Verwechslungschaos

12. September 2019 14:14; Akt: 13.09.2019 06:57 Print

Puff wegen Lohnpanne bei Migros-Tochter Micarna

Bei Micarna kam es zu einem gröberen Fehler beim Verschicken der Lohnabrechnungen. Zahlreiche Mitarbeiter erhielten den Lohnauszug eines Kollegen.

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Grosses Verwechslungschaos bei der Migros-Tochter Micarna: Viele der über 3000 Mitarbeiter im Fleischverarbeitungsbetrieb erhielten am Mittwoch per Post zusätzlich zum eigenen Lohnauszug jeweils den eines anderen Mitarbeiters. Andere erhielten wiederum gar keinen. «Die Verwechslung war heute Tagesgespräch. Die Angestellten haben sich extrem darüber aufgeregt. Niemand will, dass der andere erfährt, wie viel er verdient», sagt R. A.* (24).

«Ich hatte aufgrund des Durcheinanders Einsicht in das Lohnblatt eines Kollegen und habe gesehen, dass er mehr verdient – obwohl er gleich lang bei Micarna arbeitet wie ich», sagt A. So wie ihm sei es vielen anderen im Betrieb gegangen. «Das wird wahrscheinlich zu Auseinandersetzungen führen.»

Vor allem, weil viele Angestellten laut A. vergebens auf eine Erklärung oder Entschuldigung von Micarna hofften. Das Unternehmen habe ihnen einfach mitgeteilt, sie sollten das falsch versandte Lohnblatt ungeöffnet zurückschicken, sagt A. «Als wären wir schuld am Chaos.»

Lohnauszüge sollen zurückgegeben werden

Bei den Problemen beim brieflichen Lohnversand handelte es sich um «einen technischen Vorfall bei der maschinellen Verpackung einzelner Lohnbriefe», sagt Micarna-Sprecherin Deborah Rutz auf Anfrage. Betroffen seien weniger als 5 Prozent der Mitarbeitenden, also weniger als 150. Die Angestellten seien umgehend über das Problem informiert worden und darüber, wie Betroffene mit vertraulichen Daten umzugehen hätten, so Rutz.

«Einerseits sind Mitarbeitende, die einen nicht an sie adressierten Lohnbrief im Briefumschlag erhalten haben, gebeten, diesen in einen Briefumschlag zu verpacken, zu verschliessen und beim HR-Büro an ihrem Standort abzugeben», sagt Rutz. Andererseits seien alle Mitarbeiter auf die Sensibilität der Daten ihrer Kollegen hingewiesen worden. «In diesem Sinne hat man sie darum gebeten, die Angaben im Sinne der Fairness gegenüber den betroffenen Mitarbeitern vertraulich zu behandeln.»

Die Verantwortlichen hätten sich nach Bekanntwerden des Problems bei den Mitarbeitenden entschuldigt und ihnen umgehende Unterstützung zugesichert, betont Rutz. Eine Untersuchung über die Ursache des Vorfalls sei eingeleitet worden.

*Name geändert

(dk)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • mr.raw am 12.09.2019 14:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sich immer gut verkaufen

    "Uiuiuiui Tiffy... da hat Herr von Bödefeld aus der Buchhaltung ja was blödes gemacht..." sagte Samson. nein, spass beiseite. Klar gibt es unterschiedliche Löhne bei gleicher Arbeit. Es kommt immer darauf an, wie gut man sich selbst bei Lohnverhandlungen verkaufen kann.

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  • Kevin am 12.09.2019 14:35 Report Diesen Beitrag melden

    eine meiner grössten Sorgen

    Das ist einer meiner grössten Sorgen im Geschäft als Lohnbuchhalter, dass mir beim Verpacken der Lohnabrechnungen auch so ein Fehler passiert. Es gibt eben schon Gründe, weshalb der Lohn ein Tabuthema ist und bleiben soll. Warum jemand so und so viel verdient, kann viele Gründe haben. Alleine die Zeit ist nicht ausschlaggebend. Das ist aber meistens das einzige, dass die Kollegen beurteilen können. Ich habe auch etliche Kollegen, die mehr verdienen als ich. Die haben dann aber mehr Verantwortung, andere Ausbildungen etc.

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  • Schweiz drauf aber nicht mehr drin am 12.09.2019 14:36 Report Diesen Beitrag melden

    Alles wird teurer und schlechter

    Bei uns passieren auch solche Sachen. Und auch die Post legt dauernd Umschläge mit persönlichen Daten in die falschen Briefkästen. Der Nachbar hat meine Steuerrechnung geöffnet und ich die Mahnung einer Nachbarin... Das kommt davon, wenn alles nur noch schneller und billiger sein muss, damit die Oberen immer mehr absahnen können.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • humpty am 13.09.2019 12:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wahrnehmung

    wiedermal herrlich..der arbeiter sagt es gab keine erklärung und keine entschuldigung, während die konzernsprecherin verlauten lässt, dass man sich entschuldigt habe...was denn nun? falls man sich tatsächlich entschuldigt hat, dann wohl nur so proforma und dies scheint bei der belegschaft scheinbar nicht wirklich angekommen zu sein!

  • Staatsangestellte am 12.09.2019 18:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schweizer reden nicht über den Lohn

    Halb so schlimm. Alle Löhne von Staatsangestellten sind auch für alle Bürger öffentlich.

    • Saylos am 13.09.2019 13:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Staatsangestellte

      wieso eigentlich nicht darüber sprechen?gut man sieht natürlich dann den zu grossen lebenswandel bei diesem lohn

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  • Transparenz am 12.09.2019 18:11 Report Diesen Beitrag melden

    Transparenz

    Dass Lohn unter Arbeitskollegen ein Tabuthema ist, hilft höchstens dem Arbeitgeber.

    • Saylos am 13.09.2019 13:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Transparenz

      zusammen sitzen und den lohn vergleichen.die bosse würden amok laufen,aber dann bewegen sie sich wenigstens einmal

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  • jane77 am 12.09.2019 17:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wirklich?

    mein Gott warum soll der Kollege nicht wissen was man verdient? ist der Neid so gross das man seinen Arbeitskollegen mehr Lohn nicht gönnt?

    • Aidan.T am 12.09.2019 18:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @jane77

      Was ist mit dir? hättest du nicht gerne mehr Lohn, jeder mensch hat neid... und eine Bewunderung die man gerne hätte...

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  • Firmenlustknabe am 12.09.2019 17:39 Report Diesen Beitrag melden

    Auf unserem Drucker in ...

    ...unserem Büro wurden alle Lohnausweise aller Mitarbeiter ausgedruckt.... war ein harter Brocken um alles zu verdauen. Die gerade perversen Löhne der Kaderabteilung haben mich nicht mehr wirklich überrascht.... aber dass scheinbar wirklich gute Mitarbeiter, die hoch studiert waren und komplexe Arbeitsprozessprojekte in einer grossen Firma erfolgreich umgesetzt haben, weniger verdient haben als ein normaler Sachbearbeiter. War immer höflich und sympatisch. Soll jetzt noch wer sagen, dass sich jemand falsch verhält oder verkauft oder wie auch immer.... Es stimmt heute einfach nicht mehr...