Zu gefährlich!

08. August 2013 16:26; Akt: 08.08.2013 17:04 Print

Versicherung will Schüler vom Velo holen

Verglichen mit dem Schulbus oder zu Fuss ist die Unfallgefahr auf dem Schulweg mit dem Velo sieben Mal grösser. Die Allianz Suisse hält das Velo als Verkehrsmittel für Schüler als ungeeignet.

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Auf dem Velo unterwegs zu sein ist gemäss einer Studie der Allianz Suisse achmal gefährlicher als Autofahren. (Bild: Keystone)

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In der Schweiz stirbt alle drei bis vier Tage ein Fussgänger oder ein Velofahrer im Strassenverkehr. Gemäss dem Sicherheitsreport 2013 der Allianz Suisse ist zu Fuss oder per Velo unterwegs zu sein acht Mal gefährlicher als mit dem Auto.

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Sollten Kinder lieber zu Fuss oder mit dem Schulbus zur Schule gehen als mit dem Velo?
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Der Strassenverkehr sei zwar in den vergangenen Jahren sicherer geworden. Nicht alle hätten jedoch von dieser Entwicklung gleichermassen profitiert, heisst es in dem am Donnerstag publizierten Report des Allianz Zentrums für Technik (AZT). 33 Prozent der Menschen, die im Strassenverkehr umkommen, seien Fussgänger und Velofahrer.

Über ein Drittel der Velounfälle seien Selbstunfälle. Meist handle es sich dabei um Stürze. Häufigste Unfallursache sei die falsche Strassenbenutzung, beispielsweise das Fahren gegen die Fahrtrichtung in Einbahnstrassen oder die Benutzung des Radweges gegen die Verkehrsrichtung.

Schwere Verletzungen erlitten Velofahrer vor allem bei Unfällen ausserorts auf freier Strecke. Der zweitgefährlichste Unfallort sei der scheinbar sichere Veloweg. Dazu komme, dass Velofahrer bei Kollisionen mit Autos viel häufiger durch einen Aufprall auf den Boden als durch den Zusammenstoss mit einem Fahrzeug verletzt würden, wird Thomas Lanfermann, Leiter Sachversicherungen bei der Allianz Suisse, zitiert.

Helm-Obligatorium weiter diskutieren

Das Fahrrad für den Weg zu Schule halten die Verfasser des Reports für Kinder aufgrund der besonderen Gefährdungslage als das ungeeignetste Verkehrsmittel. Verglichen mit dem Schulbus oder zu Fuss sei die Unfallgefahr mit dem Velo für die Kinder statistisch fünf bis sieben Mal höher.

Als alarmierend bezeichnet das Allianz Zentrum für Sicherheit, dass bei Kindern bis 14 Jahren die Helmtragequote seit 2012 von 68 auf 63 Prozent gesunken ist. Gerade Kinder seien beim Velofahren einem höheren Risiko ausgesetzt, weil ihre kognitiven und motorischen Fähigkeiten noch nicht voll entwickelt und sie im Verkehr noch ungeübt seien.

Aufgrund der grossen Zahl von Velounfällen mit zum Teil schweren Kopf- und Gesichtsverletzungen ist es nach Ansicht der Allianz Suisse dringend nötig, dass die Diskussion über die Helmpflicht weiter geführt wird. Ein Helmobligatorium für Kinder hatten die eidgenössischen Räte im vergangenen Jahr abgelehnt.

Gefahr lauert auf der Einkaufsstrasse

Ebenso wie bei den Velofahrern sei die Sicherheit der Fussgänger in den vergangenen Jahren weniger günstig verlaufen als für Auto-Insassen, heisst es weiter im Bericht. Dabei liege die grösste Gefahr nicht auf der nächtlichen Landstrasse, sondern auf der Einkaufsstrasse am Abend.

Über 90 Prozent aller Fussgängerunfälle mit Fahrzeugbeteiligung ereigneten sich innerhalb von Ortschaften. Dabei seien Fussgänger über 65 Jahre besonders gefährdet. Über 50 Prozent der getöteten Fussgänger gehörten dieser Alterskategorie an. Bei Schwerverletzten hingegen liege das Durchschnittsalter bei 45. Hauptverursacher der Fussgängerunfälle seien Fahrzeuglenker.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Manu Schenk am 08.08.2013 17:21 Report Diesen Beitrag melden

    Achso?

