Veranstaltungs-Verbot

28. Februar 2020 20:33; Akt: 28.02.2020 21:24 Print

Was passiert jetzt mit meinen Konzert-Tickets?

Der Bund verbietet alle Grossveranstaltungen bis zum 15. März. Das sind die Konsequenzen für Kunden und Veranstalter.

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Der Bundesrat hat beschlossen, Grossveranstaltungen mit mehr als 1000 Personen ab sofort zu verbieten. Veranstaltungen wie die Basler Fasnacht, das Sunice-Festival oder der Genfer Auto-Salon sind abgesagt worden. Auch Konzerte – etwa jenes von Annenmaykantereit im Zürcher Hallenstadion können nicht wie geplant stattfinden. Auch die Konzerte von Carlos Santana ... ... oder vom Zürcher Musiker Faber finden nicht wie geplant statt. Das für den 5. März geplante Stormzy-Konzert in Zürich ist ebenfalls abgesagt worden. «Im Vorfeld erworbene Eintrittskarten werden zurückerstattet», schreibt der Veranstalter dazu auf Facebook. Auch das Konzert von Halsey wurde abgesagt. Wie Bundesrat Alain Berset in der heutigen Medienkonferenz sagte, sieht das Epidemiengesetz keine Haftungsregeln vor. Wer nach dem Veranstaltungsverbot auf einem wertlosen Ticket sitze, werde nicht durch den Bund entschädigt. Sara Stalder, Geschäftsleiterin der Stiftung für Konsumentenschutz, verlangt deshalb, dass sich die Veranstalter kulant zeigen und den Konsumenten bereits gekaufte Tickets zurückerstatten. Mit dem Entscheid des Bundesrats würden die Veranstaltungen nicht abgesagt, sondern verschoben, sagt Christof Zogg, CEO von See Tickets Schweiz (ehemals Starticket). «Die Tickets behalten ihre Gültigkeit.» Im Falle einer endgültigen Absage entscheide der Veranstalter über eine allfällige Rückerstattung. Vom Veranstaltungsverbot seien allein in der Samsung Hall in Zürich über 20000 Konsumenten betroffen, sagt Geschäftsleiterin Anke Stephan. Sie geht momentan von einem finanziellen Schaden von mehreren 100'000 Franken aus. Wie Bundesrat Alain Berset sagte, sei man sich über die grossen wirtschaftlichen Folgen bewusst. Wie hoch der Schaden für Veranstalter und Unternehmen sei, lasse sich noch nicht abschätzen. Berset: «Die Gesundheit und Sicherheit der Bevölkerung geht aber vor.»

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Der Bundesrat hat beschlossen, Grossveranstaltungen mit mehr als 1000 Personen ab sofort zu verbieten. Veranstaltungen wie die Basler Fasnacht, das Sunice-Festival oder der Genfer Auto-Salon sind abgesagt. Auch Konzerte – etwa jenes von Annenmaykantereit im Zürcher Hallenstadion oder Halsey in der Samsung Hall können nicht wie geplant stattfinden.

Wie Bundesrat Alain Berset in der heutigen Medienkonferenz sagte, sieht das Epidemiengesetz keine Haftungsregeln vor. Wer nach dem Veranstaltungsverbot auf einem wertlosen Ticket sitze, werde nicht durch den Bund entschädigt. Sara Stalder, Geschäftsleiterin der Stiftung für Konsumentenschutz, verlangt deshalb, dass sich die Veranstalter kulant zeigen und den Konsumenten bereits gekaufte Tickets zurückerstatten.

Suche nach Verschiebedatum

«Es kann nicht sein, dass die Konsumentinnen und Konsumenten allein für den Schaden geradestehen müssen.» Falls die Veranstalter den Kunden das Geld nicht zurückerstatten, müsse der Bund dafür sorgen, dass Lösungen gefunden werden, die den Schaden nicht einzig den Konsumenten aufbürden, so Stalder.

Ob Kunden nach abgesagten Events ihr Geld zurückerhalten, liege beim jeweiligen Veranstalter, schreibt Stefan Epli von Ticketcorner. «Wir haben schon vor Tagen eine interne Taskforce eingesetzt und waren auf kurzfristige Verschiebungen oder Absagen von Veranstaltungen vorbereitet.» Grundsätzlich werde aber ein Verschiebedatum gesucht.

«Wirtschaftliche Katastrophe»

Mit dem Entscheid des Bundesrats würden die Veranstaltungen nicht abgesagt, sondern verschoben, sagt auch Christof Zogg, CEO von See Tickets Schweiz (ehemals Starticket). «Die Tickets behalten ihre Gültigkeit.» Im Falle einer endgültigen Absage entscheide der Veranstalter über eine allfällige Rückerstattung. Wirtschaftlich seien die Folgen noch nicht abschätzbar. «Für die Veranstalter sind sie «wohl leider erheblich», sagt Zogg.

