Job für Schwiegersohn

15. Juli 2012 16:12; Akt: 15.07.2012 16:12 Print

Vetterliwirtschaft in Leuthards Departement

Der Direktor des Bundesamtes für Strassen hievte seinen Schwiegersohn – einen Sprachwissenschaftler – auf eine Kaderposition. Politiker verlangen Aufklärung über die eigenwillige Personalpolitik.

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Rudolf Dieterle (links) verhalf seinem Schwiegersohn zu einer Karriere in seinem Bundesamt - Chefin Doris Leuthard wusste nichts von den verwandschaftlichen Banden. (Bild: Keystone/Peter Klaunzer)

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Vetterliwirtschaft an der Spitze des Bundesamts für Strasse (Astra): Amtsdirektor Rudolf Dieterle berücksichtigte für eine Stelle seinen Schwiegersohn. Dieser machte dann Karriere und durfte Ende 2011 die Leitung eines neu geschaffenen Bereichs übernehmen. Das berichtet die «SonntagsZeitung». Die Beschäftigung von Familienmitglieder ist im Astra nichts Aussergewöhnliches: Auch die Tochter des langjährigen stellvertretenden Amtschefs erhielt eine Anstellung.

Dieterle sagt gegenüber der Zeitung, bei der Anstellung seines Schwiegersohnes – eines Sprachwissenschaftlers – habe er sich nicht beteiligt. «Allerdings hätte ich der Sensibilität der enger gewordenen familiären Beziehung zu ihm womöglich noch mehr Beachtung schenken sollen.» Laut Dieterle hätte eine «übergeordnete Organisation» das Verfahren durchführen können.

Parlamentarier verlangen nun eine Untersuchung: «Eine solche Anstellung ist heikel, denn der Schwiegersohn hat als Sprachwissenschaftler das Job-Profil möglicherweise nicht erfüllt», sagt BDP-Präsident Martin Landolt. Die GPK solle die Anstellungen untersuchen. Auch der Zürcher SP-Nationalrat Thomas Hardegger begrüsst eine GPK-Untersuchung.

Bundesrätin Doris Leuthard, zu deren Departement das Astra gehört, wäscht sich die Hände in Unschuld: Sie habe nicht gewusst, dass der Bereichsleiter der Schwiegersohn von Dieterle ist, lässt sie über einen Sprecher ausrichten.

(hhs)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Susi Sorglos am 16.07.2012 15:49 Report Diesen Beitrag melden

    Na so was !!

    Wundert sich etwa jemand ?

  • CHer am 15.07.2012 23:58 Report Diesen Beitrag melden

    Möge der Passendste "gewinnen"

    Wenn der Beste bzw. der für den Job Passendste ausgewählt wird, ist alles andere egal. Schwierig wird es, wenn jemand die Stelle bekommt, WEIL er mit dem Stellenanbieter verwandt ist, aber ansonsten weniger gut qualifiziert bzw. weniger passend ist als andere Bewerber.

  • DidierB am 16.07.2012 07:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Parkinson Gesetz

    Eine neu kreierte Abteilung! Ein weiterer Beweis des Parkinson Gesetz, welches aufzeigt, dass die Bürokratie jedes Jahr unaufhaltsam wächst, egal ob es sie benötigt

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Marc Widi am 18.07.2012 01:55 Report Diesen Beitrag melden

    Leuenberger...

    Das ist ja noch harmlos, wenn man bedenkt, was alles unter Leuenberger geschah. Man bedenke nur den Radio Energy Fall, wol Schawinski die Frequenz von Radio Energy zugeschoben wurde, obwohl die Voraussetzungen für den Frequenzerhalt in viel geringerem Ausmass erfüllt waren, als von Energy...

  • Susi Sorglos am 16.07.2012 15:49 Report Diesen Beitrag melden

    Na so was !!

    Wundert sich etwa jemand ?

  • werstecktdahinter? am 16.07.2012 12:56 Report Diesen Beitrag melden

    Top Platzierung

    echt schade das ihr zurückkrebst. Nimmt mich ja wunder wer (und wegen wem) dieser Artikel wieder ins niergendwo platziert wurde. Aber es ist und bleibt eines der spannendsten Themen von heute! schämt euch 20min, das ihrs nicht top platziert belassen habt.

  • Thomas Harder am 16.07.2012 12:36 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht nur in der Politik

    Ist doch in der Privatwirtschaft gang und gäbe. Warum nicht auch in der CH-Politik ?

  • Romano am 16.07.2012 12:31 Report Diesen Beitrag melden

    Vetterwirtschaft...

    Das sind unsere Steuergelder !!