Unliebsame Bakterien

07. August 2016 11:29; Akt: 07.08.2016 16:17 Print

Vorsicht beim Grillieren – Durchfallgefahr

von Camille Kündig - Die Grill-Saison ist auch die Hochsaison der Magenbeschwerden. Seit Anfang Jahr gab es bereits 4027 Fälle von Campylobacteriose.

Grilliert man unsachgemäss kann es zu Durchfallerkrankungen kommen. Deshalb hier unsere Empfehlungen für den sicheren Grill-Spass. (Video: Camille Kündig)
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Die warmen Sommertage sind da. Wir stürzen uns direkt nach dem Feierabend in die Badis, tragen leichte Sommerkleidchen und heizen fleissig den Grill ein. Doch der Tag nach dem fröhlichen Grillieren kann unbequem werden: Immer mehr Leute leiden an Durchfallkrankheiten, schreibt die Zeitung «Le Nouvelliste».

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Erkrankten auch Sie bereits einmal nach dem Grillieren?
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Insgesamt 3317 Teilnehmer

Elisa Emmrich ist Ärztin beim Hirslanden Praxiszentrum in Bern. Campylobacter-Infektionen seien die häufigste Ursache von Durchfallerkrankungen durch Lebensmittel, erklärt die Medizinerin. «Zu uns kommen regelmässig solche Patienten», sagt sie. Häufig reiche in solchen Fällen eine symptomatische Behandlung aus.

Bereits 800 Fälle mehr als letztes Jahr

Tatsächlich gibt es pro Jahr schweizweit über 7000 Fälle von Campylobacteriose, schreibt das Bundesamt für Gesundheit BAG. Anzahl steigend: Während das BAG Ende Juli 2015 Kenntnis von 3238 Fällen der Durchfallerkrankung hatte, sind es im ersten Halbjahr dieses Jahres bereits rund 800 Fälle mehr. «Seit Anfang Januar 2016 wurden uns 4027 Fälle von Campylobacter gemeldet», sagt BAG-Mediensprecher Daniel Dauwalder.

Meist komme es im Sommer während der Grillsaison – wenn das rohe Poulet und der Salat auf dem gleichen Teller lägen oder das Poulet nicht ganz durch sei – zu den meisten Fällen. Eine weitere Hochzeit der Bakterien ist die Weihnachtszeit. «Wo das Fondue Chinoise in vielen Haushalten zum traditionellen Festessen gehört», so Katia Boggian, stellvertretende Chefärztin in der Klinik für Infektiologie am Kantonsspital St.Gallen.

«Wer richtig grilliert, kann sicher geniessen»

Campylobacter-Infektionen seien im Prinzip nicht sehr häufig, aber im Sommer würden die Erkrankungen gerade beim Grillieren von Geflügel zunehmen, sagt auch Manuel Battegay, Chefarzt Infektiologie und Spitalhygiene des Universitätsspital Basel.

Tatsächlich steckt man sich häufig über ungenügend erhitztes Fleisch mit der bakteriellen Infektionskrankheit an. Deshalb gilt gemäss BLV: «Wer richtig grilliert, kann sicher geniessen.» Und leide dann nicht bis zu zwei Wochen unter Durchfall. Diarrhö sei das wichtigste Symptom der Infektion, sagt denn auch Battegay. «Wenn Fieber auftritt, ist es meistens nicht hoch.»

Campylobakter weniger bekannt

Auch Michael Hofer, Arzt beim City Notfall Bern, bemerkt die Zunahme der Campylobacteriose-Fälle. «Hochgerechnet aufs Jahr kämen wir 2016 auf 142 Infektionen. Letztes Jahr waren es noch 116.»

Andri Rauch, stellvertretender Chefarzt Infektiologie am Universitätsspital Bern, verweist diesbezüglich auf eine mögliche Erklärung: In einer Studie aus dem Jahr 2015 kam man zum Schluss, dass Massnahmen zur Verbesserung der Lebensmittelhygiene bei Salmonellen bereits länger bestehen und besser etabliert sind, als dies bei Campylobacter der Fall ist.»

