Umfrage zur Abstimmung

08. Mai 2012 16:42; Akt: 08.05.2012 17:40 Print

Volk sieht Vorteile bei Managed Care

Eine Umfrage zeigt: Wo Managed Care verbreitet ist, wird es positiver bewertet. Zudem glaubt eine Mehrheit, dass sich Kosten senken lassen.

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Mehr Qualität bei tieferen Kosten? Zumindest von Einsparungen durch Managed Care geht in einer Umfrage eine Mehrheit aus. (Bild: Keystone)

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Die Vorlage zur Managed Care dürfte es am 17. Juni beim Stimmvolk schwierig haben. Nachdem die SP bereits von Anfang an die Vorlage bekämpft hatte, bröckelt nun auch die bürgerliche Front für ein Ja. Dabei ist die Meinung über das Modell der Managed Care in der Bevölkerung relativ positiv, wie eine Umfrage von Comparis zeigt. So geben 57 Prozent der Befragten an, dass die integrierte Versorgung gegen den Kostenanstieg im Gesundheitswesen helfen könnte. Die seit Jahren massiv steigenden Gesundheitskosten waren der Hauptgrund zur Ausarbeitung der Vorlage.

Gleichzeitig sollen die Managed-Care-Modelle aber auch die Qualität der Behandlung verbessern, da diese koordiniert passiert. Doch dieser Meinung ist erst eine Minderheit der Befragten. So glauben schweizweit nur 28 Prozent an Qualitätsverbesserungen. 46 Prozent gehen davon aus, dass die integrierte Versorgung keinen Einfluss hat.

Interessant sind dabei die sprachregionalen Unterschiede. In der lateinischen Schweiz rechnen nur knapp ein Viertel der Befragten mit Qualitätsverbesserungen dank Managed Care. In der Deutschschweiz beträgt dieser Anteil hingegen mit 32 Prozent fast ein Drittel. Im deutschsprachigen Teil der Schweiz gibt es deutlich mehr Managed-Care-Netzwerke als im lateinischen. Für Comparis ist klar, dass diese positivere Beurteilung auf die vermehrten Erfahrungen mit der integrierten Versorgung zurückzuführen sind.

Anbindung der Spezialisten senkt Kosten

Wer von Managed Care Qualitätsverbesserungen erwartet, sieht dafür die Zusammenarbeit zwischen Hausarzt und Spezialisten als wichtigen Teil. 78 und 75 Prozent nennen den systematischen Austausch beziehungsweise die Abklärungen für eine Überweisung als Faktoren für eine bessere Behandlung. Diese enge Anbindung der Spezialisten an den Hausarzt ist ein elementarer Bestandteil von Managed Care.

In der integrierten Versorgungen sollen Patienten immer zuerst zum Hausarzt und nicht unkoordiniert Spezialisten konsultieren. Dies bringt auch Kosteneinsparungen, was ein wichtiges politisches Argument für die Vorlage ist. Diese schreibt Managed-Care-Netzwerke jedoch nicht vor, sondern setzt auf den freiwilligen Wechsel aufgrund finanzeller Anreize.

(mdr)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Nina Fischer am 08.05.2012 19:38 Report Diesen Beitrag melden

    Unglaubwürdige SVP und CVP?

    Man kann doch nicht über ständig steigende Prämien klagen, und dann gegen eine Vorlage sein, die genau dieses Problem angehen will, nur aus Rücksicht auf die sehr gut verdienenden (TCHF >400) Aerzte, deren Stimmen man bei der nächsten Wahl wieder bekommen möchte (SVP). Da muss sich keiner mehr wundern, wieso solche Parteien immer mehr an Glaubwürdigkeit einbüssen. Ein beachtlicher Prozentsatz unseres Volkes ist schon gar nicht mehr in der Lage, so hohe Prämien bezahlen zu können!

  • MüllerMartin am 10.05.2012 18:14 Report Diesen Beitrag melden

    Managed ablehnen

    Managed Care muss abgelehnt werden. Gemäss dem neuen Beobachter steigen sogar die Kosten unter Managed Care (bitte dort nachlesen). Wir verlieren aber definitiv die freie Arztwahl

  • Fredy Z. am 08.05.2012 20:30 Report Diesen Beitrag melden

    Geführte Sorgfalt

    Managed Care heisst wörtlich übersetzt "Geführte Sorgfalt" und nichts anderes. Also erwarte ich, dass unsere Krankenkassen mit entsprechender Sorgfallt geführt werden. Nur ein Englischer Ausdruck für ein Produkt garantiert noch lange nicht sein Wert. Kehren wir zurück zu unserer deutschen Sprache und verkaufen keine Englische Mogelpackung, dann gibt es auch wieder Mehrheiten an der Urne. Noch leben wir in der CH und nicht in GB oder USA.

Die neusten Leser-Kommentare

  • MüllerMartin am 10.05.2012 18:14 Report Diesen Beitrag melden

    Managed ablehnen

    Managed Care muss abgelehnt werden. Gemäss dem neuen Beobachter steigen sogar die Kosten unter Managed Care (bitte dort nachlesen). Wir verlieren aber definitiv die freie Arztwahl

  • Lukas am 09.05.2012 06:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    20 Jahre

    MC gibts schon seit 20 Jahren und in der Ostschweiz ist schon jeder Dritte Mitglied eines solchen Ärztenetzwerkes. Seit ich MC habe, zahle ich deutlich weniger!

  • Silvio Marugg am 08.05.2012 20:43 Report Diesen Beitrag melden

    Managed Care ist HMO

    Managed Care ist nichts anderes als HMO - also Abschaffung der freien Arztwahl. Patienten sollen also gemanaged und nicht mehr behandelt werden.

  • Fredy Z. am 08.05.2012 20:30 Report Diesen Beitrag melden

    Geführte Sorgfalt

    Managed Care heisst wörtlich übersetzt "Geführte Sorgfalt" und nichts anderes. Also erwarte ich, dass unsere Krankenkassen mit entsprechender Sorgfallt geführt werden. Nur ein Englischer Ausdruck für ein Produkt garantiert noch lange nicht sein Wert. Kehren wir zurück zu unserer deutschen Sprache und verkaufen keine Englische Mogelpackung, dann gibt es auch wieder Mehrheiten an der Urne. Noch leben wir in der CH und nicht in GB oder USA.

  • Ricco am 08.05.2012 20:21 Report Diesen Beitrag melden

    EINHEITS-KK MUSS HER

    Die KK-Abzocker-Löhne müssen verschwinden.