    Achso... Darum soll ich als Schüler jetzt 30 Minuten früher aufstehen, um es auf den Bus zu schaffen, der 10 Minuten in den HB braucht, um dann dort, wo ich auf den Schulbus umsteigen müsste, in die Schule 20 Minuten laufen, weil der Schulbus immer überfüllt ist, obwohl ich sogar noch extra ein früheren nehme, aber trotzdem nie reinpasse... Achja mit dem Velo hätte ich 7 Minuten in die Schule...

  • Sämi am 08.08.2013 16:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    überlegt mal

    Und wie kommen die schüler die auf land wohnen zur schule? wenn man bedenkt das ein schüler pro tag bis zu 15 km mit dem velo fährt oder noch mehr? Viel spass diese mit dem bus einzusammeln und das bei 50 schüler... das sind pro tag mehre hundert kilometer! Wer zahlt dan den bus und den fahrer?die versicherung!?!!!! Hallo überlegt mal! Lieber mal den helm obligatorisch machen!

  • montaldo14048 am 08.08.2013 17:13 Report Diesen Beitrag melden

    wann werden messer und gabel verboten

    statt verbieten lieber schulen... viel sinnvoller sonst müssen wir den kids demnächst noch messer und gabel abnehmen weil sie sich sonst verletzen. meine "grosse" geht bald auch mit dem velo in die schule... mir ist dabei auch etwas ungeheuer aber ich kann sie nicht in watte packen. das leben ist "lebensgefährlich". man muss lernen damit umzugehen...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Walter R am 09.08.2013 02:58 Report Diesen Beitrag melden

    Verkehrsregeln einhalten könnte helfen.

    Das Velofahren wäre bestimmt weniger gefährlich, wenn den Kindern beigebracht würde, dass es Verkehrsregeln gibt, die dazu da sind, um auch eingehalten zu werden. Aber das kann natürlich nur funktionieren, wenn auch die Erwachsenen Radfahrer sich vorbildlich verhalten, anstatt herumzufahren unter permanenter und konsequenter Missachtung von sämtlichen Verkehrsregeln. Auch das Leben für Fussgänger könnte sicherer werden, wenn diese wieder lernen würden sich auf ihre Umgebung und auf den Verkehr zu konzentrieren, anstatt aufs Smartphone in der Hand und wenn die verantwortlichen Behörden aufhören würden, Fussgängern Vortrittsrechte zuzugestehen, die diese in Lebensgefahr bringen.

  • Werber, auf Arbeitssuche am 08.08.2013 18:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Superidee

    Jetzt wissen wir, dass es eine Allianzversicherung gibt.

  • Leser am 08.08.2013 18:59 Report Diesen Beitrag melden

    Das war bei uns auch schon so

    Wir durften nur mit dem Rad zur Schule, wenn der Schulweg länger als 3km war. Begründung: zu wenig Platz für all die Fahrräder, falls alle mit dem Fahrrad kommen. Wenn Lehrer jemanden erwischten, so wurde das Fahrrad kurzerhand konfisziert und Nachsitzen und Strafaufgaben waren die Folge. - Das Fahrrad erhielt man dann ca. eine Woche später wieder zurück :-) - die Zeiten ändern sich...

  • Hene Pesche am 08.08.2013 18:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Brett vor dem Kopf

    Dämlichste Idee einer Versicherung ever! Dass dann die Kinder nie richtig fahren lernen und die Unfälle später bauen, da denkt wohl keiner dran. Dass nebenbei mehr Autos unterwegs sind und die Kinder noch fetter werden ist auch nicht eingerechnet. Meine Güte!

  • Michael Mahler am 08.08.2013 18:57 Report Diesen Beitrag melden

    Velofahrer

    Ohne Autos gäbe es wahrscheinlich 80% weniger tödliche oder schwere Unfälle. Darüber könnte man doch auch mal nachdenken. oder!!!!