Wearables

06. September 2015 10:39; Akt: 06.09.2015 11:12 Print

Versicherer sind scharf auf Gesundheitsdaten

Schrittzähler und Smartwatches zur Überwachung der eigenen Fitness liegen im Trend. Davon wollen jetzt auch die Krankenkassen profitieren.

storybild

Schritte zählen: Fitness-Tracker und andere Wearables liefern wertvolle Daten für die Versicherer. (Bild: Dean Drobot/Colourbox)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Bis Ende Jahr werden laut dem Marktforschungsinstitut GFK über 50 Millionen Daten-Tracker im Umlauf sein. Neben dem Puls messen die digitalen Geräte die Anzahl der Schritte, zählen Kalorien und zeichnen die Jogging-Route oder das Fitnessprogramm auf.

Umfrage
Würden Sie Ihrer Krankenkasse den Zugriff auf Ihre Fitness-Daten erlauben?
20 %
75 %
5 %
Insgesamt 8074 Teilnehmer

Die Krankenkassen können diesen Trend nur befürworten. Schliesslich hilft er ihnen dabei, das Risikoprofil ihrer Kunden zu ermitteln. «Die Messung von Lebensstildaten ist die Zukunft in der Versicherungsindustrie», zitiert der «SonntagsBlick» Peter Ohnemus, den Inhaber von Dacadoo, einem Unternehmen, das sich auf das Sammeln von Gesundheitsdaten spezialisiert hat. Als einer der ersten Versicherer in der Schweiz will sich die CSS die zunehmende digitale Selbstvermessung zunutze machen.

Bis jetzt nur bei Zusatzversicherungen möglich

Dafür zählen in Zusammenarbeit mit der ETH Zürich und der Universität St.Gallen 2000 CSS-Kunden freiwillig die von ihnen zurückgelegten Schritte. 10'000 sollten es täglich sein. Die effektive Anzahl wird schliesslich direkt via Schrittzähler an die Versicherung übermittelt und dort gespeichert. Die CSS sei die erste Krankenkasse in Europa, die einen solchen Pilot lanciert habe, sagte Konzernleitungsmitglied Volker Schmidt dem «SonntagsBlick».

Ziel des Projekts mit dem Namen My-Step sei es herauszufinden, wie gross die Bereitschaft unter den Versicherten sei, persönliche Daten offenzulegen. Die Resonanz sei sehr positiv, heisst es. Obwohl die digitalen Hilfsmittel per Gesetz bis jetzt nur bei der Zusatzversicherung eingesetzt werden dürfen, ist Schmidt davon überzeugt, dass sich auch die Grundversicherung dem technischen Fortschritt nicht verschliessen könne. Laut «SonntagsBlick» könnten die Gesundheitsdaten künftig Einfluss auf die Höhe der Prämien haben, die jeder Versicherte zahlen muss.

(mlr)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Lena Rentnerin am 06.09.2015 10:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schlangenfängerei

    Ich hatte mich bei der Swica für so ein Programm angemeldet; nach einem Jahr hätte eine Gutschrift entsprechend dem Training kommen sollen! Alles unter dem elektronischen Dossier! Auf Nachfrage hin, wurde mir gesagt, dass ab 60 keine Ermässigung mehr möglich wäre! Aha, aber die Datenerfassung schon! Jetzt habe ich mich bei diesem Programm abgemeldet! Ich dachte, Fitness im Alter wäre besonders wichtig!

    einklappen einklappen
  • Speedy815 am 06.09.2015 10:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So weit

    Kommts noch! Und wieder ein stück näher an der totalen überwachung. Was, wenn ich bei meinem Fitness nie eine Uhr oder Ähndliches tragen will?!

    einklappen einklappen
  • Optimus Prime am 06.09.2015 10:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Datenwahn

    Daten über Daten. Wir gehen bei diesen Datenmengen irgenwann verloren.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Tom am 07.09.2015 15:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Solidar haftend

    Fair und einfach wie frueher. Alle Kosten geteilt durch anzahl Versicherter, die Gesunden tragen die Kranken mit und zig Verwaltungsangestellte waehren den Job los und die CEO's wuerden weniger kriwgen

  • Barbara Sägesser am 07.09.2015 12:54 Report Diesen Beitrag melden

    Datensammlung auf Kosten der Bürger.

    Tja, so geht es. Der Bürger wird wohl kaum davon profitieren. Doch wir haben es bei Wahlen und Abstimmungen in der Hand. Die nächsten Wahlen stehen an.

  • in4u am 07.09.2015 10:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    alles ist möglich

    Tja, es kommt wie es kommen musste. Alles wird ausgewertet. Fitness Daten, Einkaufs verhalten, Urin und Stuhl im WC, dann die Aufforderung der kk die ernährung umzustellen, mehr Sport zu treiben, sonst keine Zusatz Versicherung... Wir wollten es nicht anders...

  • rentner kurt am 07.09.2015 10:43 Report Diesen Beitrag melden

    kontraproduktiv

    Der Genussmensch trägt durch hohe Ausgaben auf Genussmittel viel zum sozialen Wohlstand bei, erreicht meist das Pensionsalter und lebt mit etwas Glück noch einige Jahre darüber hinaus. _ Der dem Genuss eher abgeneigte, gesundheitsbewusst lebende Mensch erreicht vielfach ein hohes Alter, belastet jedoch in den letzten Lebensjahren das Gesundheitswesen und die Rentenkassen über Gebühr stark.

  • Tim Ranos am 07.09.2015 10:28 Report Diesen Beitrag melden

    Sammelwut...

    und wie lange dauert es noch, bis die Versicherungen auch in die Cumulus und Supercard- Datenbank reinschnüffeln wollen?... Damit sie ein optimiertes Versicherungsangebot erstellen können, je nach dem, ob jemand nur Fertig-Lasagne und Pizza einkauft, oder frisches Gemüse, Früche usw.?!?!?... Falls das noch nicht zur diskusion stand... Gebt mir 150'000.- und ich erstelle euch eine Studie dazu!... xD