Neuer ICE

10. November 2019 21:21; Akt: 10.11.2019 21:21 Print

Um Sprayer abzuhalten, lässt SBB Zug bewachen

Seit kurzem fährt ein neuer ICE-Zug der Deutschen Bahn in die Schweiz. Damit er sauber bleibt, wird er von Sicherheitspersonal bewacht.

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Zugpendler zwischen Basel, Zürich und Chur können seit Anfang Woche einen neuen Zug benutzen. Die Deutsche Bahn schickt seit dann den ICE der vierten Generation fahrplanmässig in die Schweiz. Vorerst werden die Züge auf täglich zwei Verbindungen eingesetzt. Mit den neuen ICE-4-Zügen finden aber auch Fahrten zur Ausbildung des SBB-Personals statt.

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Werden die neuen ICE-Züge in der Nacht nicht gebraucht, werden sie abgestellt – und dabei von Sicherheitspersonal bewacht. Dieses soll verhindern, dass die Züge versprayt werden, wie 20 Minuten von SBB-Mitarbeitern erfahren hat. Ein Sprecher der Deutschen Bahn bestätigt das: «Bei Bedarf werden die ICE-Züge in der Schweiz bewacht, etwa an Orten mit einer aktiven Sprayerszene.» Das gelte für alle ICE-Züge, also auch die älteren Baureihen.

Aktive Sprayerszene in Zürich

Dass die Sprayerszene rund um Zürich aktiv ist, zeigt das Video, das die Zürcher Graffiti-Crew KCBR letztes Jahr veröffentlicht hat. Darin ist zu sehen, wie die maskierten Sprayerinnen sogar in einen abgestellten Speisewagen einbrechen. Im Video ist zudem zu sehen, wie sie diverse Züge rund um Zürich teils am helllichten Tag versprayen (20 Minuten berichtete).

Welche Kosten durch die Zugbewachung entstehen, teilt der Deutsche-Bahn-Sprecher nicht mit. Auch ob es sich dabei um eine Auflage der Deutschen Bahn an die SBB handelt, will die Deutsche Bahn nicht beantworten.

Kosten von 6 Millionen Franken

Deren Züge verkehren regelmässig auch auf innerschweizerischen Intercity-Linien. Umgekehrt fährt SBB-Rollmaterial auch in Deutschland. Diese Praxis wird Kilometerausgleich genannt. So wird vermieden, dass Bahnen untereinander jeden zurückgelegten Kilometer ihres Rollmaterials in Rechnung stellen müssen. Wer für Schäden durch Sprayereien oder Vandalismus aufkommen muss, wenn ein Zug im jeweiligen Land beschädigt wird, ist aber nicht klar. Die SBB will eine entsprechende Frage nicht beantworten.

Zum «intrabahnlichen Verteilschlüssel» mache die Bahn keine Angaben, sagt Sprecher Daniele Pallecchi. Auch zum Sicherungsdispositiv und dessen Kosten will die SBB nichts sagen. «Vandalismus und Graffiti sind ein stetiges und teures Problem», sagt er. Die jährlichen Aufwendungen betrügen rund sechs Millionen Franken. «Diese Kosten tragen indirekt grösstenteils die Bahnkunden.»

(ehs)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Typhoeus am 10.11.2019 21:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schmierfinken

    gehören empfindlich bestraft, Wiederhandlungen sogar mit Gefängnis.

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  • Geissenpeter am 10.11.2019 21:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    die Sprayer sind bekannt

    aber sie werden trotzdem nicht gefasst. Sind meist Kinder und Verwandte von hohen Tieren. Darum lässt man sie in Ruhe. Mit den Schlägern und Randalierern nicht anders.

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  • Päde am 10.11.2019 21:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ticketkosten

    Züge reinigen sind Unterhaltskosten die auf die Allgemeinheit abgewälzt werden. Danke den Verursachern, WIR begleichen es. Genial daneben.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Paula Bonetti am 11.11.2019 19:46 Report Diesen Beitrag melden

    Sprayer sind Vandale nichts anderes !

    Wenn man so einen erwischt sollte man den in Farbe baden und sein ganzes Hab und Gut dazu !

  • schweizer Q am 11.11.2019 18:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Will nicht?

    Was will die SBB nicht verraten? Es ist eine Bundesbahn vom Volk bezahlt. Da hat Geheimniskrämerei gar nichts verloren! Da sollte man mal Druck machen und denen zeigen, wer sie füttert!

    • Loen am 11.11.2019 23:13 Report Diesen Beitrag melden

      schweizer Q

      Für die, die den Daumen runter gedrückt haben. Ja, da werden etliche Millionen subventioniert(weiss jeder) . Aber diverse Arbeiten werden noch zusätzlich vom Bund an die SBB bezahlt. Sicherheitspersonal für Ultraschall an den Schienen, Lichtraumprofil(LRP) , Zugskontrolleinrichtungen(ZKE), usw. Da sprechen wir von zusätzlich x Millionen...und glaubt mir, bin jeden Tag dabei...

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  • Roland Meier am 11.11.2019 18:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zug Traurig

    Wenn man schon weis wer das macht sollten sie zu Rechenschaft gezogen werden und gebüsst werden und den Schaden bezahlen oder das weg machen

  • Maliban am 11.11.2019 16:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Extrem nah an der Grenze sprühen...

    was den Vielen als "Vandalismus"-bekannt ist...ist für andere ein kleiner "Trost" das nicht Alle oder Alles Grau und Gleich sein muss

  • THINK am 11.11.2019 16:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bei richtigen Strafen

    bräuchte es dies nicht. Wie wärs mit Entzug staatlicher Leistungen auf Lebenszeit? Das allein würde schon viel bewirken.