Der Tag nach dem Openair Lumnezia

23. Juli 2018 13:51; Akt: 23.07.2018 16:18 Print

«Ich war schockiert, als ich das sah»

Ein Haufen Habseligkeiten blieben nach dem Openair Lumnezia liegen. Laut Veranstalter kann nicht viel dagegen unternommen werden.

Nach dem grossen Fest bleibt so einiges liegen. (Video: Leserreporter)
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Die malerische Bergkulisse macht Lumnezia zu einem ganz besonderen Openair. Radio SRF betitelte die Bündner Dorfidylle sogar als den heimlichen Shootingstar des Festivals und erzählt von schmucken Bilderbuch-Bauernhäusern wie auf einer Schweiz-Postkarte.

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Val Lumnezia endet in grossem Müllchaos

Am Tag nach der grossen Party dann der krasse Kontrast: Dutzende von Pavillons, Zelten und Abfällen blieben auf dem Festivalgelände liegen. «Ich war schockiert, als ich das sah», sagt Silvio Moor zu 20 Minuten. Er hatte am Sonntagmittag einige Aufnahmen von einer Plattform aus gemacht, von der man auf das Gelände hinabschauen kann. Viele Passanten seien ebenfalls stehen geblieben und hätten sich über das Bild, das sich ihnen bot, entrüstet. «Die Haltung, die dahintersteckt, ist für mich nicht nachvollziehbar. Es wird einfach alles weggeworfen», sagt Moor.

Für OK-Präsident Norbert Cavegn ist die Situation nicht neu: «Wie andere Openairs haben auch wir mit dem Problem zu kämpfen. Die Industrie verschenkt heutzutage Pavillons und Co. schon fast. Da bleibt nicht viel Motivation, diese Dinge nach dem Festival wieder nach Hause mitzunehmen», sagt er zu 20 Minuten. Wie viel Abfall liegen geblieben ist, könne zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht beziffert werden.

In den vergangenen Jahren hätte eine Firma die zurückgelassenen Zelte jeweils abgeholt und diese für Arbeiten in einer Behindertenwerkstatt nutzen können. Dieses Jahr sei diese Vereinbarung nicht zu Stande gekommen. Aber Cavegn betont: «Wir haben eine professionelle Reinigungstruppe, die sich um die Hinterlassenschaften gekümmert hat. Ein paar Stunden später am Sonntag war das Gelände schon nahezu komplett aufgeräumt.»

Kein Depot für Becher

Die Regel am Openair Lumnezia lautet, dass jeder Festivalbesucher für einen Abfallsack zehn Franken bezahlt. Die Rückerstattung des Depots erfolgt, sobald bei der Abreise der gefüllte Sack zusammen mit dem Jeton bei der offiziellen Müllsackrückgabe abgegeben wird, heisst es auf der Homepage.

Ein Depotsystem für Getränkebecher, wie man es von anderen Festivals kennt, gibt es beim Lumnezia nicht mehr. «Wir hatten einst ein solches System, doch war der damit verbundene Aufwand für unser Festival zu gross», sagt Cavegn.

Volg beschmiert

Die Verunstaltungen beschränkten sich aber nicht nur auf das Festivalgelände. Unbekannte haben beim Volg in Vella GR das Wort «Züri» sowie das Kantons-Wappen an die Wand gesprayt. Der Geschäftsinhaber hatte die Schmierereien, mit denen auch ein Abfalleimer und ein Schild versehen waren, am Freitagmittag entdeckt.

«Leider gibt es immer wieder ein paar wenige Festivalgänger, die ein negatives Bild hinterlassen», sagt OK-Präsident Cavegn dazu. «Auch das Lumnezia ist nicht nur heile Welt, das ist eine Utopie. Wir können nicht alle Leute und deren Verhalten kontrollieren.»

Bereits nach dem Openair Frauenfeld hinterliessen die Festivalbesucher ein grosses Chaos. Unzählige Zelte und Pavillons wurden liegen gelassen, obwohl die Besucher ein Depot hinterlassen mussten, das sie beim Aufräumen ihrer Zelte zurückerhalten hätten.

(kaf)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ruedi am 23.07.2018 14:04 Report Diesen Beitrag melden

    Wegwerfgesellschaft.....

    oder vielleicht doch eher eine Gesellschaft zum Wegwerfen.

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  • J. Gerber am 23.07.2018 13:59 Report Diesen Beitrag melden

    Bild unserer Gesellschaft

    Nach uns die Sintflut äh Abfallflut. Und keiner macht sich Gedanken.

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  • Herr Paternoster Live us de Spelunke am 23.07.2018 13:59 Report Diesen Beitrag melden

    ja genau

    ein gutes Depot von 100.-- SFr hilft 100%

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Oli Senn am 27.07.2018 07:20 Report Diesen Beitrag melden

    DEPOT!

    pro Zelt oder Pavillon 100.- Kehrichtdepot bezahlen. Allgemein gehören z. Bsp. Getränkeflaschen und Dosen mit einem hohen Depot auf den Markt.

  • Doris Ruchti am 25.07.2018 12:50 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Titel

    Könnte man nicht zum Abschluss alle gemeinsam aufräumen? Und wenn alles sauber ist, können die Leute gehen.

  • Berner Bär am 25.07.2018 08:13 Report Diesen Beitrag melden

    Es wäre interessant zu wissen,...

    ..wieviele Leute, die hier ihren Müll entsorgten, beklagen wohl die böse "Konsum- und Wegwerfgesellschaft"?

  • Einfach am 25.07.2018 07:44 Report Diesen Beitrag melden

    Es kann nichts unternommen werden?

    Ganz einfach: jeder darf genau 6 Sachen mitnehmen auf das Gelände. Jedes Teil bekommt einen Erkennungsmarke und wird fotografiert. Beim rausgehen wird kontrolliert wer was dabei hat. Pro fehlendes Teil 1000.- Strafe. So einfach ist das. Oder das Festival findet ab sofort nicht mehr statt. Noch einfacher. Immer diese Ausreden. Einfach mal hart durchgreifen, dann klappt das auch.

    • marc56 am 25.07.2018 12:48 Report Diesen Beitrag melden

      Rücksichtslos

      einfach eine verwöhnte und auf me only fokusierte gesellschaft. Die Erde gabs vor- und auch nach dem Menschen. Die Natur wirds richten..

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  • Wolf am 24.07.2018 21:28 Report Diesen Beitrag melden

    Seit ihr wieder mal am...

    Stimmungsmanipulieren? Warum drückt ihr meine Meinung, zur Tracht Prügel von Wilhelm Tell 411.... nicht ab? Schläge gibt es auch in Singapur für Abfalldelikte nicht. Und wer schlägt hat von Anfang an verloren. An Schläge gewöhnt man sich. Jedoch an den Konsequenzen höhe Bussen 4 Weekends putzen und Filme schauen, wie die Meeresbewohner Elend sterben an unserem Plastik.