20. April 2005 18:02; Akt: 20.04.2005 21:07 Print

Villiger contra Mörgeli: «Erstunken und erlogen»

Alt Bundesrat Kaspar Villiger hat sich gestern gegen die Anschuldigungen bezüglich seiner Rolle bei der Swiss-Gründung gewehrt.

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Er nannte SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli einen Lügner.

«Erstunken und erlogen», ärgerte sich Villiger gestern in Bern über den Vorwurf, er habe die Swiss-Gründung nur wegen der Aussicht auf spätere Verwaltungsratssitze befürwortet. Das Angebot für den Verwaltungsratssitz bei Nestlé sei erst im Oktober 2003 gekommen – damals sei die Swiss längst geflogen. Von rechtlichen Schritten gegen seinen Widersacher Mörgeli sieht er aber vorerst ab.

«Ich habe weiterhin ein ungutes Gefühl», sagte Christoph Mörgeli. Er will mit einem politischen Vorstoss künftig verbieten, dass ehemalige Bundesräte privatwirtschaftliche Mandate annehmen. «Sonst weiss man ja nicht, in welchem Interesse der Bundesrat handelt.»

Villiger räumte jedoch auch Fehler bei der Swiss-Gründung ein, vor allem bei der Einschätzung der Kostenstruktur. Unter dem Strich bewertete er das Bundes-Engagement trotzdem als notwendig. Es sei darum gegangen, der Wirtschaft Flugverbindungen zu sichern sowie die Infrastruktur und Arbeitsplätze zu erhalten. «Das ist eine merkwürdige Begründung», sagte dazu Mörgeli. «Sehr viele Stellen sind ja trotzdem gestrichen worden.»

(AP/nm)