Terminaler Rektumkrebs

13. Juni 2019 21:32; Akt: 13.06.2019 21:32 Print

Florian (34) kämpft mit Crowdfunding gegen Krebs

Florian Schild (34) ist dreifacher Familienvater und lebt in Hongkong. Bei ihm wurde Krebs diagnostiziert. Er braucht Hunderttausende Franken, um zu überleben.

Darum braucht Florian Schild Hunderttausende Franken. (Video: 20M)
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Einen Tag vor dem Geburtstag seines jüngsten Sohnes erhielt Florian Schild die Diagnose Terminaler Rektumkrebs, der sich bis in die Leber ausgebreitet hatte. Die Nachricht traf die Familie des Schweizers, die seit drei Jahren in Hongkong lebt, unvorbereitet: «Wir leben gesund, sind sportlich, rauchen nicht und trinken kaum», sagt seine Frau Cherie. «Damit hätten wir nie gerechnet.»

Wie sie den drei Kindern die Nachricht überbringen soll, wisse sie immer noch nicht. Doch das ist nicht das einzige Problem: Florian braucht schnell Hilfe. Und die ist teuer. Zwei grössere Operationen, um den Krebs im Rektum und der Leber zu entfernen, wurden bereits am 5. Juni durchgeführt. «Sie verliefen gut und wir hoffen, dass mein Mann am Sonntag aus dem Spital entlassen werden kann», so Schild.

«Dann ist es vielleicht zu spät»

In Kombination mit einer anschliessenden Chemotherapie und zielgerichteten Therapien betrage die Chance auf Heilung nun etwa 40 Prozent. Trete keine Heilung ein, betrage die Lebenserwartung ihres Mannes mit Chemotherapie noch etwa zwei bis drei Jahre.

Ohne Therapie würden Studien von einer Lebenserwartung von noch etwa einem halben Jahr ausgehen. «Es ist sehr wichtig, dass mein Mann nach den Operationen so schnell wie möglich mit der Chemotherapie und den zielgerichteten Behandlungen beginnen kann», sagt Schild. «Je länger wir warten, desto grösser ist die Chance, dass der Krebs zurückkommt und sich ausbreitet. Dann ist er vielleicht nicht mehr zu operieren.»

«Er wollte das Crowdfunding nicht»

Das Problem sei, dass öffentliche Spitäler in Hongkong lange Wartelisten hätten. Noch immer warte die Familie auf einen Termin beim Onkologen. «Das kann noch Wochen dauern», sagt Ehefrau Schild. «Diese Zeit haben wir nicht.» Ihr Mann benötige so schnell wie möglich eine weiterführende Behandlung, die sie privat finanzieren müsse. Die Krankenkasse übernehme nur etwa 10 bis 15 Prozent der Kosten. Weil der Familie das Geld dafür fehlt, griff Cherie Schild zu einer ungewöhnlichen Methode

Sie hat ein Crowdfunding auf der Plattform GoGetFunding gestartet. Rund 250'000 Franken will sie so sammeln. «Mein Mann wollte das erst nicht», sagt Schild. «Das ist wohl seine Schweizer Mentalität. Er will seine Probleme selbst lösen und nicht Fremde um Hilfe bitten.»

Chemo kostet 200'000 Franken

Eine Rückkehr in der Schweiz sei aber keine Option, denn ob und wie schnell die Krankenkasse hier nach einer Rückkehr die Leistungen bezahlen würde, sei unklar. Also habe sie begonnen, den Freundeskreis ihres Mannes, der der diesjährige Topscorer der Expat-Fussballmannschaft Swiss XI sei, nach Unterstützung zu fragen. Nach wie vor fehlt aber viel Geld. «Meine Verwandten und Bekannten können uns nicht helfen», sagt Cherie Schild.

Die Familie habe aber keine andere Wahl als das Crowdfunding. Allein eine Chemotherapie während eines halben Jahres koste 200'000 Franken, die Operationen schlagen mit etwa 75'000 Franken zu Buche.

Ein Drittel des Geldes ist bereits eingegangen. «Wir wollen allen unseren Unterstützern Danke sagen», sagt Schild. Ihr Mann könne zurzeit nicht mit den Medien sprechen, weil er geschwächt sei. «Er ist sehr bewegt und gerührt von der Unterstützung», sagt Cherie Schild. «Er sagt danke, indem er jeden Tag dafür kämpft, dass es ihm besser geht.»

Das Crowdfunding für Florian Schild kann auf der Plattform GoGetfunding.com/saveflorianschild unterstützt werden.

(ehs)