Üble Nachrede

01. Februar 2019 21:02; Akt: 03.02.2019 13:33 Print

«Weltwoche» outet Ricklis Rüpel-Rapper

Sie beschimpften in ihrem Song Nationalrätin Nathalie Rickli und mussten dafür vor Gericht. Nun ist ihre Identität bekannt.

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Das Berner Obergericht verurteilte fünf Rapper in zweiter Instanz wegen Beschimpfung und übler Nachrede zu einer bedingten Geldstrafe. Der Grund: Ein Schmäh-Song gegen SVP-Nationalrätin Natalie Rickli («Natalie Rickli isch guet für nes Fickli»). Vom Vorwurf der sexuellen Belästigung wurden sie freigesprochen.

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Wurden die Rüpel-Rapper angemessen bestraft?

Jetzt hat die «Weltwoche» von Verleger und SVP-Nationalrat Roger Köppel die Rapper – drei gehören zur Berner Crew Chaostruppe – geoutet. In der aktuellen Ausgabe zeigt sie sie im Bild, das Gesicht von einem schwarzen Balken verdeckt. Einer liegt in der Hängematte. Aus rechtlichen Gründen schreibt die Zeitschrift nur die Initialen der Rapper.

Familienväter und ein Pflegefachmann

Drei der beteiligten Rapper, die im Umkreis der Berner Reitschule verkehren und ihren Namen nicht in der Zeitung lesen wollen, sind gemäss der «Weltwoche» schon mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Einer der Beteiligten (30) ist laut dem Bericht vorbestraft wegen Vergehen gegen das Waffengesetz und Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte.

Die einzige Frau im Bunde sei vorbestraft wegen Sachbeschädigung, Hinderung einer Amtshandlung und Verletzung der Verkehrsregeln. Ein Dritter (30) sei vorbestraft wegen Hinderung einer Amtshandlung.

Chaostruppe-Crew schweigt

Dabei waren auch ein Familienvater. «Wenn sie nicht gerade über schwanzlutschende SVP-Politikerinnen herziehen, führen die Beschuldigten ein ganz normales (Familien-)Leben im linkssozialen Berner Milieu», resümiert die «Weltwoche».

Was die Beteiligten dazu sagen, dass die Zeitschrift in ihrem Umfeld recherchiert hat, ist nicht in Erfahrung zu bringen. Auf Anfrage von 20 Minuten schreibt die Chaostruppe, dass niemand für ein Interview zur Verfügung stehe, da es sich um ein laufendes Verfahren handle. Das letzte Wort hat das Bundesgericht.

(maz)