2014 19:16 Report Diesen Beitrag melden

    Ignoranz der UNO

    In einigen Länder der Welt werden christliche Kinder abgeschlachtet, weil sie Christen sind (z.B. Nigeria) oder haben keine Zukunftschancen aus demselben Grund (z.B. Ägypten). In anderen (oder denselben) Ländern werden Mädchen im Kindsalter als Bräute an alte Männer verkauft oder verstümmelt (z.B. Jemen). In noch anderen Ländern werden Kinder prostituiert (z.B. Osteuropa) oder als Sklaven zum Arbeiten gezwungen (z.B. Indien). Und da kritisiert die UNO dies Schweiz!?! Das ist einfach nur pure Ignoranz!

  • Daniel Düsentrieb am 23.03.2014 19:17 Report Diesen Beitrag melden

    Oje...

    Oje, unsere armen armen Kinder in der Schweiz haben es soooo schlecht... Liebe UNO, kümmert euch bitte um die Kinder in Drittweltstaaten!

  • AntonMeier am 23.03.2014 19:39 Report Diesen Beitrag melden

    Übertrieben

    So ein Schwachsinn. Schaut mal lieber in den Ländern zu den Rechten wo Kinder umgebracht und gequält werden.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Daniel H. am 24.03.2014 09:56 Report Diesen Beitrag melden

    Kinder anderer Staaten

    Die Uno soll sich um Kinder anderer Staaten, als um Kinder in der Schweiz kümmern... Nun wer der Meinung ist, sollte mal sein Komsumverhalten ändern, denn mit diesem Fördern jene die Ausbeutung, die Gewalt, den Missbrauch von Kindern in jenen Ländern! Kinder werden Versklavt um Gold aus Senkrechten Schächten zu fördern, wird eins Verschüttet " PECH "... werden mit Quecksilber Vergiftet, Zwanksverheiratet, müssen Kakao, Kaffe usw. Ernten. Warum Kinder sind BILLIGER als Erwachsene und WIR NUTZEN DIES, denn WIR kaufen PREISWERT! Wer kauft Fairtrade Produkte ?? Produkte OHNE Kinderarbeit ??

  • Daniel H. am 24.03.2014 09:48 Report Diesen Beitrag melden

    Interessante Doppelmoral

    Wenn es um Gewalt gegen Kinder geht, könnt man meinen, des sich da ALLE Einig seien und Kinder vor Gewalt schützen wollen. IRRTUM, denn Gewalt gegen Kinder ist scheinbar in Ordnung, solange es keine Sexuelle Gewalt ist, denn nur diese schadet der Kinderseele. Wer Körperliche / Seelische Gewalt gegen Kinder nutzt, der Gehört genau so HART Bestraft wie jene die Kinder Sexuell benutzen!! Und jetzt kein, ein Klaps hat noch keinem Geschadet. GEWALT löst KEINE Probleme!!

  • Meldivina am 24.03.2014 09:47 Report Diesen Beitrag melden

    Ignoranz der Kommentatoren

    Im Jahr 2012 meldeten Schweizer Kinderspitäler 1136 Fälle von Kindesmisshandlung. Ein Grossteil der Opfer war unter einem Jahr alt. Die Zahlen der Opfer steigen jährlich, die Dunkelziffer ist gross ... Rein statistisch gesehen, werden jetzt während ich schreibe 2-3 Kinder spitalreif geprügelt, hier in der Schweiz. Und die Kommentatoren, die meinen, ein wenig Prügel hätte ihnen nicht geschadet, sollten froh sein, dass sie nicht langfristige Schäden davongetragen haben, soviel Glück hatten viele nicht und fristen heute ihr Dasein als psychische Krüppel.

  • Kariny am 24.03.2014 09:24 Report Diesen Beitrag melden

    Ist ohnehin verboten

    Ich dachte, dies sei ohnehin verboten! Kinder erzieht man ohne Gewalt, wie sollen sie sonst Gewaltfreiheit und Kommunikation lernen? Aber ich bin gegen die Einmischung der UNO. Ich bin gegen Organisationen, die in irgendeiner bewaffneten Belagerung eine Chance für Frieden sieht.

  • Dominik Mathis am 24.03.2014 08:57 Report Diesen Beitrag melden

    Liebe UNO

    kümmert euch besser um Länder, in welchen wirkliche Probleme vorhanden sind und mischt euch nicht in die Erziehung der Eltern ein, in einem Land wo es die Kinder sehr gut haben. Ausserdem gehört eine feine, aber bestimmte Schelle zur Erziehung dazu, am Beispiel Carlos sieht man dass es ruhig auch mal weniger fein sein dürfte...