Es grünt so grün

15. Dezember 2016 10:09; Akt: 15.12.2016 12:34 Print

Weisse Weihnachten bleiben ein Traum

Die Wahrscheinlichkeit, dass es ordentlich Schnee an Weihnachten gibt, beträgt dieses Jahr fünf Prozent. Schuld ist das stabile Hochdruckgebiet.

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Die Chancen auf verschneite Weihnachten sind dieses Jahr wieder gering. Die ersten zaghaften Prognosen vor knapp einer Woche zeigetn dies bereits. Jetzt wird es immer wahrscheinlicher: Schnee gibts an Weihnachten kaum.

Die Wahrscheinlichkeit auf weisse Weihnachten beträgt dieses Jahr 5 Prozent, wie der Wetterdienst Meteonews mitteilt. Für etwas Glitzer könnte höchstens der Raureif in den kalten und nebligen Nächten sorgen. Schuld an der fehlenden weissen Pracht ist die stabile Hochdrucklage, die seit Anfang Dezember anhält. Sie verhindert den Aufstieg von Niederschlagsfronten in den Alpenraum.

In zahlreichen Regionen gab es seit Monatsbeginn überhaupt keine Niederschläge. Eine Änderung ist bis Heiligabend nicht in Sicht, zumindest nicht in den meisten Vorhersage-Modellen der Meteorologen. Damit dürfte der Dezember viel zu trocken bleiben. Dies ist vor allem für Skigebiete eine Qual, die ihren Gästen unterhalb von 2000 Metern lediglich Kunstschnee anbieten können.

Milde und Sonnenschein

Das Quecksilber klettert bei Nebel in den Lagen unterhalb von 800 Metern kaum über den Gefrierpunkt und sorgt damit für einen zu kalten Dezember. Derweil ist es in der Höhe aber mild, oft gar mit Sonnenschein. Die Temperaturen liegen dort deutlich über der jahreszeitlichen Norm.

Doch auch wenn es in der Höhe generell mild ist, sind Ausnahmen möglich: Nämlich in eingeschlossenen Bergtälern, in schattigen Lagen oder isolierten Gebieten.

Gefrorene Seen

Während Skifans sich grämen, freuen sich andernorts die Schlittschuhfahrer. Im Bündnerland ist die Eisschicht auf dem Obersee in Arosa seit Mittwoch genügend dick, um Schlittschuh zu laufen. Die Eisfläche präsentiert sich als «tiefdunkles Schwarzeis», wie Arosa Tourismus mitteilte.

Im Engadin ist der Lago Bianco auf dem Berninapass zwar gefroren, aber nicht zum Begehen geöffnet. Noch zwei Zentimeter fehlen der Eisschicht des Walliser Lac de Champex, um offiziell Menschen tragen zu dürfen.

In La Brévine NE wurde der zugefrorene Lac des Taillères bereits letzte Woche der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, wie Gilles Henry vom Neuenburger Tourismus-Büro sagte: «Am Samstag hatte es bei prächtigem Sonnenschein mehrere hundert Personen auf dem See. Das Eis ist wunderschön, weil kein Schnee darauf liegt.»

Wasserski statt Schlittschuh im Waadtland

In den Freibergen haben sich bereits einige Personen auf den Etang de la Gruère getraut, der in einem Naturreservat unweit von Saignelégier JU liegt. Das Eis ist dort allerdings erst etwa zehn Zentimeter dick.

Im Waadtland dagegen lädt der Lac de Joux derzeit eher zum Wasserskifahren als zum Schlittschuhlaufen ein. «Er gefriert selten vor Weihnachten zu: eher im Januar oder Februar», sagt Joakim Bonny von Vallée de Joux-Tourismus. Auch da wird es zwar des Nachts kalt, doch bleiben die Temperaturen tagsüber relativ mild.

Seit diesem Wochenende zugänglich ist dagegen der Lac Ter. Eine Eisdecke hat er, weil er kleiner und mehr im Schatten gelegen ist als der Lac de Joux. Beim Freiburger Schwarzsee wurden sechs Zentimeter Eis gemessen, in einigen Tagen soll auch er geöffnet werden.

Eigenes Risiko

In den Kantonen Zürich und Bern sind die Seen dagegen noch nicht gefroren. Da ist auch der Oeschinen-See auf 1578 Metern über Meer in den Berner Alpen keine Ausnahme, obwohl sich dort die Temperaturen um Null Grad bewegen.

Die Tourismus-Büros weisen darauf hin, dass Personen, die sich auf gefrorenen Seen bewegen, dies auf eigenes Risiko täten. Immerhin sind die Aussichten für Eisfans vorderhand gut: Laut MeteoSchweiz bleiben die Temperaturen bis zum Wochenende unverändert. Danach könnte allenfalls ein Nord-Nordwest-Wind einsetzen.

(kat/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Spaniel am 15.12.2016 11:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grüne Weihnachten

    Wir nehmen es wie es kommt. Meckern bringt nichts. Übrigens - noch ist immer Herbst, nicht Winter..

  • Tom Gin am 15.12.2016 13:07 Report Diesen Beitrag melden

    Wie war das nochmals mit den gaanz

    sicheren Prognose unserer Wetterfrösche aus dem Muotathal? "es gibt weisse Weihnachten... " Tipp: lasst es doch besser bleiben.

  • Bündner am 15.12.2016 12:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jahreszeiten

    Der Winter beginnt am 21. Dezember und die Natur hat sich nicht geändert. Nur die überintelligenten Menschen meinen es müssen nach ihren Daten die Jahreszeiten ändern. Bis anhin ist der Winter immer noch gekommen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Nomade am 15.12.2016 19:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schnee war gestern

    Gut so ... Schneit dafür BONIs in die Abzocker Reihen CH Kapitäne !

  • Jubila am 15.12.2016 18:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Moderne Diktatur

    Wann wird die EU der Schweiz entlich Schnee vorschreiben.

  • Caro123 am 15.12.2016 18:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wenigstens kalt

    Wenigstens ist es kalt im Flachland und nicht so eklig warm wie letztes Jahr. Und das Raureif sieht doch auch ganz hübsch aus.

  • Jürgen D. am 15.12.2016 18:21 Report Diesen Beitrag melden

    Winter 2016/2017

    "Für etwas Glitzer könnte höchstens der Raureif in den kalten und nebligen Nächten sorgen." Das reicht doch völlig. Sieht auf jeden Fall toll aus!

  • Kroko. am 15.12.2016 18:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Winterindustrie

    Hat 30 Jahre Verspätung und vermarktet noch wie in den Jahren 1970. Dabei haben die Leute gar keine Lust mehr auf Skiferien. Man sollte man die Burger fragen was sie wollen und was für Budgets sie haben.