Gefälschte Job-Anzeige

05. September 2018 13:23; Akt: 05.09.2018 13:35 Print

Unia kämpft mit Fake-Inserat für Lohngleichheit

Laut einer Bloggerin hat die Unia Stelleninserate für politische Zwecke gefälscht. Die Gewerkschaft hüllt sich in Schweigen.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die IT-Firma Meyer Info sucht auf diversen Stellenportalen nach einer Arbeitskraft für ihre Personalabteilung. Das Inserat gibt es in zwei Varianten, eines für Männer und eines für Frauen. Während Aufgabengebiet und Profil genau gleich sind, unterscheiden sich die Ausschreibungen punkto Lohn beträchtlich: Während der Mann ein Jahresgehalt von 80'000 Franken einstreicht, muss sich die Frau mit lediglich 64'000 Franken begnügen. Schnell machte die Anzeige online die Runde und empörte vor allem linke Kreise.

Umfrage
Wie finden Sie diese Aktion?

Die Krux am Ganzen: Das Inserat ist laut der «Luzerner Zeitung» ein Fake. Die Firma Meyer Info existiert gar nicht. Weder sei sie im Handelsregister eingetragen, noch ist der Halter der Website in einem Adressverzeichnis aufgelistet. Zudem führe die angegebene Telefonnummer auf der Website ins Nichts.

«Billige Stimmungsmache»

Wer also ist der Urheber des Inserats? Die Antwort lieferte am Montag jene Influencerin, die das Ganze mit einem Tweet ins Rollen brachte. «Die Gewerkschaft Unia hat diese Aktion zur Unterstützung ihrer Kampagne zugunsten der Lohngleichheit lanciert. Sie hat mehrere Influencer gebeten, die Anzeigen zu teilen, um die öffentliche Meinung zu sensibilisieren und einen Medienhype auszulösen», schreibt sie in ihrem Blog.

FDP-Nationalrat Thierry Burkart (AG) greift die Gewerkschaft in der Zeitung frontal an: «Die Unia hat noch nie Hemmungen gehabt, Unwahrheiten zu verbreiten.» Es gehe ihr nicht um die Sache, «sondern um billige Stimmungsmache».

Die Unia schweigt

Die Protagonistin hüllt sich in Schweigen: «Die Unia äussert sich zurzeit nicht zu den Stelleninseraten», sagt Sascha Hardegger, Leiter Abteilung Kommunikation und Kampagnen, auf Anfrage von 20 Minuten.

Ende September debattiert der Nationalrat über die Revision des Gleichstellungsgesetzes. Sie soll Unternehmen mit 100 oder mehr Angestellten zu Lohngleichheitsanalysen zu verpflichten. Die Gesetzesänderung ist umstritten: Die vorberatende Nationalratskommission hat sich mit hauchdünner Mehrheit dafür ausgesprochen.

(sul)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • No UNIA am 05.09.2018 13:44 Report Diesen Beitrag melden

    Radau-Brüder und -Schwestern

    Die UNIA soll sich um ihre Mitglieder und deren Anliegen kümmern und nicht einfach nur Radau machen. Als Einzelmitglied ist man bei der UNIA ein Beitragszahler sonst nichts. Nur dort, wo man Radau machen kann, ist die UNIA vertreten um sich dann aus der Verantwortung zu stehlen wenn es brenzlig wird.

    einklappen einklappen
  • PS;L am 05.09.2018 13:59 Report Diesen Beitrag melden

    Schade - wie erwartet

    Schade, überall wird betrogen und Gelogen - keiner kriegt seinen Rachen voll. Das ist doch nur peinlich und einfach nur arm!

    einklappen einklappen
  • pepe am 05.09.2018 16:55 Report Diesen Beitrag melden

    Nur noch Frauen

    Würden Frauen für die gleiche Leistung wirklich weniger Lohn erhalten, würde keine Firma Männer einstellen.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • RF am 06.09.2018 13:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Warum

    Warum darf eine Bundesrätin, die SP Politikerinnen und die Unia falsche Lohnzahlen verbreiten? Nur weil die Bundesrätin Lohnkontrollen in den Firmen einführen will. Mit der Lohnstudie, die sie selber bei der Uni St. Gallen in Auftrag gegeben hat und bewusst übergeht, könnte sie keine Lohnkontrollen durchführen.

  • PJM am 06.09.2018 11:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der Bund unterschlägt wichtig Fakten

    Wenn es um die Löhne der Frauen geht unterschlägt der Bund wichtige Fakten.

  • PJM am 06.09.2018 11:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keine Lohnkontrollen durchführen

    Mit der Lohnstudie von der Uni St. Gallen, die von der Bundesrätin selber in Auftrag gegeben wurde und von ihr bewusst übergangen wird, könnte sie keine Lohnkontrollen durchführen.

  • PJM am 06.09.2018 11:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nach dem neuesten Stand

    Würde der Bund nach dem neuesten Stand der Wissenschaft die Lohnunterschiede messen, würden die Lohnunterschiede sehr klein ausfallen.

  • PJM am 06.09.2018 10:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fehlende Parameter

    In den Lohnerhebungen des Bundes fehlen bewusst folgende Parameter: Berufliche Erfahrung, Weiterbildungen, Erwerbsunterbrüche, Anzahl Jobwechsel, Schicht-, Abend- oder Nachtarbeit, physische und psychische Belastung. Bei den Frauen wird die effektive Berufserfahrung nicht erhoben, sondern nur die potenzielle Berufserfahrung. Das Alter minus 15 Jahre.