Unfälle am WEF

25. Januar 2019 17:55; Akt: 25.01.2019 18:34 Print

«Müssen wieder lernen, was Barrieren sind»

Während des Weltwirtschaftsforums in Davos kam es gleich viermal zu Zwischenfällen, weil Autos zwischen den Barrieren standen. Die WEF-Geschäftsleitung sieht Verbesserungspotential.

WEF-Geschäftsleitungsmitglied Alois Zwinggi im Interview. (Video: SDA)
Zum Thema
Fehler gesehen?

Das 49. Weltwirtschaftsforum ist ohne sicherheitsrelevante Zwischenfälle und schlimme Unfälle über die Bühne gegangen. Allerdings war einigen Autofahrern offenbar nicht mehr genau bewusst, dass bei blinkenden Bahnschranken vor ebendiesen angehalten werden muss.

Umfrage
Sollten Bahnübergänge besser ausgeschildert werden?

Gleich vier Situationen hat es zwischen Dienstag und Freitag gegeben, bei welchen sich Automobilisten an Bahnübergängen «in Gefahr gebracht» hätten, wie WEF-Geschäftsleitungsmitglied Alois Zwinggi am Freitagmittag gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte. «Ich glaube, Automobilisten müssen wieder lernen, was eine geschlossene Barriere bedeutet», sagte er.

Am Dienstagabend war beispielsweise ein Auto zwischen den Bahnschranken stehen geblieben. Der Zug der Rhätischen Bahn raste direkt in das Auto. Bei den vier Unfällen sei niemand verletzt worden, sagt Zwinggi. Er resümierte, dass der Bahneinsatz für nächstes Jahr noch «optimierungsfähig» sei und es beim Busbetrieb einiges gebe, das noch verbessert werden könne.


Video: Leser-Reporter

Einen Tag zuvor war ein anderes Auto zwischen die Bahnschranken geraten, wie Walser erklärt. Der Zug konnte jedoch rechtzeitig bremsen und das Fahrzeug wurde von den Schienen entfernt.

Der Kantonspolizei Graubünden sind auf Anfrage von 20 Minuten jedoch lediglich zwei Vorfälle bekannt, wie Sprecher Markus Walser erklärt. «Wie Herr Zwinggi auf vier Fälle kommt, ist uns unbekannt.» Bei den beiden bekannten Vorfällen sei jedoch niemand verletzt worden.

Verbesserungen gegenüber letztem Jahr

Insgesamt zeigte er sich aber zufrieden mit den Anpassungen im Verkehrskonzept. Diese waren ergriffen worden, nachdem im vergangenen Jahr der Verkehr zeitweise beinahe kollabiert war und die Strecke zwischen Davos Platz und Davos Dorf gemäss einem Shuttle-Busfahrer rund vier Stunden in Anspruch genommen hatte (ca. 3,7 Kilometer).

«Die Verstärkung des öffentlichen Verkehrs sowohl mit dem Bus als auch mit der Bahn haben sehr gute Resultate gebracht», sagte Zwinggi. Im vergangenen Jahr waren wegen des Schnees viele Räumungsmaschinen im Einsatz. Zudem waren mehr Lastwagen und Privatlimousinen unterwegs.

WEF 2019

Abgaswolken an Hauptstrassen

Nichtsdestotrotz stiegen auch dieses Jahr dicke Abgaswolken in die kalte Luft in Davos, manche Fussgänger auf den Trottoirs hielten sich die Halstücher vor Nase und Mund. Wegen des häufigeren Bahnverkehrs stauten sich die Autos vor den Barrieren. Das Verkehrsaufkommen am WEF war dieses Jahr aber «mit einem Spengler-Cup-Tag oder einem schönen Skitag am Wochenwende» vergleichbar, meinte Zwinggi.

Am Freitagnachmittag begann der Verkehr wieder zu fliessen, die ersten Sicherheitsschranken wurden entfernt, es lag Entspannung in der Luft. Das 49. Weltwirtschaftsforum war abgeschlossen, die Manager und Politiker grösstenteils auf dem Weg zurück.

