1,5 Meter Abstand

27. April 2019 16:06; Akt: 28.04.2019 15:10 Print

Velofahrer demonstrieren gegen Auto-Rowdys

Die Velo-Lobby will, dass Autofahrer mindestens 1,5 Meter Abstand halten müssen, wenn sie Velos überholen. Zur Kontrolle soll die Polizei spezielle Radargeräte anschaffen.

Wir haben nachgemessen, mit welchem Abstand Autofahrer Velos überholen. (Video: P. Stirnemann/ E. van der Sman)
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Bis jetzt stösst die Forderung beim Bundesrat auf taube Ohren: Während in zahlreichen europäischen Ländern ein seitlicher Abstand von 1 bis 2 Metern beim Überholen von Velos vorgeschrieben wird, lehnt der Bundesrat eine solche Vorschrift ab. Sie wäre kaum zu kontrollieren, schrieb die Regierung im Februar in einer Antwort auf einen entsprechenden Vorstoss von FDP-Nationalrat Rocco Cattaneo. Das Gesetz verlangt heute bloss «ausreichend Abstand».

Am Samstag demonstriert Pro Velo darum für den Mindestabstand. Velofahrer werden mit «Badenudeln» auf dem Gepäckträger – es sind dies Plastikschlangen, wie man sie im Aquafitness braucht – durch Bern fahren. Zugleich wird eine Petition für den Überholabstand lanciert. Die Forderung: mindestens 1 Meter Abstand in verkehrsberuhigten Zonen, 1,5 Meter ab Tempo 50.

Velofahrer demonstrieren gegen Auto-Rowdys

Pro Velo ruft nach Messgeräten

Der Verein Pro Velo will damit den Druck auf die Politik erhöhen: «Jeder zehnte Unfall passiert beim Vorbeifahren oder Überholen. Es sind sehr oft schwere Unfälle», sagt Juerg Haener von Pro Velo. Das Problem verschärft sich laut der Lobby-Organisation laufend, da die Autos immer breiter würden.

Das Argument des Bundesrates, ein Mindestabstand sei nicht durchsetzbar, findet Haener schwach. «In unserer hochentwickelten Ära wäre es ein Armutszeugnis, wenn dieser Abstand nicht kontrollierbar wäre.» Im Ausland setze die Polizei bereits Radargeräte ein, die den Abstand beim Überholen messen würden. «Auch ein Neuenburger Ingenieur hat ein Gerät entwickelt, mit dem man den Abstand messen kann.»

Sensibilisierung und Bussen

Im britischen Leeds etwa können Bussen ausgesprochen werden, wenn Autofahrer zu knapp überholen. Auch in Salzburg hat die Verkehrspolizei ein entsprechendes Messgerät angeschafft – obwohl in Österreich wie in der Schweiz der Mindestabstand im Gesetz nicht beziffert wird. Friedrich Schmidhuber von der Salzburger Verkehrspolizei sagt darum: «Bei dem Gerät handelt es sich in erster Linie um ein Mittel, das die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf das Problem des zu geringen Seitenabstandes lenken soll.»

Für den Mindestabstand spricht sich CVP-Nationalrat Thomas Ammann aus: «Eine klare Bestimmung im Gesetz wäre ein Signal an Autofahrer, Rücksicht zu nehmen.» Ihm schwebe eine Busse von 50 bis 60 Franken vor. Es gehe ihm aber nicht darum, die Bussenkasse zu füllen, sondern Autofahrer für das Problem zu sensibilisieren. «Umgekehrt erwarte ich von allen Velofahrern, dass sie sich an die Regeln halten, auf Fussgänger Rücksicht nehmen und bei Rot anhalten.»

Für FDP-Nationalrat Kurt Fluri wäre ein Mindestabstand hingegen «übertrieben»: «Ich bin auch für den Schutz von Velofahrern. Mit einer solchen Vorschrift würden sie aber gegenüber Autofahrern privilegiert, ein flüssiger Gegenverkehr würde vielerorts verunmöglicht.» Fluri bezweifelt, dass die neue Vorschrift die Sicherheit erhöhen würde. «Ob ein Überholen vernünftig ist, hängt unter anderem von der Art der Strasse ab.» Der Autofahrer müsse das situativ entscheiden.

(daw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Daniel Zurkinden am 27.04.2019 16:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Soll für beide gelten

    ...ich hoffe das gilt dann aber auch für Velofahrer, die halsbrecherisch Autos überholen um dann das Rotlicht zu überfahren.

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  • Bernero am 27.04.2019 16:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Denn sie wissen nicht was sie verlangen!

    Das heisst im Klartext 50 cm. Abstand zum Gehsteig und 1.5 m. Beim Überholen 1.5m dann braucht ein Velofahrer 2 m! Bitte Alle Velofahrer mindestens Fr. 300.-Velosteuern abgeben für breitere Strassen ! Bonn selber Radfahrer kam mich aber an die Strassenregeln halten.

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  • palmer76 am 27.04.2019 21:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    velo

    Warum velofahrer immer denken sie kommen zu kurz oder seien benachteiligt sie fahren über rot ohne licht gibt selten wird es gebüsst und wenn etwas pasiert sind die autofarer schuld

Die neusten Leser-Kommentare

  • marina B. am 29.04.2019 00:08 Report Diesen Beitrag melden

    Aber richtig

    Die sollen sich zuerst mal richtige Velos kaufen. Mit Stossstange und so.

  • Anton am 28.04.2019 23:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gehts noch?

    Erst mal Verkehrsregeln einhalten , dann fordern..

  • Stefan am 28.04.2019 23:22 Report Diesen Beitrag melden

    Jeder hat ein sturer gring

    Ja ja und dann noch die, wo den velo weg verfehlen trotz signalisation! Ich kann beides nachvollziehen, doch meine ich, dass es miteinander besser geht!

  • Spider am 28.04.2019 22:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Radfahrer und Autofahrer

    Kein Problem, diese 1.5 m Mindestabstand einzuhalten, wenn der Radfahrer seine 30 cm Maximalabstand zum Strassenrand auch einhält

  • Auch Fordernder am 28.04.2019 22:33 Report Diesen Beitrag melden

    Velofahrer und Gesetze?

    Mit welchem Abstand werden die Fussgänger überholt? 20cm? Solange die Fahrradfahrer lieber auf den Trottoir fahren als auf dem Radstreifen, braucht es nicht einmal einen Meter.