oBike

18. August 2017 09:29; Akt: 18.08.2017 09:29 Print

Verteilung von Leihvelos stösst auf Widerstand

Die Expansion des Start-ups mit den überall abstellbaren Mietvelos verzögert sich. Städte und Gemeinde wollen eigene Regeln festlegen.

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In Münchwilen im Thurgau stehen bereits seit einigen Tagen Hunderte Mietvelos des Start-ups oBike hinter einem Kebabladen herum, wie ein Leser-Reporter berichtet. Auf die Frage von 20 Minuten, was mit den Fahrrädern geplant sei, antwortet die Sprecherin des Unternehmens aus Singapur: «Derzeit gibt es in der Schweiz mehrere Zwischenlager für oBikes. Wo genau die Velos verteilt werden, ist noch unklar.» Die Fahrräder könnten noch eine Weile da stehen bleiben, denn die Städte wollen ihren öffentlichen Grund nicht einfach so preisgeben.

Umfrage
Würden Sie solche oBike-Velos nutzen, würden sie in Ihren Wohnort kommen?
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28 %
3 %
Insgesamt 7960 Teilnehmer

Ursprünglich war geplant gewesen, dass diese Woche 500 Leihfahrräder in Luzern deponiert werden. Das verzögert sich nun jedoch. Das Start-up aus Singapur braucht nun doch eine Bewilligung der Stadt, wie Tele 1 berichtete. Anfänglich ging der Velo-Beauftragte der Stadt davon aus, dass keine Bewilligung nötig sei, weil die Velos keinen fixen Standort haben. Nutzer können das Velo nach Gebrauch irgendwo abstellen. Der nächste Nutzer findet es dann dank Smartphone und GPS. Der Stadtrat habe sich da nun umentschieden, da die Fahrräder für gewerbliche Zwecke auf öffentlichem Grund stehen. Man werde mit oBike zusammen Rahmenbedingungen ausarbeiten.

Uster hat Velos beschlagnahmt

Bisher sind die Fahrräder des Start-ups oBike nur in der Region Zürich zu finden. In der Stadt Zürich sorgten sie bei den Behörden bereits für viele Reklamationen. Viele Velos seien falsch parkiert worden und hätten Wege versperrt. Die Stadt hat die Leihfahrräder daraufhin jedoch nicht verboten, sondern mit dem Unternehmen Abmachungen getroffen. Zwei Mitarbeiter würden sich in der Stadt darum kümmern, dass die Regeln eingehalten werden.

In Uster hingegen gingen die Behörden rabiater vor. Am Dienstag wurden da 20 Leihfahrräder beschlagnahmt, nachdem das Start-up begonnen hatte, in den Gemeinden rund um Zürich Fahrräder zu verteilen. Die Gemeinde hat das Unternehmen zudem wegen Benützung des öffentlichen Grundes ohne Bewilligung verzeigt. Die Velos werden wieder freigegeben, wenn das Unternehmen die entstandenen Kosten bezahlt, wie die Stadt mitteilte. Das Unternehmen entschuldigte den Vorfall mit einem Kommunikationsfehler zwischen Unternehmen und Lieferanten. Alle Velos ausserhalb Zürichs sollen bis Freitag wieder eingezogen werden. oBike sei ausserdem in Kontakt mit Bern, Basel und Winterthur, um dort ebenfalls Leihvelos abzustellen.


(asc / sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Martin Müller am 18.08.2017 10:02 Report Diesen Beitrag melden

    wär ja noch schöner...

    In der Schweiz ist öffentlicher Grund sehr knapp. Es ist deshalb nur richtig, Unternehmen, deren Geschäftsmodell rein auf der Gratis-Nutzung dieses öffentlichen Grundes basiert, zu stoppen. Jeder Glace-Verkäufer braucht eine Bewilligung, dann muss das auch für diese Velos gelten.

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  • Anna Klee am 18.08.2017 10:34 Report Diesen Beitrag melden

    Bewilligungspflicht?

    Wenn ein Geschäft eine Tafel oder einen Blumentopf ohne Bewilligung aufs Trottoir stellt, gibt es subito Ärger. Warum also werden diese Velos nicht auch subito entfernt? Haben die eine Bewilligung für Ihr Geschäftsmodell: ja oder nein?

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  • O. Der? am 18.08.2017 10:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    neue Art von Litering

    Als ob es in den Städten nicht schon eng genug ist, ohne dass überall unbenutzte, zum Teil defekte Velos herum stehen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Mf. Kritisch am 19.08.2017 17:12 Report Diesen Beitrag melden

    Erst mal warten und dann gucken

    wie die oBikes in einem Jahr im Schuss sind. Bis dato sind solche Everybody's Bike Übungen von durchzogenen Erfahrungen gekennzeichnet.

  • Petrus am 19.08.2017 11:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kein Licht

    es nervt, dass diese Velos kein Licht haben und man im Regen einen nassen Hintern kriegt.

  • Döme am 19.08.2017 10:56 Report Diesen Beitrag melden

    Wo ist das Problem?

    Alle Anwohner die mit ihren privaten Velos die Strassen und Trottoir zuparkieren, sollen sich an der eigenen Nase nehmen. Wieso nehmen sie sich ein Recht heraus, welches sie anderen nicht zugestehen wollen?

  • Mr. X. am 19.08.2017 10:50 Report Diesen Beitrag melden

    Hmm...Spionage des Verkehrsverhaltens?

    Bei einem militärischen Angriff kennen sie die weltweit Bewegungsmuster der Ballungszentren...

  • Barbara am 19.08.2017 10:47 Report Diesen Beitrag melden

    Bravo! Locarno macht es vor!

    Keine Kaution, Tageskarte lösen oder eine Jahreskarte mit Grundgebühr und 30min. Gratisnutzung. Velos werden täglich gewartet, sind in tadellosem Zustand, haben viele Gänge, einen sobusten Korb, ein dichtes Netz eigener Abstellplätze und werden von der Stadt verwaltet. So muss es sein! Kommt alles in allem etwas teurer als regionale öV, aber tortzdem immer noch sehr gut. Danke Locarno!