Fedpol-Jahresbericht

24. Juni 2011 06:05; Akt: 24.06.2011 11:13 Print

Weniger Hooligan-Vorfälle im letzten Jahr

von Lukas Mäder - Gegen Hooligans wurden im letzten Jahr weniger Stadion- und Rayonverbote ausgesprochen. Trotz diesen Fortschritten geben sich die Behörden nicht optimistisch.

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Weniger Einsatzstunden der Polizei dank baulicher Trennung: Sicherheitszaun zwischen Bahnhof Wankdorf und Stade de Suisse in Bern, 13. Februar 2011. (Bild: Keystone/Alessandro Della Bella)

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Im Kampf gegen gewalttätige Chaoten bei Sportveranstaltungen vermeldet das Bundesamt für Polizei (Fedpol) positive Neuigkeiten. Im letzten Jahr hat es weniger Personen in die Hooligan-Datenbank Hoogan eingetragen als noch 2009. Dies geht aus dem am Donnerstag veröffentlichten Jahresbericht hervor.

Auch die Zahl der verfügten Massnahmen ging markant zurück. Während 2009 die Behörden 519 Stadion- und Rayonverbote ausgesprochen hatten, waren es 2010 nur 225. Das Fedpol wagt im Jahresbericht eine positive Bilanz: Dank den Massnahmen von Bund, Kantonen und Verband seien die Polizeiaufgebote bei Sportveranstaltungen gegenüber 2009 «leicht zurückgegangen».

Einen positiven Blick zurück wirft auch Basel. «Wir hatten eine ruhige Saison ohne Eskalationen», sagt Polizeisprecher Klaus Mannhart. Es habe eine enge Zusammenarbeit der Beteiligten geben. Diesen dauernden Dialog streicht auch Josef Zindel vom FC Basel heraus. Er verweist aber auch auf Massnahmen des Clubs: «Wir stellen fest, dass wir mit unserer aufwändigen Fan- und Sicherheitsarbeit mit repressiven, präventiven und integrativen Elementen richtig liegen.» Doch der Ruhe traut die Polizei noch nicht recht, wie Mannhart sagt: «Die Situation kann sich auch wieder ändern.»

Noch keine Entwarnung

Zurückhaltend äussert sich auch die Zentralstelle für Hooliganismus. Die Situation habe sich gesamtschweizerisch gesehen zwar verbessert, sagt eine Sprecherin. In den Städten, etwa in Zürich, seien gewalttätige Vorfälle aber gleichbleibend oder sogar zunehmend. Das bestätigt auch der Sicherheitsdirektor der Stadt Bern, Reto Nause. Zwar habe Bern die Einsatzstunden der Polizei dank Investitionen in einen Sicherheitszaun reduzieren können. «Doch in der zweiten Saisonhälfte kam es gehäuft zu Vorfällen, die eine neue Qualität haben.» So stürmten Anfang Mai YB-Anhänger einen Extrazug mit Thun-Fans. Zudem sei es einmal wieder im Stade de Suisse selbst zu Ausschreitungen gekommen, bei denen auch die WC-Anlagen zerstört wurden. Nause betont deshalb: «Es gibt keinen Grund zur Entwarnung.»

Wie weit die 2007 eingeführten Massnahmen tatsächlich greifen, kann die Zentralstelle für Hooliganismus noch nicht abschliessend sagen. Doch die Stadionverbote und die verbesserte Kommunikation zwischen den Polizeikorps seien sicher positiv zu werten, so die Sprecherin. Für den Berner Sicherheitsdirektor Nause hat insbesondere die lückenlose Trennung der verschiedenen Fangruppen Wirkung gezeigt. Doch er erachtet weitere Massnahmen als angezeigt. Neben dem Kombi-Ticket, das die Gästefans zur Benutzung eines Extrazugs verpflichtet, will er eine Bewilligungspflicht für Grossveranstaltungen im Sport. «Wenn eine Bewilligung nötig wäre, könnten wir Auflagen machen oder sogar ein Spiel absagen», sagt er. Im Kanton Bern gebe es entsprechende Vorstösse. Die Stossrichtung dabei ist klar, wie Nause sagt: «Die Clubs müssen vermehrt haftbar gemacht werden können.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bieler am 24.06.2011 08:56 Report Diesen Beitrag melden

    nkey!!

