Postauto-Skandal

09. November 2019 09:39; Akt: 09.11.2019 09:39 Print

Viele wussten davon, niemand hat etwas getan

Neue Wendung im Postauto-Skandal: Dokumente zeigen, dass die Chefs der Post sowie das zuständige Departement bereits seit 2011 über die Gewinnproblematik informiert waren.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Ende 2018 eröffnete das Bundesamt für Polizei (Fedpol) im Zuge des Buchungsskandals ein Verwaltungsstrafverfahren wegen Leistungsbetrug gegen Ex-Postauto-Chef Daniel Landolf. Im März 2019 wurde seinem damaligen Finanzchef selbiges vorgeworfen und im August ein Verwaltungsstrafverfahren gegen drei ehemalige Geschäftsleitungsmitglieder von Postauto eröffnet.

Nun kommen neue Details an Licht: Wie der «Blick» berichtet, sollen nicht nur die damalige Spitze der Post, sondern auch die Führung des Umwelt- und Verkehrsdepartments (Uvek) seit 2011 von der unzulässigen Gewinnpraxis gewusst haben. Dies geht aus einer Präsentation vom 16. Juni 2011 hervor, in denen aufgeführt ist, dass die Gewinnmargen in Graubünden und im Wallis rund fünf Prozent höher sind, als in den meisten anderen Postauto-Regionen. Dabei dürften keine Gewinne anfallen, da die Leistungen vom Staat unterstützt werden.

Das bedeutet, dass weit mehr Personen über den Skandal informiert waren, als vorerst angenommen. Unter anderem soll auch die frühere Uvek-Chefin Doris Leuthard (56) an einer solchen Sitzung teilgenommen haben. Das Fedpol sagt gegenüber der Zeitung, dass eine Ausweitung des Verfahrens möglich sei.

(juu)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hämi am 09.11.2019 10:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schande der Politik

    Frau Leuthart sofort die Bundesrat Rente streichen.

    einklappen einklappen
  • E.H. am 09.11.2019 10:21 Report Diesen Beitrag melden

    Dann bitte alle bekannten Beteiligten!

    Dann weitet bitte das Verfahren auf alle Beteiligten aus! Das Fedpol sagt ja selber, dass das möglich ist. Oder muss wieder mal was vertuscht werden?

    einklappen einklappen
  • Wähler am 09.11.2019 10:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht besser als Trump

    Das ist wiedermal ein Beweis, dass dem Bundesrat nicht zu trauen ist.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • 8004 am 09.11.2019 23:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Überall das Gleiche

    Die Politik ist in allen Ländern gleich dreckig. Es gibt so viele Sachen, die sie uns nicht wissen lassen. Ich muss lachen, wenn ich Leute höre, die stolz behaupten, in der CH seien die Politiker besser oder weniger korrupt als in anderen Ländern.

  • Jasmin am 09.11.2019 21:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Söihäfeli Söidekeli

    Das heisst jetzt, viele müssten gehen aber niemand tut etwas.

  • 1291 am 09.11.2019 21:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Anhang C und Scannerschrott

    Auch heute noch wird bei PostLogistics beschissen. Besonders in Zürich. Mehraufwand wird nicht bezahlt. Wartezeiten, weil Personal eingespart wird, werden nicht bezahlt. Mehrkilometer inkl LSVA werden nicht bezahlt. Dieselpreiserhöhungen werden ignoriert. Treibstoffsenkungen rückwirkend angepasst.

  • B.Armin am 09.11.2019 20:54 Report Diesen Beitrag melden

    Chef/in unnötig - sie weissen nichts....

    Das war von Anfang anklar, als es publik wurde.Wenn niemand es gewusst hätte, dann hätte es alle Nicht wisser gar nicht gebraucht.Solche Machenschaften werden untereinander gedeckt, bis aus den Ämtern sind - dann kann man sie nicht mehr belangen - und sie können sich ist Fäustchen lachen.(Fast) allen Politiker, geht es schon längst nicht mehr um des Volkswohl - nein, jede und jeder, versucht so viel -, und so unauffällig wie möglich, die eigenen Taschen zu füllen und obendrein, noch die hohen Pensionen und Boni für das Nichts Tun kassieren.

  • Marcodue am 09.11.2019 19:11 Report Diesen Beitrag melden

    Die drei Affen!

    Ein Problem der CVP. Alles verharmlosen, alles beschwichtigen, niemand wusste es (Leuthart), alle sind ahnungslos usw. Unter dem Motto der berühmten drei Affen, ich sehe nichts, ich höre nichts, ich rieche nichts!