Missbrauch in Arbon?

18. Juli 2013 10:43; Akt: 18.07.2013 14:20 Print

Vater des Mädchens fordert harte Strafen

von Tanja Bircher - Nach der mutmasslichen Vergewaltigung eines 5-jährigen Mädchens in Arbon verlangt der Vater Gerechtigkeit: Er hofft auf eine angemessene Strafe für die Täter.

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In diesem kleinen Waldabschnitt in Arbon TG soll am 8. Juli 2013 ein 13-Jähriger ein fünfjähriges Mädchen vergewaltigt haben. (Bild: zVg)

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Wie geht es Ihren Kindern jetzt?
Guido H.*: Sie sind beide total durch den Wind. Deswegen sind wir auch ins Ausland gefahren, um sie aus der Schusslinie zu nehmen. Mein Sohn macht sich Vorwürfe, er sagt, er hätte seiner Schwester helfen sollen. Er ist in sich gekehrt, spricht wenig, sitzt herum und hat Angst, auf den Spielplatz zu gehen. Meine Tochter verhält sich heute zum ersten Mal wieder ein bisschen normaler. Die letzten Tage war sie still und wirkte nachdenklich, als würde sie durch einen durchschauen. Über die Tat sprechen wollen beide nicht mehr.

Wie werden Ihre Kinder betreut?
Wir haben am nächsten Dienstag einen Termin bei der Opferhilfe Thurgau, wir gehen alle vier zusammen hin. Was uns dort erwartet, weiss ich nicht. Ich hoffe einfach, sie können meinen Kindern helfen.

Sie haben mit einem der beiden Täter gesprochen. Wie hat er reagiert?
Ich habe ihn zusammen mit meinem Sohn zur Rede gestellt. Er stritt die Tat zuerst ab, sagte, er wisse nicht, wovon ich spreche. Als mein Sohn ihn als Lügner bezichtigte, gab er es zu. Er schien eingeschüchtert, aber entschuldigt hat er sich nicht. Auch seine Eltern nicht, obwohl die wissen, wo wir wohnen. Wir haben seit dem Tag nichts mehr von ihnen gehört.

Was sollte aus Ihrer Sicht mit den Tätern geschehen?
Ich glaube, dass die beiden eine psychologische Betreuung brauchen. Die Polizei hat uns gegenüber gesagt, die beiden würden wohl nicht allzu sehr bestraft, da man ihnen ihre Zukunft nicht ruinieren wolle. Aber was ist mit der Zukunft meiner Kinder? Die ist bereits ruiniert. Ganz ehrlich, meinetwegen können sie sie wegsperren, irgendwohin, wo sie keinen Kindern mehr etwas antun können. Ein Heim oder auch ein Gefängnis wäre das Richtige.

Die beiden Täter wohnen in Ihrer Nachbarschaft. Wie werden Sie nach Ihrer Rückkehr damit umgehen?
Ja, wie werden wir damit umgehen? Das ist eine gute Frage. Solange die Täter noch auf freiem Fuss sind, werde ich sie nicht mehr aus den Augen lassen. Wir werden dafür sorgen, dass unsere Kinder nie allein draussen sind. Entweder begleiten wir sie oder stellen sicher, dass sie mit befreundeten Eltern unterwegs sind. Ein Umzug ist kein Thema, ich will meine Kinder nicht entwurzeln, insbesondere nicht nach dem, was jetzt geschehen ist. Sie haben ihre Freunde und ihre vertraute Umgebung hier. Wir haben ihnen einen Alarmstift gekauft, daran können sie ziehen, wenn sie in Gefahr sind und das hört dann die ganze Umgebung.

Heisst das, dass Ihre Kinder wieder normal zur Schule und in den Kindergarten gehen werden?
Davon gehe ich aus. Ich weiss allerdings nicht genau, was uns erwartet, wenn wir nach Hause kommen. Die Jugendanwaltschaft und die Polizei sollten die Schule informieren, die müssen das ja wissen. Aber das werden wir alles nächste Woche erfahren.

Wie war die Zusammenarbeit mit den Behörden für Sie?
Tipptopp. Die Polizei war an jenem Tag sofort vor Ort. Auch die Jugendanwaltschaft und die Seelsorge haben sich umgehend eingeschaltet. Sie scheinen den Fall zum Glück sehr ernst zu nehmen.

*Name von der Redaktion geändert