    hauptsache man darf in biel die ganz stadt demolieren

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  • Sheriff Lobo am 24.06.2011 10:37 Report Diesen Beitrag melden

    Chaoten werden kaum Bestraft

    Es wird halt einfach noch zu wenig durchgegriffen und die Bestrafungen sind zu lasch. Solche Chaoten müssen min.3 Tage in U-Haft genommen werden, dann merkt auch deren Chef & Familie was für ein Idiot das ist. Zudem sollen die finanziell für die Kosten belangt werden. Jder Falschparkier wird härter bestraft als diese Krawallbrüder. An die Fans die sagen sie seien ja gegen diese Chaoten.. von jedem Mist wird ein MMs bild gemacht , warum macht ihr nicht bilder von den Typen und sendet es der Poliziei, das würde Helfen.

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  • HSVer am 25.06.2011 04:47 Report Diesen Beitrag melden

    Lächerlich

    Und wer soll das glauben? Nur weil Behörden, der SFV, die Clubs und sogenannt Fan-Verantwortlich alles unter den Teppich kehren heisst das nicht, dass nix passiert. Das ist nicht mal Symptombekämpfung. Das ist blosse Schönrederei. Freue mich darauf, kommende Saison schöne, friedliche Spiele in der BL und PL zu schauen. Fussballmatch in der Schweiz. SICHER NICHT

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Die neusten Leser-Kommentare

  • HSVer am 25.06.2011 04:47 Report Diesen Beitrag melden

    Lächerlich

    Und wer soll das glauben? Nur weil Behörden, der SFV, die Clubs und sogenannt Fan-Verantwortlich alles unter den Teppich kehren heisst das nicht, dass nix passiert. Das ist nicht mal Symptombekämpfung. Das ist blosse Schönrederei. Freue mich darauf, kommende Saison schöne, friedliche Spiele in der BL und PL zu schauen. Fussballmatch in der Schweiz. SICHER NICHT

    • marcel finn am 25.06.2011 18:47 Report Diesen Beitrag melden

      Wer kehrt Dinge unter den Teppich?

      Auch in der BL und der PL passieren Vorfälle wie in der Schweiz. Nur gibt es praktisch keine Sensationslüsterne Berichte davon in der schweizer Presse zu lesen. Abgsehen davon finde ich einen Vergleich England-Deutschland-Schweiz heikel.

    • Thomas am 26.06.2011 11:35 Report Diesen Beitrag melden

      Lächerlich!

      Es glauben diese Personen die an die Spiele gehen und sich nicht nur ein Bild über die Medien vermitteln lassen. Zu ihrer hochgelobet Bundesliga, ich möchte Sie daran erinnern, dass es zu Morddrohungen gegen Spieler kam, dadurch auch Trainings abgebrochen werden mussten. Die 2.BL birgt nächste Saison viel Konfliktpotential, aber dass kehren Sie wohl unter den Teppich.

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  • Ultra am 24.06.2011 13:30 Report Diesen Beitrag melden

    Mentalita Ultra never dies!

    Fussballfans sind keine Verbrecher!

    • Steuerzahler am 26.06.2011 00:43 Report Diesen Beitrag melden

      Fans sind OK. Chaoten aber nicht.

      Ja friedliche Fussballfans sind keine Verbrecher. Chaoten die Prügeln und zerstören sind aber sehr Wohl verbrecher und gehören bestraft. Wer förige energie hat kann diese auch Nutzen ohne Eigentum anderer (auch Eigentum der öffentlichkeit) zu beschädigen. Es gibt eine Unzahl sinnvoller Freizeitbeschäftigungen. Aber hast wohl recht Ultras never dies... weil die Dummen sterben wohl nie aus!

