Treffen mit Infantino

10. Mai 2019 11:36; Akt: 10.05.2019 11:38 Print

Untersuchung gegen Bundesanwalt Lauber

Wie SRF berichtet, haben die Treffen von Bundesanwalt Lauber mit Fifa-Boss Gianni Infantino ein Nachspiel.

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Bundesanwalt Michael Lauber hat sich – soweit bekannt – drei Mal informell mit Fifa-Präsident Gianni Infantino getroffen: am 22. März 2016 im Berner Hotel Schweizerhof, am 22. April 2016 im Restaurant Au Premier im Zürcher HB und am 16. Juni 2017 erneut im Schweizerhof. Nun meldet SRF, dass gegen den Bundesanwalt eine Disziplinaruntersuchung eingeleitet werden soll. Die Vorabklärungen der Aufsichtsbehörde über die Bundesanwaltschaft seien abgeschlossen. Laut dem Bericht soll eine externe Stelle die Untersuchung durchführen.

Heute trifft sich die Subkommission Gerichte/BA der Geschäftsprüfungskommission. Deren Mitglieder hören sowohl den AB-BA-Präsidenten wie auch Lauber an. Die Subkommission stellt dann einen Antrag an die die Geschäftsprüfungskommission, die sich nächsten Montag und Dienstag trifft. Und diese Kommission gibt wiederum eine Empfehlung an die Gerichtskommission ab. Mit anderen Worten: Heute ist für Lauber ein Tag der Entscheidung.

Pressekonferenz heute Nachmittag

Lauber selber führt heute Freitag um 15.30 Uhr eine Medienkonferenz durch, wie die Bundesanwaltschaft am Morgen mitteilte.

Warum steht Lauber überhaupt im Fokus? Die Bundesanwaltschaft führt rund 25 Verfahren im Bereich Weltfussball; die Ermittlungen hängen mit der Offensive der USA gegen Korruption im Fussball zusammen, die im Mai 2015 mit der Verhaftung von sieben Fifa-Funktionären im Zürcher Hotel Baur Au Lac begann. Der Punkt ist, dass die Fifa als Organisation in manchen dieser 25 Fälle Partei ist, als sogenannte Privatklägerin oder Geschädigte. Die obersten Vertreter zweier Verfahrensparteien – Infantino und Lauber – haben sich also vertraulich getroffen. Was besprochen wurde, ist unbekannt. Die anderen Verfahrensbeteiligten haben davon aus der Presse erfahren. Das stellt die Unabhängigkeit der Untersuchung in Frage, zumindest in der Aussenwahrnehmung.

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