Lob an Soldaten

Die Bündner Regierung ist zufrieden mit dem Anlass, insbesondere, weil dieser friedlich verlaufen sei, wie sie am Freitagnachmittag mitteile. Der Schutz der 120 völkerrechtlich geschützten Personen habe die Verantwortlichen bei Bund, Kanton und Armee vor grosse Herausforderungen gestellt. Die Zusammenarbeit habe aber «reibungslos» funktioniert und es sei zu keinen sicherheitsrelevanten Zwischenfällen gekommen.

Der Respekt des Bündner Regierungsrats Peter Peyer, welcher neu dem Departement für Justiz, Sicherheit und Gesundheit vorsteht, gelte vor allem den Soldatinnen und Soldaten, «die ihren Dienst auch bei diesen Minustemperaturen zuverlässig geleistet haben», wie sich dieser zitieren liess.

Keine Eindringlinge im gesperrten Luftraum

Seit dem 18. Januar standen im Durchschnitt 4052 Angehörige der Armee im Einsatz, wie die Armee mitteilte. Ergänzend dazu half die Armee beim Personen- und Objektschutz oder bei der Luftraumüberwachung. Über Davos galt eine Luftraumsperre mit einem Radius von 46 Kilometern und bis 6000 Metern Höhe. Involviert in dieses Dispositiv waren die Nachbarländer Österreich und Italien. Auch die Armee verzeichnete keine sicherheitsrelevanten Zwischenfälle.

Die verschiedenen Sicherheitsdienste hatten von Dienstag bis Freitag den Anlass mit etwa 3000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 90 Ländern zu sichern. Polizeikräfte aus allen Kantonen und einigen Städten sowie aus dem Fürstentum Liechtenstein standen im Einsatz.

Die Sicherheitskosten, die der Bund, der Kanton Graubünden, das WEF und die Gemeinde Davos gemeinsam finanzieren, waren auf neun Millionen Franken begrenzt.

(vro/sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • de Kari am 25.01.2019 18:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ganz einfach

    Wer nicht fahren kann GEHÖRT NICHT AUF DIE STRASSE! Punkt.

    einklappen einklappen
  • Florian am 25.01.2019 18:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    #Ironie

    Beim nächsten WEF, muss dann wohl der Betrieb der Räthischen Bahn eingestellt werden.

    einklappen einklappen
  • Lilly Wolf am 25.01.2019 18:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Barriere

    Was soll de Vorschlag? Die Autofahrer müssen wieder lernen was Barriere bedeuten auf de str. , Garage Firmen und so weiter? Lachhaft , bei nicht Beachtung , Barriere ersetzen und 1 Monat Ausweis wegg. Sonnst lernen die nie.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Christian Wolf am 05.02.2019 07:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Selbsthilfe

    Im Appenzellerin Jen weiss man offenbar wie man handeln muss wenn man von Bahnschranken am Weiterfahren gehindert wird....

  • Armin am 28.01.2019 12:59 Report Diesen Beitrag melden

    Von Dummen für Dumme

    Die Dümmsten schaffen es zwischen die Schranken, haben dann aber offenbar so viel funktionierende Hirnmasse, dass sie es doch noch realisieren, dass da eine Gefahr auf sie zukommt. Ich bin daher dafür, die Bahnschranken allesamt wieder abzuschaffen und Darwin bzw. Murphy seine Arbeit wieder machen lassen. Denn die heutigen Regelungen und Vorschriften werden meines Erachtens zunehmend ausschliesslich von Dummen für ausschliesslich Dumme gemacht. Die normale Bevölkerung braucht 80% der Gebote und Verbote nämlich gar nicht. Die schafft es nämlich auch so, zu überleben.

  • Eduard J. Belser am 26.01.2019 19:45 Report Diesen Beitrag melden

    Zu recht verschrottet

    Wer auf einen Bahnübergang drängelt, obwohl er sieht, dass es vorne nicht weitergeht, dessen Auto wird von der Bahn zu recht verschrottet. Die Versicherung sollte den Schaden nicht bezahlen, das macht den Lerneffekt der Verschrottung zu Nichte.

  • paula am 26.01.2019 17:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    freifahrt ausser..

    tja die schranke intressierts nicht ob cd oder cc am autoschild prangt

  • Lisely am 26.01.2019 13:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mauern und Barrieren

    Veganer Beitrag: Barrrieren sowie Escort-Service (Fleisch) und WEF abschaffen.