Vom Veranstaltungsverbot seien allein in der Samsung Hall in Zürich über 20'000 Konsumenten betroffen, sagt Geschäftsleiterin Anke Stephan. Es sei der denkbar ungünstigste Zeitpunkt für ein Verbot – allein in der nächsten Woche würden sechs Veranstaltungen ausfallen. «Für uns ist das eine wirtschaftliche Katastrophe.» Dass wegen einer Epidemie in der Schweiz Veranstaltungen abgesagt wurden, sei ein Novum, sagt Stephan. Dass jemand in der Veranstaltungsszene gegen ein solches Ereignis versichert ist, sei deshalb unwahrscheinlich.

Kritik am Bund

«Wir finden den Entscheid nicht verhältnismässig», sagt Stephan. Was sei bei einem Event mit unter 1000 Besuchern anders als bei einem mit über 1000 Besuchern? «Menschen treffen ja auch an anderen Orten aufeinander.» Stephan geht momentan von einem finanziellen Schaden von mehreren 100'000 Franken aus. «Sollte sich das Verbot verlängern, müssten wir mit Millionenverlusten rechnen.»

Wie Bundesrat Alain Berset sagte, sei man sich über die grossen wirtschaftlichen Folgen bewusst. Wie hoch der Schaden für Veranstalter und Unternehmen ist, lasse sich noch nicht abschätzen. «Die Gesundheit und Sicherheit der Bevölkerung geht aber vor.»

(dk/viv)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ruedi Farner am 28.02.2020 21:12 Report Diesen Beitrag melden

    Toll

    Was wollt ihr eigentlich? Das BAG schläft und jeder Reklamiert und sagt sie sollen was unternehmen? Dann reagiert unser Bundesrat was ich super finde und sagt Gesundheit geht vor Geld. Ich verstehe den Sinn bei der Absagen solcher shows da kommen leute von weit her und versammeln sich. Ideal für das Virus. Ich bin auch betroffen und hab ein paar tickets von star wars live in concert. Ja nu die verliere ich aber davon geht dir welt nicht unter. Jeder der einmal wirklich krank war, weiss genau wieviel wert gesundheit hat.

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  • Monika am 28.02.2020 21:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie jemand etwas macht es ist nie richtig.

    Gestern noch Kritik es werde nichts gemacht , heute Kritik weil etwas gemacht wurde, ich verstehe die Schweiz nicht mehrq.

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  • Werner Blanchard am 28.02.2020 21:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Absage

    Ich habe vollstes Verständnis für die Entscheidung des Bundesrates, die Gesunheit der Bevölkerung kommt hier vor Kommerz

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Juan Carlos Ribas am 29.02.2020 15:58 Report Diesen Beitrag melden

    covid-19

    Warum sind bis zu 1000 Personen erlaubt? Kann der covid-19 erzählen? 1,2,3,986, das covid-19 infiziert Sie nicht, Sie nicht überschreiten 1000. Kann der covid-19 denken?

  • JJ am 29.02.2020 15:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kulanz bei Schuldscheinen ?

    Schuldner erklären Ihre Schuldscheine gegenüber den Gläubigern für Kraftlos ? Ich ( Schuldner) muss morgen zur meiner Bank ( Gläubiger) Habe noch eine Hypothek ( Schuldschein) auf dem Haus und erkläre diese der Bank für Kraftlos. Das eröffnrt js ganz neue Möglichkeiten um an Geld zu kommen. Tolle Sache. Setzte dchon mal meine eigenen AGBs auf.

  • B. Rset am 29.02.2020 15:27 Report Diesen Beitrag melden

    Klar hat das Volk den Schaden

    währen Berset bereits überlegt, wie er die KK Prämien ganz im Sinne seiner Versicherungs Lobbyisten noch viel mehr hochschrauben kann! Von dem Mann ist sicher keinerlei Hilfe zu erwarten.

  • Timo am 29.02.2020 15:08 Report Diesen Beitrag melden

    Lustig:-)

    Flughäfen, Bahnhöfe, ÖV, Einkaufszentren, Unis, (Rekruten)Schulen etc., alles Orte mit mehr als 1000 Personen. Und jetzt? Ist nun auch all das "verboten"? Mal schauen:-)

  • Markus am 29.02.2020 14:39 Report Diesen Beitrag melden

    Stalder, wo denkt die nur hin

    Es kann doch nicht sein, dass ein Veranstalter das Risiko tragen muss. Ein Engadiner Marathon ginge schlicht Konkurs. Die Stalder hat doch nicht alle Tassen im Schrank und stellt solche Forderungen. Kann ja keiner mehr ernst nehmen.