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  • Tom Sander am 24.06.2011 12:11 Report Diesen Beitrag melden

    Hools schaffen Jobs!

    Hooligans und Chaoten sind ein top Wirtschaftsfaktor geworden. Alle die sich mit Chaotentum beschäftigen haben einen Job mit Arbeitsplatzgarantie. Und für die Security und Pol werden ja bereits mehr Leute und Material gefordert. "Hools sind Promo-Tools" für Politik und unzählige Jobs ;o)

  • Remo Fritsche am 24.06.2011 10:52 Report Diesen Beitrag melden

    Propaganda

    Umso mehr erstaunt es, dass eine Karin Keller-Suter weiterhin auf der "Hooligan-Welle" mitreitet und dies zur Selbstdarstellung und Profilierung im Wahlkampf nutzt. Echt peinlich.

  • Sheriff Lobo am 24.06.2011 10:37 Report Diesen Beitrag melden

    Chaoten werden kaum Bestraft

    Es wird halt einfach noch zu wenig durchgegriffen und die Bestrafungen sind zu lasch. Solche Chaoten müssen min.3 Tage in U-Haft genommen werden, dann merkt auch deren Chef & Familie was für ein Idiot das ist. Zudem sollen die finanziell für die Kosten belangt werden. Jder Falschparkier wird härter bestraft als diese Krawallbrüder. An die Fans die sagen sie seien ja gegen diese Chaoten.. von jedem Mist wird ein MMs bild gemacht , warum macht ihr nicht bilder von den Typen und sendet es der Poliziei, das würde Helfen.

    • Supporter am 24.06.2011 13:08 Report Diesen Beitrag melden

      WTF?

      Wird man für Falschparkieren mit einem 3 Jährigen Autoverbot bestraft? Und das mit den MMs ist ja mal eine super Idee, wie wärs den mit Ihnen? Gratis Handy mit Kamera zur Verfügung gestellt von der Polizei und ab in den Basler Mob und ein bischen fötele und die Exklusiv-Bilder gleich an den Kumpel von der Polizei schicken! Super viel Spass dabei, wenn Sie glück haben lächelt ja noch der eint oder andere auf dem Bild oder guckt gleich direkt in die Kamera! Totaler Schwachsinn

    • roger am 24.06.2011 13:48 Report Diesen Beitrag melden

      hallo

      was bitte schön geht es die familie/arbeitgeber an, wenn jemand ein chaot ist? (sofern volljährig)

    • Bernhard Bianker am 24.06.2011 15:04 Report Diesen Beitrag melden

      Jder Falschparkier

      Bitte beweisen Sie, inwiefern "Jder Falschparkier" (Um wen handelt es sich dabei überhaupt?) härter bestraft wird als diese Krawallbrüder.

    • weder frank am 24.06.2011 16:53 Report Diesen Beitrag melden

      das ist nicht richtig was du da schreibt

      Deine aussage ist falsch,denn ein falsch parkiere r zahlt höchstens 180fr.-!ich kenne Leute die abgesehen von Stadion/Rayonverbot auch bis zu 6000fr.- belangt worden sind also wurde ich an deiner stelle nicht solchen unsin schreiben!

    • Mil Sich Greni am 25.06.2011 19:47 Report Diesen Beitrag melden

      Alle müssen Kosten bezahlen für Chaoten

      @roger : Tja solches Hirnlose verhalten eines Chaoten passt wohl zu den wenigsten Firmenleitbildern. Ich würde als Chef ,auch wenn es in der Freizeit ist, solches Verhalten nicht tollerieren, Das ist ein Kündigungsgrund. Es geht alle etwas an ob volljährig oder nicht, denn es hanndelt sich um sachbeschädigung und gewallt und für die Kosten dieser Idioten müssen die Steuerzahler bluten. .

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