Gleichstellung

14. Januar 2011 13:23; Akt: 18.01.2012 11:32 Print

WEF führt Frauenquote ein

Das World Economic Forum in Davos will sein Image als exklusiver Herrenverein loswerden. Unter den Wirtschaftsvertretern müssen dieses Jahr mindestens 20 Prozent Frauen sein.

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Angela Merkel und Micheline Calmy-Rey (2007) unter sich, ansonsten haben sie am WEF vor allem männliche Gesprächspartner. (Bild: Keystone/Laurent Gillieron)

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Jedes Jahr treffen sich Regierungschefs, Geschäftsführer und andere Vertreter der globalen Elite am WEF in Davos. Wer hingeht und wer nicht, wird genau registriert. Dieses Jahr versuchen die Organisatoren eine wichtige Gruppe zur Teilnahme zu bewegen, die bisher krass untervertreten war: Frauen.

Wie der britische «Guardian» berichtet, schreibt das WEF erstmals in seiner Geschichte eine Frauenquote vor. Die «strategischen Partner» des WEF, rund 100 namhafte Unternehmen, darunter auch Schweizer Schwergewichte wie ABB, Credit Suisse, UBS, Nestlé und Novartis, müssen ihre Delegationen von Topmanagern besser durchmischen. Konkret verlangt wird mindestens eine Frau auf vier Männer. Die «strategischen Partner» machen 500 der erwarteten 2500 Teilnehmer aus.

In den Reihen der Politik sieht es etwas besser aus, schnell fallen Namen wie die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel oder US-Aussenministerin Hillary Clinton. Doch von ihnen abgesehen dominieren auch hier Männer wie der britische Premierminister David Cameron, der russische Präsident Dmitri Medwedew, der französische Präsident Nicolas Sarkozy oder UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon.

Kleine Fortschritte letztes Jahr

«Am WEF in Davos kommen die obersten Führungsstufen aus verschiedenen Bereichen zusammen. Die Teilnehmerstatistiken widerspiegeln die Untervertretung der Frauen in dieser Gruppe», sagte Saadia Zahidi, die beim WEF für Gleichstellung verantwortlich ist und die Frauenquote vorgeschlagen hatte.

Am WEF tauschen sich die politischen und wirtschaftlichen Eliten aus und fädeln hinter den Kulissen auch Millionengeschäfte ein. Seine Galadiners, Cocktailpartys und andere informelle Veranstaltungen sind die ultimativen Networking-Events. Doch Frauen haben historisch kaum eine Rolle gespielt. Von 2001 bis 2005 machten sie zwischen 9 und 15 Prozent der Anwesenden aus. Letztes Jahr waren es 17 Prozent, ein kleiner Fortschritt, aber für Zahidi nicht gut genug: «Die Kluft zwischen den Geschlechtern zu schliessen, wurde im vergangenen Jahrzehnt zu einem wichtigen Anliegen beim WEF.»

Laut Angaben des WEF sind weniger als drei Prozent der CEOs der weltweit grössten 500 Unternehmen Frauen. Knapp über 15 Prozent der Kabinettsposten und Parlamentssitze weltweit werden von Frauen besetzt. Vor diesem Hintergrund scheint eine Frauenquote von 20 Prozent eigentlich bescheiden. Doch für manche Unternehmen dürfte schon dies zu einem Problem werden. Vorbildlich gibt sich die Schweizer Regierung, die mit den Bundesrätinnen Doris Leuthard und Micheline Calmy-Rey sowie Bundesrat Johann Schneider-Ammann vertreten sein wird.

(kri)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • tutti am 14.01.2011 13:48 Report Diesen Beitrag melden

    bezug zur realität verloren?

    ich glaubs nicht. der gleichstellungswahn nimmt formen ungeahnten ausmasses an!! wo bleibt die frage nach der kompetenz der jeweiligen teilnehmer?? wohin die frauenkquote führt, sehen wir ja an den aktuellen, sinnlosen diskussionen unserer regierung.

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  • Dani am 14.01.2011 13:49 Report Diesen Beitrag melden

    es lebe die Quote

    Ich freue mich auf die Zeit wo Gleichberechtigung heisst, dass die Qualität eines Menschen entscheidet und nicht sein Geschlecht. Wenn ich mir vorstelle, dass ich einen Job nur deshalb kriege, weil in dem Betrieb noch 2 Personen das falsche Geschlcht haben, würde mir dies vermutlich schlaflose Nächte bereiten.

  • Emma am 14.01.2011 16:35 Report Diesen Beitrag melden

    Frauen müssen die von Männern zerstörte Welt rette

    Frauen müssen jetzt die Welt retten, die von den Männern schon fast rettungslos zerstört wurde.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Naja am 24.01.2011 12:57 Report Diesen Beitrag melden

    20% *lol*

    OrganisatorInnen sind sich aber schon bewusst, dass es etwa gleichviele Frauen wir Männer gibt und nicht bloss 20%?

  • Mann am 17.01.2011 12:11 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn ich eine Frau wäre!

    Was die westliche Welt betrifft, besonders die Schweiz: Frauen geht es vor dem Gesetz besser als Männern. Wenn ich eine Frau wäre, hätte ich schon mehr Karriere gemacht (und auch den gleichen Lohn wie Männer). Denn als Frau müsste ich nicht ins Militär und hätte mehr Flexibilität... Am WEF müssen im übrigen Männer (die gezwungenermassen von der Arbeit und Wirtschaft fehlen müssen) ein Wirtschaftsforum verteidigen, wie abstrus

  • Emma am 14.01.2011 16:35 Report Diesen Beitrag melden

    Frauen müssen die von Männern zerstörte Welt rette

    Frauen müssen jetzt die Welt retten, die von den Männern schon fast rettungslos zerstört wurde.

    • jasmin am 17.01.2011 07:35 Report Diesen Beitrag melden

      ja ja die möchte gern frauen

      sorry EMMA sehe ich etwas anderes die frauen bringen nur schande über die schweiz sie denken sie seien besser sind sie aber nicht. seit die frauen im BR haben wir bombendrohunen hatten wir das schön früher??

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  • a.filli am 14.01.2011 15:07 Report Diesen Beitrag melden

    Quote statt Kompetenz?

    Wenn Frauen Quoten brauchen, dann nimmt die Frauensache schaden...Noch nicht kapiert?

    • Irene am 14.01.2011 16:33 Report Diesen Beitrag melden

      Kompetent wie ein Mann. Ja klar *lol*

      Gleichstellung haben wir dann erreicht, wenn auf wichtigen Posten genauso viele inkompetente Frauen wie Männer sitzen. Sieh dir mal die Welt an und behaupte nochmal, dass Männer, die sie an den Rand des Untergangs getrieben haben, kompetenter wären als Frauen!

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  • Hansi am 14.01.2011 14:25 Report Diesen Beitrag melden

    WEF Davos

    WEF Davos= Woman Emanzen Foyer Davos Da haben wir's wieder einmal mehr .........