Kollision mit Zug

02. Mai 2012 07:41; Akt: 02.05.2012 10:14 Print

Verletzter Bär kann gefährlich werden

Bär M13 ist im Engadin von einem Zug angefahren worden. Wildhüter warnen vor dem verletzten Tier, da die Verletzungen zu Apathie oder noch weniger Scheu führen könnten.

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In der Nähe des Bahnhofs Ftan-Baraigla wurde der Bär M13 angefahren.

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Es passierte am Montag kurz nach 21.40 Uhr: Ein Zug der Rhätischen Bahn (RhB) war unterwegs von Scuol nach Samedan, als der Lokführer vor dem Bahnhof Ftan-Baraigla bemerkte, dass er auf dem Gleis ein Wildtier gerammt hatte. Er meldete dies sofort an die Zentrale. Das Amt für Jagd und Fischerei Graubünden bestätigt Recherchen von 20 Minuten, wonach es sich um den mit einem Sender ausgestatteten Bären M13 handelt. Es stützt sich dabei auf die GPS-Daten. «Blut fanden wir vor Ort nicht, der Bär dürfte aber Prellungen und eventuell Schmerzen haben», so Wildbiologe Hannes Jenny. Dies könne sich auf sein Verhalten auswirken, etwa dass er apathisch oder noch weniger scheu werde. «Sollte M13 deswegen zur Bedrohung werden, würden wir sofort handeln», sagt Jenny. «Der Bär steht unter ständiger Beobachtung.»

Trotzdem ist man in Ftan beunruhigt: «Nach dem Unfall wurden wir von einem Wildhüter aufgefordert, in die Häuser zu gehen, weil der Bär in der Nähe sein könnte», sagt eine Frau, die beim Bahnhof wohnt. Und: «Schon komisch, dass der Bär ausgerechnet hier ist.» Ein anderer Dorfbewohner sagt: «Ein mulmiges Gefühl habe ich schon, bislang war der Bär bei Nachbardörfern gesichtet worden, doch jetzt ist er hier.»

RhB-Sprecher Peider Härtli bezeichnet den Zusammenstoss als «absolute» Rarität. Die Lokführer würden dafür nicht speziell instruiert.

(jsk/meg/rom)