Lausanne

09. Oktober 2019 21:52; Akt: 10.10.2019 09:09 Print

Medizinstudenten sind sauer wegen Tisch-Aktion

Medizinstudenten der Universität Lausanne müssen vor den Vorlesungen um einen Sitzplatz kämpfen. Die Uni wollte Abhilfe schaffen, doch der Plan ging nach hinten los.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

«Danke, dass du uns gezwungen hast, die Cafeteria-Möbel zu stehlen», wetterten Medizinstudenten in den sozialen Netzwerken gegen die Universität in Lausanne. Die Hochschule entfernte vergangenen Freitag (4.10.2019) Tische aus dem Saal und stellte stattdessen weitere Stühle zur Verfügung. Obwohl die Massnahme nur einen Tag dauerte, löste sie einen Aufschrei unter den Studenten aus.

Umfrage
Haben Sie studiert?

Auf Instagram wurden mehrere Fotos des Hörsaals gepostet. Um Notizen machen zu können, zeigten die angehenden Ärzte Kreativität. «Da viele Stühle vorhanden waren, nahmen einige von uns einen auf den Schoss, um ihn als Tisch zu nutzen», sagt ein Student gegenüber 20 Minutes. Infolgedessen sassen die Letzten auf dem Boden. Die Studenten kritisieren, dass es nicht einfach sei, unter diesen Bedingungen zu lernen. Laut der Zeitung herrscht im Studiengang eine Durchfallquote von 60 Prozent.

Uni arbeitet an Streaming-System

Laut der Geschäftsleitung der Schule sind in diesem Jahr besonders viele Medizinstudenten eingeschrieben. Der Raum sei für rund 500 Personen angelegt, werde aber von fast 730 Personen besucht.

Die Fakultät soll verschiedene Optionen untersucht haben, bevor sie die Arbeitstische entfernen liess. Seit Montag ist die ursprüngliche Aufstellung aber wieder vorhanden – und mit ihr der morgendliche Kampf um einen Sitzplatz. Doch die Uni verspricht Besserung: «Ein Live-Übertragungsgerät in einem nahegelegenen Raum wird noch in dieser Woche installiert», liess sie die Studenten wissen. Ein privates Streaming-System werde ebenfalls getestet.

(juu)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • unfähiges Personal - auswechseln! am 09.10.2019 22:20 Report Diesen Beitrag melden

    komplette Fehlplanung

    Es muss schon eine Leistung sein anhand der Anmeldungen frühzeitig zu merken, dass man an Grenzen bei den Plätzen stösst. Das Streaming Angebot, zusätzliche Stühle und Tische hätten wohl locker vorher organisert werden können. Aber eben, bedeutet halt Arbeit!

    einklappen einklappen
  • Jason848 am 09.10.2019 22:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kein Akademiker

    ist ja nicht so als gäbe es Stühle mit integriertem Tisch, liebe Uni. Einfach mehr Budget aufwenden. ODER ABER nur soviele zulassen, wie es auch Platz hat. Aber das würde ja bedeuten das es weniger Semestergebühren gäbe, was?

    einklappen einklappen
  • Linda am 09.10.2019 22:08 Report Diesen Beitrag melden

    60% Durchfallquote?

    Na als Medizinstudenten sollten sie sich an Durchfall schon mal gewöhnen.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Pesche FR am 10.10.2019 21:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Durchfallquote von 60 Prozent...

    es sind ja schliesslich angehende Ärzte, die wissen was in dem Fall zu tun ist.

  • Fred vom Jupiter am 10.10.2019 21:38 Report Diesen Beitrag melden

    Überbelegt

    Naja , dumm ist wenn man den Studienplatz überbelegt..Wenn nur 500 platz haben , haben nun msl keine 700 platz...Um das Ergebnis dieser Rechnung zu erraten , muss ich kein Studium absolvieren !

  • so wars am 10.10.2019 19:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    also

    also hört mir bitte mal zu. habe selbst ein jahr an der UNIL medizin studiert und weiss wovon ich rede. gewisse kommentare hier sind echt eine zumutung für meine augen und zeigen mir, dass viele warscheinlich noch nie einen unihörsaal von innen gesehen haben. in diesem jahr war jeder tag ein kampf um sitzplätze, dies dauerte das ganze jahr über an. nach 4 stunden vorlesung wurde bis um 10 uhr abens täglich weitergelernt um mit dem lernstoff nachzukommen. vorlesung schwänzen ist nicht, die powerpoints sind nicht selbsterklärend und unzusammenhängend. da hilft auch google nichts um dies auzuholen wie viele villeicht denken. der konkurenzkampf ist massiv. unterlagen werden geklaut, bibliotheksbücher werden zerstört. ich könnte noch weiterreden von den wohnungsmöglichkeiten usw. aber für ein anfängliches bild sollten es reichen. und wers selber sehen möchte, googlemaps hilft wirklich allen, den weg in den hörsaal zu finden ;)

    • Patrick am 10.10.2019 20:03 Report Diesen Beitrag melden

      Also was?

      Ich habe zwar noch nie einen Unihöhrsaal von innen gesehen, bei mir reichte es nur bis zur benachbarten EPFL. Aber eins habe ich gelernt, vielleicht lernen das tatsächlich nur angehenden Ingenieure, eine Tastatur hat eine Shift-Taste und die deutsche Sprache Gross-und Kleinbuchstaben. Gruss aus Lausanne

    einklappen einklappen
  • Rigorosa am 10.10.2019 15:05 Report Diesen Beitrag melden

    Real life

    So erleben die Studierenden gleich mal, wie es sich in der echten Arbeitswelt anfühlt. Es gibt ja viele Firmen, die zu wenig Arbeitsplätze für ihre Belegschaft zur Verfügung stellen, und dies mit Absicht.

  • Gibt Schlimmeres am 10.10.2019 14:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vorbereitung ist alles

    Ein arzt muss auch im stehen operieren..

    • Guido A.Zäch am 10.10.2019 15:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Gibt Schlimmeres

      Mehr Geld für die Ausbildung von Medizinstudenten.Die Verbesserung der Arbeitsbedingungen ist eine Investition die sinnvoll ist.

    einklappen einklappen