Zeltaktion gegen Stausee

09. August 2019 15:19; Akt: 09.08.2019 16:23 Print

Dieses Bild macht Umweltschützer rasend

Eine Gruppe von Umweltschützern campiert im Berner Oberland. Sie will ein neues Wasserkraftwerk verhindern. Unterstützt wird sie von SP-Nationalrätinnen.

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«Energiewende – ohne neue Stauseen» heisst es auf einem Transparent. «Rettet die Trift» auf einem anderen. Rund ein Dutzend Umweltschützer campiert von Donnerstag bis Sonntag unterhalb des Trift-Gletschers im Berner Oberland.

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Die Aktivisten wollen mit ihrem Protest den geplanten Staudamm der Kraftwerke Oberhasli verhindern. Diese planen eine 167 Meter hohe Staumauer. Das neue Kraftwerk soll 387 Millionen Franken kosten und Strom für rund 30’000 Haushalte produzieren. Der Kraftwerksbetreiber hat bereits eine Illustration erstellt, wie der Stausee ab 2028 aussehen soll (siehe Bildstrecke).

Unterstützung von SP- und GLP-Nationalräten

Für die Umweltschützer ist das Bild eine Provokation: «Für die Energiewende und den Klimaschutz dürfen nicht unsere letzten kaum berührten Berglandschaften geopfert werden», schreibt das Protestkomitee in einer Mitteilung. Man erachte den geplanten Stausee auch aus ökonomischer Sicht «als wenig sinnvoll». «Mit dem gleichen Investitionsvolumen lässt sich mittels neuer Photovoltaik-Anlagen doppelt so viel Strom erzeugen.»

Dem Komitee gehören auch Parlamentarier an: So wehren sich die SP-Nationalrätinnen Martina Munz und Silva Semadeni oder der GLP-Nationalrat Thomas Weibel gegen das Kraftwerk. Gegen die Bewilligung des Trift-Stausees sind drei Einsprachen hängig. Sie stammen von einer Privatperson sowie den den Umweltschutzorganisationen Aqua Viva und Grimselverein. Dagegen bekämpfen die grossen Umweltorganisationen wie Pro Natura und WWF das Projekt nicht.

Zusätzliche Kapazität, um Strom zu speichern

Der Berner Regierungsrat Christoph Neuhaus forderte in einem Interview mit dem «Bund» «mehr Redlichkeit» von den Umweltschützern: «Diejenigen, die jetzt kritisieren, befinden sich sowieso in einem Widerspruch: Sie wollen nachhaltige Energie, aber ein nachhaltiges Kraftwerk wollen sie dann nicht.» Man könne den «Bären nicht waschen, ohne sein Fell nass zu machen».

Thomas Huber, Sprecher der Kraftwerke Oberhasli (KWO), sagt: «Wir wussten von dem Event und lassen dies auch zu. Auch wenn das Triftgebiet Grundeigentum der KWO ist.» Das Argument, mit Photovoltaik mehr Strom produzieren zu können, sei nicht falsch. Man verfolge aber einen anderen Fokus: «Bei dem Projekt geht es darum, zusätzliche Kapazität im Gadmental zu schaffen, um Wasser zu speichern und die Produktion in den Winter zu verlagern.» Ein Speichersee helfe, das Netz stabil zu halten und der Strommangellage im Winter entgegenzuwirken.

Die Gegebenheiten im Triftgebiet seien ideal für eine Staumauer: «Nach dem Rückzug des Gletschers gibt es eine Mulde und eine schmale Schlucht.» Zum politischen Widerstand sagt Huber: «Das Projekt leistet einen wichtigen Beitrag zur Energiewende. Die Politik steht hinter dem Projekt.» Das zeige das parteiübergreifende Ja zum Trift-Projekt im Berner Grossen Rat in diesem Sommer.

(daw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • StanX am 09.08.2019 16:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Erinnert an Freitagdemos

    Man will keine AKW's, aber dafür jede Menge Elektromobile (Autos und Velos). Woher bitte soll der Strom dafür kommen? Klar, von Solarzellen. Man bedenke einfach, dass diese abends und in der Nacht NULL Energie liefern. Stauseen aber schon...

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  • Papa Bär am 09.08.2019 16:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bloss eine Frage

    Dürfen wir wissen aus welchen Materialien deren aufgestellte Zelte bestehen? Aus Jutte? Ja?

  • Pete am 09.08.2019 16:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dann halt ein AKW

    Geht auch ohne Stausee mit einem AKW

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Pitch am 10.08.2019 23:03 Report Diesen Beitrag melden

    Die Grünen ...

    haben von der Realität keine Ahnung. Es sind Fantasten die viel Geld kosten und unnötige Gesetze schaffen. Betreffend des Grimselstaudammerhöhung ist wohl klar, dass das mehr bringt als für dasselbe Geld eine Fotovoltaikanlage zu bauen denn; das gestaute Wasser ist saubere und sichere Eneergie, diejenige der FVAnlg. ist nur bei Sonnenschein verfügbar, keine Bandenergie und die Herstellung der Solarpanelen ist alles andere als umweltverträglich. Also 2:0 für den Stausee.

  • Bonaparte am 10.08.2019 22:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Interessant

    Den Kommentaren hier entnehme ich, dass die selbsternannten Patrioten kein Problem darin sehen, unsere Alpenlandschaft zu zerstören. Das schon mal in Sachen Heimatliebe....

  • Alf am 10.08.2019 22:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Umweltschützer = Modeerscheinung?

    Umweltschützer denken nie ganzheitlich und weitsichtig! Sie demonstrieren gegen alles, haben aber keine Lösung, die vernünftig, ökologisch und bezahlbar ist. Aber eben, es ist einfacher gegen alles sein, ohne selber Vorschläge zu unterbreiten, die realistisch sind!

  • Juttenjutta am 10.08.2019 21:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wo Du Wollen?

    Energiewende = Einschränkung und sicherlich nicht die Schaffung neuer KKW, Thermischer KW, Stauseen, Windparks oder Solarfarmen. Ist doch sonnenklar oder? Weshalb also kapitalisieren, kommerzialisieren, digitalisieren und globalisieren wir denn weiterhin drauflos als gäbe es kein morgen? Möchten wir uns etwa gar nicht freiwillig einschränken? Sind wir etwa alles Heuchler?

  • Makatitom am 10.08.2019 21:50 Report Diesen Beitrag melden

    da habe sogar ich

    als "linke Socke" absolut kein Verständnis dafür. Noch gibt es keine Umwelt schonendere Speicher als Pump-Wasserkraftwerke für den "Flatterstrom"