Digitalisierung

16. Juli 2018 09:33; Akt: 16.07.2018 09:33 Print

Verkehrs-App sagt gefährliche Stellen voraus

Ein Forschungsteam der ETH und Universität St. Gallen hat eine App entwickelt, die den Autofahrer frühzeitig vor Gefahren im Strassenverkehr warnt.

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Die App Avertu warnt Autofahrer vor Gefahrenstellen im Strassenverkehr und hilft so, Unfälle zu vermeiden. Seit kurzem ist sie für Android-Geräte erhältlich. Hinter Avertu stecken die Wissenschaftler André Dahlinger, Benjamin Ryder und Bernhard Gahr von der Universität St. Gallen und der ETH Zürich. Sie haben während drei Jahren an der Entwicklung gearbeitet und unter anderem mit dem TCS zusammengespannt.

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Die App ist im Hintergrund aktiv, während Autofahrer etwa mit Google Maps oder einer sonstigen Navigations-App unterwegs sind. Sie sorgt dafür, dass die Warnungen während der Fahrt in diesen Apps eingeblendet werden, wenn sich Autofahrer einer gefährlichen Stelle nähern.

Datensätze der Astra

Die Warnhinweise stützen sich einerseits auf Datensätze des Bundesamt für Strassen (Astra), die in der App hinterlegt sind. «Diese Daten zeigen, an welchen Stellen sich Unfälle gehäuft haben und was die Unfallursache war», sagtt André Dahlinger.

Die Datensätze des Astra werden einmal im Jahr aktualisiert. So können neue Spots dazukommen oder wieder wegfallen. Da die App in Zukunft aber nicht nur Orte anzeigen soll, an denen bereits viele Unfälle passiert sind, sondern auch gefährliche Stellen voraussagen soll, wertet die App andererseits Daten aus, die während der Fahrt aufgezeichnet werden.

«Wir analysieren beispielsweise, an welchen Stellen vermehrt stark gebremst wird oder scharfe Manöver gefahren werden», sagt Dahlinger. Die Daten würden verschlüsselt und anonymisiert übertragen. «Wir können niemanden identifizieren.» Die App habe ausserdem einen Test der ETH-Ethik-Kommission überstanden und der User könne jederzeit die Löschung der Daten verlangen.

Warnungen in Auto-Navis

Die App befinde sich momentan noch nicht dort, wo sie die Entwickler haben wollten. Zum einen sollen die Features der Applikation in Zukunft auch für andere Apps verfügbar sein, zum anderen wollen sich die Entwickler mit Fahrzeugherstellern in Verbindung setzen, um die Warnungen künftig auch in den bereits eingebauten Navis einblenden zu können.

So sieht eine Beispielswarnung in der App aus. (Video: Avertu)

«So weit sind wir allerdings noch nicht», so Dahlinger. Für eine Weiterentwicklung sei das Forschungsteam auf die Feedbacks der Nutzer angewiesen. Dafür gibt es in der App die Möglichkeit, Nachrichten an die Entwickler zu senden.

Die Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU) begrüsst Applikationen wie Avertu. «Grundsätzlich unterstützen wir Technologien, die zur Verkehrssicherheit beitragen», sagt Marc Kipfer, Mediensprecher der BfU. Es existierten bereits Programme, die Verkehrsdaten auswerten würden. «Es ist allerdings sehr gut, wenn diese Möglichkeiten auch der breiten Masse zur Verfügung stehen.»

(stv)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Huge Risk am 16.07.2018 09:39 Report Diesen Beitrag melden

    Neue Gefahr

    Während wir stets auf eingeblendete Gefahren am Display schauen ensteht eine neue Gefahr dass wir nicht auf die Strasse schauen.

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  • Igel am 16.07.2018 09:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schrecklich

    Wenn man Vorausschauend Auto fährt, ohne Handy am Ohr, braucht es diese App nicht. Ich jedenfalls nicht.

  • Fahrer am 16.07.2018 09:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Apper Was?

    Vieleicht schaut man einfach verantwortungsvoll auf die Strasse. Punkt

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Die neusten Leser-Kommentare

  • D H am 17.07.2018 19:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verkehrsapp

    Es gibt keine Gefahren die grösste Gefahr sind dieMenschen selber.Viele Leute machen alles mögliche im Auto aber nicht Autofahren!!!In den 90er sind die Leute besser Auto gefahren.

  • Weltenbummler am 17.07.2018 13:55 Report Diesen Beitrag melden

    Das wäre eine himmlische Hilfe

    Schon einmal eine schwarze Lomada auf schwarzem Grund mit vorgeschriebenen 40 kmh überhoppst. Das kann man auf Strassen im Ausland öfter antreffen! Nicht signalisiert und bei entsprechendem Sonnenstand verherend...Die Warnung müsste allerdings akkustisch erfolgen,

  • Kantonspolizei am 17.07.2018 12:19 Report Diesen Beitrag melden

    Ihre

    Die Montage des Mibiles auf Foto 3 würde zu einer Busse wegen Sichtbehinderung führen.

    • Domino am 17.07.2018 17:11 Report Diesen Beitrag melden

      bitte genau schauen

      Das Mobile ist auf dem Armaturenbrett, nicht an der Scheibe montiert. So ist es erlaubt.

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  • Stef Eich am 17.07.2018 11:55 Report Diesen Beitrag melden

    Vielleicht nicht mehr fahren

    Wenn man so ein App nun auch noch braucht zum Autofahren dann sollte man vielleicht besser nicht mehr Autofahren. Den dann hat man die Augen nicht mehr auf den Verkehr gerichtet und gefährdet um so mehr!

  • roger federbälle im sack am 17.07.2018 11:46 Report Diesen Beitrag melden

    dann kann man die asozialität umgehen

    sagt es auch voraus wo sich schweizer befinden?