Sachbeschädigungen in Baden

27. Januar 2009 15:05; Akt: 27.01.2009 15:28 Print

Vandalen-Party: Polizei ermittelt gegen Juso

von Lukas Mäder - Sie wollten für billigeren Wohnraum demonstrieren, aber der Schuss ging nach hinten los: Nachdem die Juso Aargau in Baden ein Haus besetzt hatte, kam es zu Sachbeschädigungen. Die Polizei ermittelt gegen die Verantwortlichen, während die SP Schweiz sich verhalten distanziert.

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Nicht die Spuren von Malerarbeiten: Sachbeschädigungen im Nachgang einer Juso-Party in Baden. (Bild: Tages-Anzeiger/Beat Marti)

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Am Sonntagmorgen gab es für die Jungsozialisten Aargau ein böses Erwachen. Sie hatten in der Nacht zuvor eine Aktion für günstigen Wohnraum für Familien und Junge in Baden durchgeführt — illegal. Rund 70 Personen besetzten bis morgens um 5 Uhr die Dependance Ochsen. Dumm nur: Am nächsten Morgen entdeckte die Eigentümerin des leerstehenden Hotels massive Sachbeschädigungen und den Diebstahl von Lebensmitteln. «Ich habe Anzeige gegen Unbekannt wegen Hausfriedensbruch, Sachbeschädigung und Diebstahl eingereicht», sagt Christine Zehnder, Geschäftsführerin der Verenahof AG.

Sachbeschädigungen schwierig nachzuweisen

Die Kantonspolizei Aargau hat nun Ermittlungen aufgenommen und hat dabei auch die verantwortlichen Personen der Jungsozialisten (Juso) im Visier. «Wir werden die Verantwortlichen befragen müssen, auch wenn sie nur eine politische Aktion durchführen wollten», sagt Polizei-Sprecher Bernhard Graser. Sie dürften auch wegen Hausfriedensbruch zu belangen sein. Schwieriger wird es mit den Sachbeschädigungen, denn die Juso behauptet, davon nichts mitbekommen zu haben. «Jemandem die Sachbeschädigungen nachzuweisen, dürfte schwierig sein», sagt Graser.

Juso-Präsident Cédric Wermuth bedauert, dass es zu Vandalenakten kam: «Es ist zwar unklar, ob es unbekannte Gäste der Party waren. Aber die Chance ist gross.» Es seien aber sicher keine Juso-Mitglieder gewesen. Überhaupt sieht Wermuth nicht die Juso Schweiz in der Verantwortung: «Organisiert hat das aber die Juso Aargau», sagt er. Dort sei er nur normales Mitglied. Auf die Frage, ob er die Aktion mitorganisiert habe, sagt Wermuth ausweichend: «Das war eine spontane Party. Da muss man nicht viel organisieren.» Von der Polizei hat Wermuth aber noch nichts gehört. «Ich habe Kontakt aufgenommen, um zu sagen, was passiert ist», sagt er. Eine Antwort habe er von der Kapo aber noch nicht erhalten.

SP kann sich zu Distanzierung durchringen

Ebenfalls informiert hat Wermuth seine Mutterpartei, die SP Schweiz, deren Vizepräsident der 22-Jährige zusätzlich ist. «Ich habe die Rückendeckung der Parteileitung erhalten», sagt er. Trotzdem will er das Thema an der nächsten Präsidiumssitzung Anfang Februar nochmals einbringen.

Bei der SP Schweiz selbst ist das Thema Hausfriedensbruch offenbar heikel. So will Präsident Christian Levrat selbst keine Stellung nehmen, sondern verweist an das Parteisekretariat. «Das ist nicht der Weg, den die SP beschreiten würde», sagt dort SP-Sprecher Andreas Käsermann zur illegalen Aktion. Die Partei unterstütze zwar das Anliegen, bevorzuge aber den politischen Weg, sagt er weiter. Erst nach mehrmaligem Nachhaken kann sich Käsermann zu einem Statement zum Rechtsstaat durchringen: «Wir distanzieren uns vom Hausfriedensbruch, weil das nicht der Weg der SP Schweiz ist.»

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Steuervogt am 27.01.2009 16:46 Report Diesen Beitrag melden

    Steuern zahlen

    Würd mich mal wunder nehmen wer von diesem Pack in seinem Leben schon je 1 Fr. Steuern bezahlt hat und darum versteht woher das Geld der Öffentlichkeit für solche Sachen kommt.... vermutlich keiner.

  • Jenny am 27.01.2009 17:42 Report Diesen Beitrag melden

    Ihr habt doch keine Ahnung

    Wer in Baden wohnhaft ist versteht die ganze Aktion! Die schwer überteuerten Wohnungen sind unzumutbar! wenn man dagegen angehen will, wiso nicht so? es ist zwar nicht in Ordnung das randaliert wurde, jedoch interessiert es ja sonst auch niemanden was in dem leerstehenden Gebäude vor sich geht!

  • Elmor am 27.01.2009 16:36 Report Diesen Beitrag melden

    Wehe...

    ...es hätten in Baden 2 Rechtsextreme im Suff "Sieg H..." geschrieen. Die SVP wäre an allem Schuld und ein RIESENGESCHREI ginge durch die Medienlandschaft. Aber Linke dürfen tun und lassen was sie wollen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Elias am 28.01.2009 10:49 Report Diesen Beitrag melden

    Sehr Geehrte Damen und Herren

    Ich habe vollende Fragen an euch und die Redaktion: 1. Wie kann es sein das es in einem Verlassenen Gebäude Esswaren hat? 2. In denn meisten Zeitungen steht das die Sachbeschädigung in anderen Gebäude begangen wurde wie kann das sein? (Liebe Redaktion bitte besser abklären bevor ihr die Berichte s

  • der Denker am 28.01.2009 10:07 Report Diesen Beitrag melden

    oh ihr Jammerlappen

    wenn 68'000'000'000 Franken in die UBS verlocht werden, damit sich ein paar Banker bereichern können, interessiert das niemand. Wenn aber ein paar tausen Fränkli Sachschaden an Häusern, die sowieso leer stehen, entstehen, sind alle am jammern wie kleine Kinder, denen man den Nuggi weggenommen hat.

  • observer am 27.01.2009 23:29 Report Diesen Beitrag melden

    und wieder zeigten sie...

    ...wes geistes kind sie sind. im fahrwasser der linken gedeihen chaos, anarchie und parasitentum.

  • stef am 27.01.2009 20:23 Report Diesen Beitrag melden

    ist doch gerecht!

    Bei uns im Dorf stehen min. 4 Häuser leer, warum sollten wir Jugendliche die Leerstehenden Häuser denn nicht benutzen? Niemand braucht sie !!! Die meisten stehen schon seit 3-5 Jahren leer!! Und ich glaube das viele Jugendliche sie gut brauchen könnten vorallem im Kanton Aargau!!

  • Sirach am 27.01.2009 19:35 Report Diesen Beitrag melden

    Ach Leute, kommt schon...

    Das war doch klar... Das ist eben die neue Freiheit in der Schweiz. Dazu braucht es doch keinen Respekt vor dem Eigentum anderer. Das wär viel zuviel verlangt... Fazit: Dumpfbacken werden auch übermorgen nicht ausgestorben sein...