THC-Verbot

09. April 2017 10:41; Akt: 09.04.2017 15:55 Print

Visa und Mastercard setzen CBD auf Blacklist

Wer online CBD-Produkte verkaufen will, muss dies ohne Hilfe von Kreditkarten tun. Mastercard und Visa weigern sich, THC-haltige Produkte abzurechnen.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Online-Shops sind verzweifelt. Die Nachfrage nach CBD-Produkten – seien es Blüten, Öl, Cremen, Pulver oder Kapseln – ist gross. Sie könnten derzeit extrem viel verkaufen. Doch jemand macht ihnen dabei einen Strich durch die Rechnung: Die Kreditkartenanbieter verweigern die Abwicklung.

Dahinter stecken die beiden grossen Kreditkartenanbieter Visa und Mastercard. Da dies amerikanische Firmen sind, setzen sie auch auf US-Recht. Seit in der Schweiz CBD-Produkte verkauft werden dürfen, sind die Vertragspartner der Kreditkartenfirmen offenbar angewiesen worden, bei Shops mit CBD-Produkten keine Kreditkarten-Transfers mehr zu erlauben.

Vertragspartner sind verpflichtet, Online-Shops zu überprüfen

Dies bestätigt ein Bankeninsider, der für Kreditkartenfirmen Geschäfte mit Onlineshops abschliesst. «Mastercard und Visa haben Blacklists herausgegeben zu Produkten und Dienstleistungen, die nicht mehr über ihre Karten abgewickelt werden dürfen», sagt der Mann, der anonym bleiben will. Alles was THC enthalte, stehe auf dieser Blacklist. «Dazu gehören auch alle CBD-Produkte.»

Der Hintergrund sei, dass THC in den USA grundsätzlich verboten sei. «Es geht darum, dass die internationalen Firmen nicht wegen illegaler Geschäfte belangt werden wollen.» Die Richtlinien seien sehr strikt und es werde nicht diskutiert. Wer Mastercard oder Visa als Lizenzpartner in der Schweiz anbiete, sei verpflichtet, die Onlineshops auf illegale Produkte zu überprüfen.

«Wir werden aufgrund fremder Gesetze eingeschränkt»

Geschäftsführer Raffaele Carmine von der Firma Kingnature ist extrem empört über das Vorgehen von Visa und Mastercard: «Man ist dem einfach ausgeliefert, weil die Kreditkartenfirmen eine riesige Marktmacht haben», sagt er. Nur eines von 26 Produkten in seinem Shop enthalte CBD. Jetzt habe er die Wahl. Entweder entferne er das Produkt oder er könne alle Produkte nicht mehr über Kreditkarte abwickeln.

«Wir werden aufgrund fremder Gesetze eingeschränkt und haben keine Chance, irgendetwas zu bewirken», stellt Carmine fest. Er habe versucht, dem Vertragspartner von Visa und Mastercard in Deutschland klarzumachen, dass es sich bei seinen CBD-Kapseln um ein Produkt handle, das ein gültiges Verkehrsfähigkeitszertifikat für die Schweiz habe. «Das ist denen total egal, entscheidend ist nur, dass es minimale Spuren von THC enthält.»

«Wir beugen uns jetzt erst recht nicht»

Carmine weiss, dass Kingnature nicht die einzige Firma ist, die unter diesem Diktat leidet. Er hat darum beschlossen, die Ungerechtigkeit nicht hinzunehmen. «Wir werden uns nicht beugen und nehmen CBD nicht aus dem Shop, jetzt erst recht nicht.»

(ann)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mike am 09.04.2017 10:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Abhängigkeit vom Staat/Firmen

    Wer jetzt nicht merkt warum Bargeld wichtig ist, dem ist nicht mehr zu helfen.

    einklappen einklappen
  • Biestiel am 09.04.2017 10:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grosskotzkonzerne

    Wie bitte?!? Bestimmen in nächster Zukunft die Kreditkarten Firmen, wie einermeiner sein Geld ausgeben sollte?!Bevormundung par Excellance! Darum: Nur Bares ist wahres! Unter solchen "Bestimmungen", werde ich persönlich noch weniger eine Kreditkarte nutzen.

    einklappen einklappen
  • Paul C. am 09.04.2017 10:53 Report Diesen Beitrag melden

    Wehr Euch!!!!

    Bravo, wehrt Euch gegen solche Einschränkungen von aussen. Wir habe bald an der Urne bald wieder die Möglichkeit, uns auch gegen gewaltige Reglementierung von innen zu wehren.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Nervensäge am 10.04.2017 20:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das kann egal sein

    Mit Visa hatte ich vor bald 20 Jahren in all den Hanfshops mit Karte bezahlt für richtiges Gras. Das CBD ist für mich geschmaklich schlechtes Outdoor obwohl wir auf die Blüten geachtet haben beim bestellen. Auf der Packung steht noch. Nicht für den Verzehr oder Konsum geeignet. Ich nehme jetzt mal an das dieses Zeug noch schädlicher ist als das Echte, den das Echte wäre zum Verzehr geeignet.

  • Fuchs am 10.04.2017 16:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Umsatz

    Berufung auf amerikanisches Recht? Daraus folgt, dass diese Firmen alle Geschaeftsbeziehungen mit Hotels,Restaurant,Lebensmittellaeden usw. sofort stoppen müssen. Diese verkaufen Alkohol an Personen unter 21. Damit verlieren sie aber ein Großteil ihres Umsatz. Wollen sie dies?

  • Kevin B. am 10.04.2017 16:13 Report Diesen Beitrag melden

    Und andere illegale Dinge?!

    Komisch dass es den Kreditkartenherausgebern egal ist, wenn man mit den Karten in Onlinecasinos einzahlt. Das ist ja auch verboten in der Schweiz!

  • rannzen am 10.04.2017 14:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lol kommen schnell Alternativen

    Bitcoin Apple Pay Boon Etc....

  • Gaa am 10.04.2017 14:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    überal verboten?

    in den USA grundsäzlich verboten? Da war doch was... dann können wohl in einigen staten garnicht mit den karten bezahlt werde.

    • Tony420 am 10.04.2017 17:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Gaa

      Darum haben sie auch Geldautomaten in den Shops

    einklappen einklappen