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01. August 2015 06:18; Akt: 21.12.2018 14:13 Print

Verfolgen Sie die Zuwanderung in Echtzeit

von Nikolai Thelitz - Schauen Sie live zu, wie viele Ausländer jede Sekunde in die Schweiz kommen, wie viele bleiben und was dies für den Schweizer Staatshaushalt bedeutet.

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72'000 Personen sind im ersten Halbjahr 2015 in die Schweiz eingewandert, meist aus EU/Efta- Staaten. Das gibt alle 3 Minuten und 39 Sekunden einen neuen Bewohner. Die Zahl der Einwanderer ist im Vergleich zur Vorjahresperiode um 2,2 Prozent gestiegen. Die Nettozuwanderung nahm aber trotzdem ab, da die Zahl der Auswanderer stieg. Wird ein Asylgesuch abgelehnt, so kann die Person selbstständig abreisen oder aber die Schweizer Behörden schaffen sie zurück. 6321 s olcher Rückschaffungen hat es 2014 gegeben. Rund 3600 davon gingen ins Heimatland, 2400 wurden in den Dublin-Staat, der für das Asylgesuch des Flüchtlings verantwortlich ist, zurückgeführt. Die allermeisten Ausländer, die Fuss auf Schweizer Boden setzten, gehen bald wieder. Die Schweiz verzeichnet jedes Jahr 8,6 Millionen internationale Besucher, was sie auf Patz 32 der weltweit beliebtesten Feriendestinationen bringt. Die internationalen Touristen bescheren der Schweizer Wirtschaft jährlich 15,5 Milliarden Franken Einnahmen, das ergibt Platz 18 auf der Weltrangliste. Die Flüchtlingswelle vom Mittelmeer macht sich auch in der Schweizer Asylstatistik bemerkbar. 23 765 Gesuche gingen letztes Jahr in der Schweiz ein, was einer Zunahme von rund 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. In 15'500 Fällen gab es einen positiven Bescheid - oft aber nur vorübergehend, da eine Rückschaffung nicht möglich ist. Alle 8 Minuten packt ein Ausländer die Koffer und wandert wieder aus. Im ersten Halbjahr des laufenden Jahres waren es insgesamt 34'000 Personen, die der Schweiz den Rücken gekehrt haben. Die Zahl der Auswanderer ist im Vergleich zur Vorjahresperiode um 8,3 Prozent gestiegen. Das zahlt der Bund pro Tag an Kantone und Gemeinden für die Unterbringung, Verpflegung und Betreuung von Asylbewerbern. Überschreiten die Kosten die Pauschale, müssen die Gemeinden für die Zusatzkosten selber aufkommen. Wer Asyl beantragt, kostet die öffentliche Hand im Schnitt 1500 Franken im Monat, davon fallen 1200 Franken bei der Sozialhilfe an. Unter dem Strich profitiert die Schweiz von den Ausländern. Vor allem gut Ausgebildete zahlen mehr an Steuern und Sozialabgaben ein, als sie den Staat kosten. So spülen Ausländer jedes Jahr 6,5 Milliarden Franken in die Staatskasse. Auch Luxemburg kann in ähnlichem Mass von seinen Einwanderern profi tieren, während in Frankreich oder Deutschland die Ausländer mehr kosten, als sie zahlen.

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Alle 3,6 Sekunden trifft ein Ausländer in der Schweiz ein. In unserem vom britischen «Mirror» inspirierten Live-Counter können Sie sehen, wie viele Ausländer die Schweiz schon betreten haben, seitdem Sie mit der Lektüre dieses Artikels angefangen haben:

Insgesamt kommen 16 Ausländer pro Minute in der Schweiz an, das sind 1000 pro Stunde oder 24'000 am Tag. Allerdings kommen längst nicht alle, um zu bleiben: Fast alle dieser Leute sind Touristen. 8,6 Millionen internationale Ankünfte verzeichnet die Schweiz laut BFS jedes Jahr, was sie auf Platz 32 der beliebtesten Feriendestinationen bringt. Seit Aufruf dieses Artikels sind also

in der Schweiz angekommen. Die Zahl der Ausländer, die sich hier niederlassen, ist sehr viel kleiner. Rund 72‘000 waren es im ersten Halbjahr 2015. Geht man davon aus, dass die Einwanderung mit dieser Geschwindigkeit weitergeht, sind seit Beginn der Lektüre genau

in der Schweiz angekommen. Es dauert 3 Minuten und 39 Sekunden, bis ein neuer Einwanderer in der Schweiz eintrifft. Gleichzeitig gibt es auch Ausländer, die die Schweiz wieder verlassen. Rund 34'000 Personen haben im ersten Halbjahr 2015 der Schweiz den Rücken gekehrt. Bis jetzt sind das

Alle acht Minuten packt ein Ausländer seine Koffer und geht. Die Nettozuwanderung, also Anzahl Einwanderer minus Anzahl Auswanderer, belief sich im ersten Halbjahr 2015 auf rund 35'000 Personen. Während die Zuwanderung im ersten Halbjahr um 2,2% gestiegen ist, nahm die Abwanderung um 8,3% zu, so dass die Netto-Zuwanderung im Vergleich zur Vorjahresperiode um 5,4% gesunken ist.

