07. April 2008 15:59; Akt: 08.04.2008 00:03 Print

Wegen ihrer Memoiren: Maulkorb für Del Ponte

von Gaudenz Looser - Die Memoiren der ehemaligen Uno-Chefanklägerin Carla del Ponte sind zu explosiv. Das EDA hat ihr einen Maulkorb erteilt und jede aktive Werbung untersagt.

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«Wir danken Ihnen für die rasche Rückkehr nach Buenos Aires» – der Fax, den der Chefdiplomat Martin Dahinden letzten Samstag an Carla del Ponte schickte, könnte deutlicher nicht sein: Das Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) ist nicht glücklich über das Kriegsverbrecher-Skandalbuch der ehemaligen Chefanklägerin des Uno-Tribunals in Den Haag und heutigen Botschafterin in Argentinien. Es hat deshalb Del Ponte in letzter Minute die Teilnahme an der auf gestern geplanten Präsentation ihres Buchs in Mailand untersagt. Die Vernissage in Lugano von heute fällt genauso aus wie zahlreiche Interviews mit internationaler Presse.

Am liebsten hätte Bern das Buch ganz verboten: «Wäre es während Ihrer Zeit als Missionschefin entstanden, hätten wir es nicht autorisieren können», schreibt Dahinden weiter. Grund: «Es enthält Aussagen, die von einer Schweizer Regierungsvertreterin nicht gemacht werden können.»

Auf Italienisch ist «Die Jagd – Ich und die Kriegsverbrecher» bereits seit Anfang April erhältlich. Die deutsche Version lässt auf sich warten: Sie erscheint bei Fischer und ist erst auf Frühling 2009 geplant.