Dunkelziffer wohl hoch

Da die Campylobacter-Infektion eine meldepflichtige Erkrankung ist, werden dem BAG alle im Labor entdeckten Fälle gemeldet, erklärt Adrian Egli, Leiter Klinische Mikrobiologie des Universitätsspitals Basel. Dabei handelt es sich bei den BAG-Zahlen wohl nicht um alle Fälle von Campylobacter-Infektionen.

«Die Dunkelziffer ist sicher hoch, da nicht alle Personen mit Symptomen zum Arzt gehen», sagt auch Katia Boggian. «Bei längerer Dauer der Symptomatik, Schwangerschaft oder Immunsuppression sollte aber eine antibiotische Therapie erfolgen», mahnt die Ärztin.

Will man kein Risiko eingehen und die Sommerferien gesund überstehen, empfiehlt es sich, beim Brutzeln einige Regeln zu beachten. In unserem Video sehen Sie, welche das sind.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bolly am 07.08.2016 11:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Noch nie Probleme

    Ich kontrolliere immer ob es durch ist, zudem würde man es doch sehen! Grillieren ist ja gleich wie auf dem Herd, finde es geht noch einfacher, wenn der Decke zu ist, hat es mehr Hitze. Zudem steht es ja auf der Packung drauf. So schwierig sollte es wirklich nicht sein.

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  • A. am 07.08.2016 11:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich lebe jetzt

    Sterben müssen wir alle einmal und bis es soweit ist, möchte ich mein Leben geniessen und lasse mich nicht verrückt machen. Irgend etwas ist ja heutzutage immer ungesund.

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  • Bebeto am 07.08.2016 12:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht ganz richtig

    Das Fleisch gehört im Kühlschrank auf die unterste Etage gleich über dem Gemüsefach, da es dort am kältesten ist, nicht wie im Video gezeigt, ganz oben. Ausserdem muss man nur Geflügel ganz durchbraten. Wer will schon ein trockenes Rindssteak mit einer Kerntemperatur 70° runterwürgen?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Peter am 08.08.2016 18:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frage

    Wir sollten alles durchbraten. Und was ist mit dem Fleisch? Warum hat es soviel Keime und Hormonpräparate?

  • FranzFranz am 08.08.2016 13:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schweizer und die Wahrheit

    Ihr könnt sie nicht ertragen, was ? Oh man schluckt es einfach, die Nahrung in der Schweiz ist einfach nur schlecht. Dass auch im Ausland die Qualität nicht immer stimmt, weiss ich selbst. Wie erklärt ihr euch aber, dass es Menschen gibt, die sehr gerne in ihrem Land bleiben und nicht in die Schweiz wollen? Das Einzige was sie in die Schweiz ziehen würde, wäre der Lohn. Geht nach Kroatien, Serbien und Bosnien und fragt mal dort die Einheimischen. Fragt sie auch, was sie zum Bleiben bewegt. Und hört auf den Psychologen zu spielen wenn ihr keine Ahnung habt, wie ein Herr weiter unten.

  • me too zh am 08.08.2016 10:00 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Problem!

    Wenn man die minimalsten Hygieneregeln beachtet ist das Risiko gegen Null. Vor allem Geflügel NIE mit anderen Lebensmitteln gleichzeitig und mit denselben Messern etc. verarbeiten. Auch Schneidebretter gehören dazu. Nach der Verarbeitung von Geflügel Utensilien sofort heiss und mit Spülmittel vor weiterem Gebrauch gut reinigen. Und: Immer Hände waschen! Meine Gäste sind noch nie erkrankt!

  • Hobychoch Gubi am 08.08.2016 09:45 Report Diesen Beitrag melden

    Durch Braten

    Geflügel und Poulte sollte immer Kurz angebraten werden und dann nicht direkt über dem Feuer Lange bei Mehrmaligem wenden durchbraten.

  • schindi 1 am 08.08.2016 09:16 Report Diesen Beitrag melden

    Fehler

    Ich denke mal, dass dieser Beitrag von Laien gemacht wurde. Da haben sich etliche Fehler, bezüglich Kühlung und Hygiene eingeschlichen, eben wie man es nicht machen soll.