Die Zahl der Flüchtlinge, die in der Schweiz Asyl beantragt hat, ist hingegen gestiegen. Mit 23'765 Gesuchen gingen letztes Jahr rund zehn Prozent mehr Gesuche gegenüber dem Vorjahr ein. Im Schnitt ersucht alle 23 Minuten jemand um Asyl in der Schweiz.

Von diesen Asylbewerbern dürfen etwa zwei Drittel bleiben. Wenn ein Gesuch abgelehnt wird, reisen einige von selbst ab, andere werden vom Bund ausgeschafft. Insgesamt wurden seit dem Klick auf den Artikel bis jetzt

vorgenommen. 1 Stunde und 25 Minuten vergehen im Schnitt, bis eine Ausschaffung vorgenommen wird. Während dem Asylprozess zahlt der Bund pro Tag an Kantone und Gemeinden für die Unterbringung, Verpflegung und Betreuung von Asylbewerbern eine Pauschale von 1500 Franken. Bis jetzt wurden so

an die Kantone ausgeschüttet. Überschreiten die Kosten die Pauschale, müssen die Gemeinden für die Zusatzkosten selber aufkommen.

Doch wie wirkt sich die Einwanderung finanziell auf die Schweiz aus? Laut International Migration Outlook 2013, einem Bericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), ist die Schweiz eines der Länder, die am meisten von der Einwanderung profitieren können. 6,5 Milliarden Franken zahlen Ausländer jedes Jahr mehr in den Staatshaushalt ein, als sie kosten. Seit Beginn der Lektüre haben Einwanderer gemäss diesen Zahlen also unter dem Strich

zum Schweizer Staatshaushalt beigetragen. Doch nicht alle europäischen Länder können derart profitieren: Während in Luxemburg die Bilanz ähnlich positiv wie in der Schweiz ausfällt, kosten Ausländer in Deutschland oder Frankreich mehr, als von ihnen eingezahlt wird.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • peter kolb am 01.08.2015 06:42 Report Diesen Beitrag melden

    Das verstehe ich nicht!

    Warum zahle ich dann seit Jahren, dauernd mehr Steuern und Abgaben?

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  • Tom Thaler am 01.08.2015 09:56 Report Diesen Beitrag melden

    Milchbüechlirechnung

    Dann wird also unser "Staat" immer reicher, weil immer mehr Menschen in die Schweiz kommen? Diese abenteuerliche Rechnung würde ich gerne einmal im Detail sehen... das Geheimnis dürfte - wie fast immer - im Zeitfenster der Betrachtung liegen.

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  • Reinhard Oettiker am 01.08.2015 10:12 Report Diesen Beitrag melden

    Zuwanderung bringt Geld?

    Dann begreif ich nicht, weshalb dauernd gejammert wird, dass die AHV zu Grunde geht, die Erweiterung der Infrastruktur nicht finanzierbar sei, die Steuern und Gebühren dauernd steigen, man dauernd und überall den Bürgern noch mehr schröpfen muss, wenn doch Abermilliarden durch Zuwanderer in die Kassen fliessen? Wo bleibt denn das ganze Geld, dass die Zuwanderer bringen?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Fredi am 02.08.2015 12:25 Report Diesen Beitrag melden

    Läppli

    Und wenn sich dann noch jeder so benehmen würde, wie Theophil Lappli am Zoll, würde es bald keine Zöllner mehr geben - oder einen kilometer lanen Stau

  • Karl Moser am 02.08.2015 08:57 Report Diesen Beitrag melden

    Grenzen dicht

    Ungarn, Österreich, Frankreich, England und andere machen ihre Grenzen dicht. Ist doch klar, dass da der Druck in die "offene" Schweiz noch grösser wird.

  • Rico am 02.08.2015 00:56 Report Diesen Beitrag melden

    Profit.

    Die Schweiz profitiert. Deren durchschnittliche Bewohner jedoch nicht.

  • Marco Kälin am 01.08.2015 23:16 Report Diesen Beitrag melden

    Theorie und Praxis stimmen nicht

    Das ist eine theoretische Rechnung die nicht aufgeht, nicht aufgehen kann und auf Statistiken beruht, die nicht halten was in ihnen steht. Es ist ja schön anzusehen wie viel die Schweiz da so eingenommen hat, seit der Artikel läuft nur bei den Ausgaben bin ich dann gar nicht einverstanden weil sie komplett verfälscht sind. Die Kosten sind um ein vielfaches höher als uns da weiss gemacht wird und somit eine nicht repräsentative Mitteilung.

  • tinu am 01.08.2015 22:33 Report Diesen Beitrag melden

    Eine nette

    ...Darstellung von Zahlen, welche nie und nimmer so errechnet werden können.... überlegt doch mal, wie viele Kosten, welche die Einwanderung verursacht, nicht berücksichtigt sind. Polizei, Richter, Verteidiger, Sondersettings, gratis Sprachschule, Zuschüsse für Krankenkassen Prämien, IV Zahlungen, RAV Zahlungen. Wie gesagt, dieser Zahlensalat widerspiegelt nie und nimmer die Realität. Sonst würde ja das BIP pro Kopf nicht seit Jahren stagnieren. Wie bitte wollt ihr das erklären? Eben.