Föderalismus-Umfrage

08. Mai 2017 13:44; Akt: 08.05.2017 14:12 Print

Unter 30-Jährige pfeifen auf den Kantönligeist

Für ein Drittel der Schweizer Bevölkerung ist Föderalismus ein «eher vages» Konzept. Gar die Hälfte fühlt sich nicht mit diesem System verbunden.

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Eine am Montag von der Konferenz der Kantonsregierungen (KdK) vorgestellte Umfrage des Instituts MIS Trend unter 1200 Personen und 500 Meinungsführern zeigt, dass die Wichtigkeit des Föderalismus relativ ist. Nur 45 Prozent der Befragten aus der «breiten Öffentlichkeit» sagen, sie seien sehr verbunden oder verbunden mit dem Föderalismus. Bei den Meinungsführern sind es dagegen 81 Prozent.

Zwar werde dieses System im Ausland als die Lösung par excellence betrachtet, die Schweiz sehe sich aber paradoxerweise mit einer zentralistischen Tendenz konfrontiert, schreibt die KdK.

Keine Reform notwendig

Am «föderalistischsten» sind die Tessiner (38 Prozent), gefolgt von den Romands (31 Prozent) und den Deutschschweizern (21 Prozent). Unterschiede zeigen sich auch beim Alter: Je jünger die Befragten sind, desto weniger fühlen sie sich mit dem Föderalismus verbunden. Bei den 18- bis 29-Jährigen sind es ein Drittel gegenüber 57 Prozent bei den über 60-Jährigen.

Obwohl die Befragten den Föderalismus als ein «eher vages» Konzept betrachten, erachten die wenigsten eine Reform als notwendig. 72 Prozent sind der Ansicht, dass das System nicht geändert werden muss oder nur einfache Anpassungen benötigen. Bei den Meinungsführern steigt dieser Wert auf 87 Prozent.

Debatte über Föderalismus

Unter dem Titel «Wird die Schweiz in 50 Jahren immer noch föderalistisch sein?» wird sich die 5. Nationale Föderalismuskonferenz am 26. und 27. Oktober in Montreux VD damit befassen, wie es um den Föderalismus und seine Perspektiven steht.

Das Ziel der vor 15 Jahren ins Leben gerufenen Nationalen Föderalismuskonferenz ist es, in regelmässigen Abständen den Föderalismus unter die Lupe zu nehmen. Fachpersonen und Personen, die im Alltag mit dem föderalistischen System umgehen, debattierten und tauschten Ideen und Ansichten aus, wie die KdK in einer Mitteilung schreibt. An der Konferenz im Herbst werden 300 Personen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft erwartet.

(asc/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • carmen diaz am 08.05.2017 13:55 Report Diesen Beitrag melden

    und ich glaube, dass rund...

    ...90% der teilnehmer der umfrage auch jetzt noch keinen blassen schimmer haben, was föderalismus überhaupt ist...

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  • CookingSamurai am 08.05.2017 13:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frage?

    Ich hätte gerne ein paar Beispiele gehabt! Was für Entscheidungen und in welchen grösse werden z.B. dabei getroffen/umgesetzt?

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  • Peter2000 am 08.05.2017 13:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    6 und 7

    Also Note 6 & 7 sind doch nicht schlecht - alles Ansichtssache (oder Meinungsmache)

Die neusten Leser-Kommentare

  • Laimigs am 08.05.2017 16:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Föderalismus versus Einheitsbrei

    Die unter 30-Jährigen werden die Totengräber unserer traditionellen CH sein. Die Jungen sind heute nur noch auf das schnelle Geld aus, ohne Rücksicht auf nationale Gepflogenheiten. Nationaler Föderalismus heisst auch das Anerkennen nationaler Unterschiede. Diese Staatsform wird dem schnellen Wandel nicht stand halten können. Der beständige, geerdete Schweizer wird zum genormten Europäer.

  • Trodatt am 08.05.2017 14:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das höchste Gut!

    De grösste Vorteil, gegenüber unseren Nachbarn, ist unser Föderalismus! Wenn wir den Föderalismus aufgeben, können wir gleich die Eidgenossenschaft auflösen. Dann hat unser Staat keine Berechtigung mehr.

  • Mike am 08.05.2017 14:36 Report Diesen Beitrag melden

    Zu wenig Interesse/Lebenserfahrung

    Schon der Titel sagt alles "Unter 30-Jährige...". Man muss zuerst genug Zeit damit verbracht haben zu sehen wie es in anderen Ländern mit Zentralismus läuft um den Kantönligeist schätzen zu lernen. Ausserdem leben wir in der Zeit eines Trump und einer fast Le Pen wo die Leute gerne glauben, dass alles schlecht ist und die Lösung immer etwas ganz anderes ist als das was man hat.

  • boka am 08.05.2017 14:34 Report Diesen Beitrag melden

    Stände-Regel

    Ja, super, dann kann man endlich die undemokratische Stände-Regel abschwächen und ein Appenzeller hat nicht mehr 30x mehr Stimmgewalt, als zB ein Zürcher.

  • Kanton am 08.05.2017 14:27 Report Diesen Beitrag melden

    Bin ü40 und habe noch nie Kt Geischt gha

    Es gibt nur noch ein paar ganz wenige die dem Kantödligeist fördern. Doch beim ganzen darf man nicht vergessen das der eine Kanton einen Steuersatz von 120 Hat und der andere 87. Genau solche Sachen gehören abgeschafft auch die einzelnen Gesetzte die Kt. erlassen können.