Online-Portale

10. Januar 2012 13:15; Akt: 10.01.2012 14:33 Print

Verleger und SRG spannen zusammen

Die SRG und die Verleger glauben an eine gemeinsame Online-Zukunft. Man sei sich in Gesprächen näher gekommen. Und: Die neue gemeinsame Plattform müsse für beide Seiten eine Win-Win-Lösung sein.

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Hanspeter Lebrument, Präsident der Verleger (li.) und der neue SRG-Präsident Raymond Loretan glauben an eine gemeinsame Internet-Zukunft.

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Die privaten Medienhäuser und die SRG SSR wollen im umkämpften Zukunftsmarkt Online aufeinander zugehen. Verlegerpräsident Hanspeter Lebrument und SRG-Präsident Raymond Loretan sind sich darin einig, dass in harten, aber fairen Diskussionen für beide Seiten akzeptable Lösungen möglich sind.

Lebrument erinnerte am Dienstag an der Dreikönigstagung des Verbandes Schweizer Medien in Zürich daran, dass in der Vergangenheit gemeinsame Projekte beim Teletext oder in der Fernsehwerbung nicht von Erfolg gekrönt gewesen seien. Eine langfristige, ehrliche Partnerschaft im Online müsse nun das Ziel der gemeinsamen Bemühungen sein.

Gemeinsame Plattform

Es gebe Hinweise, dass dies gelingen könnte, sagte Lebrument weiter. In drei Arbeitsgruppen versuchen die Verleger und die SRG derzeit, Lösungen für Inhalte und Werbung im Online-Geschäft zu finden. Persönlich sei er der Meinung, dass eine gemeinsame Plattform geschaffen werden könnte, sagte Lebrument.

Die SRG könnte vor allem ihre audiovisuellen Beiträge, und die privaten Medienhäuser könnten ihre Texte an das gemeinsame Online-Dach liefern. Der Teletext sollte in die nationale Nachrichtenagentur SDA eingegliedert werden. Die Erträge aus dem Online, vor allem die Werbeeinnahmen, sollten den privaten Medien zugutekommen.

Die SRG habe durch die Neugestaltung der Nutzungsgebühren in hohem Masse vom Online profitiert. Aus der Nutzungsgebühr sei eine flächendeckende Haushaltsabgabe geworden, die der SRG wesentlich mehr Einnahmen beschert habe.

Die privaten Medien hätten nur dann im Online-Markt eine Chance, wenn sie die im Online-Geschäft erzielten Erlöse möglichst direkt erhielten. Das bedeute, dass es in diesem Geschäft gleich lange Spiesse geben müsse.

Mit anderen Worten: Der Erfolg der privaten Medien im Online hängt wesentlich davon ab, dass sie Bezahlmodelle realisieren können. Gratis-Angebote der SRG würde diese Bemühungen torpedieren.

Online für SRG wichtig

SRG-Präsident Loretan zeigte sich seinerseits vor den versammelten Verlegern überzeugt, dass eine für beide Seiten befriedigende Lösung in der umstrittenen Frage der Online-Inhalte und -Werbung gefunden werden könne. Nur eine Lösung, die für beide Seiten gewinnbringend sei, habe eine Chance, langfristig zu bestehen.

Der Service Public, den die SRG biete, sollte sich im digitalen Zeitalter ebenso entfalten können wie private Medien. Und die SRG müsse die Angebote dort verbreiten, wo das Publikum anzutreffen sei, nämlich im TV-Kanal und im Online. Im Internet müssten attraktive Portale die SRG-Sendungen bekannt machen und «verkaufen».

Die gemeinsame Geschichte von SRG und Presse sei regelmässig von Konflikten geprägt gewesen, die am Schluss gelöst worden seien. Als Beispiele erwähnte Loretan die Nachrichtensendungen am Radio, die bis Anfang der 1970-er Jahre nur von einem Sprecher der SDA verlesen werden durften. Aus den gemeinsamen Gesellschaften in der Fernsehwerbung und beim Teletext habe sich im übrigen die Presse zurückgezogen.

Medienministerin Doris Leuthard hatte im letzten September anlässlich des Jahreskongresses des Verbandes Schweizer Medien in Flims GR Verleger und die SRG dazu aufgerufen, bis Ende 2011 gemeinsam nach Lösungen im Online-Markt zu suchen. Beide Seiten sollten nicht auf ihren Maximalforderungen beharren. Die Schweiz brauche private Medienhäuser und eine starke SRG.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • j.t.collins am 10.01.2012 15:44 Report Diesen Beitrag melden

    Subventionen

    Oh super - jetzt Subventionieren wir auch noch die Privatmedien mit dem Billag! Nächste Verteuerung in 3... , 2... , 1...

  • S. Tschann am 10.01.2012 14:52 Report Diesen Beitrag melden

    Werbekuchen für Monopolisten

    Während SF schon früh auf Online setzte haben die Verleger zum Teil bis heute nicht begriffen, dass man die Leute nicht zum Zeitungsabo zwingen kann (Bsp. T. B. in Luzern). Durch die rigiden Sparmassnahmen hat in erster Linie nicht das Portemonnaie der Verleger, sehr wohl aber die Qualität des Journalismus erheblich gelitten. Einheitsbrei könnte das verdiente Unwort des Jahres werden. Mit Monopolen am Machterhalt und am Werbekuchen festhalten reicht nicht. Innovation und Kreativität wären gefragt. Vielleicht wirds jetzt besser. Ich glaube nicht daran.

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  • j.t.collins am 10.01.2012 15:44 Report Diesen Beitrag melden

    Subventionen

    Oh super - jetzt Subventionieren wir auch noch die Privatmedien mit dem Billag! Nächste Verteuerung in 3... , 2... , 1...

  • S. Tschann am 10.01.2012 14:52 Report Diesen Beitrag melden

    Werbekuchen für Monopolisten

    Während SF schon früh auf Online setzte haben die Verleger zum Teil bis heute nicht begriffen, dass man die Leute nicht zum Zeitungsabo zwingen kann (Bsp. T. B. in Luzern). Durch die rigiden Sparmassnahmen hat in erster Linie nicht das Portemonnaie der Verleger, sehr wohl aber die Qualität des Journalismus erheblich gelitten. Einheitsbrei könnte das verdiente Unwort des Jahres werden. Mit Monopolen am Machterhalt und am Werbekuchen festhalten reicht nicht. Innovation und Kreativität wären gefragt. Vielleicht wirds jetzt besser. Ich glaube nicht daran.