«Via Sicura» wirkt

27. März 2014 21:14; Akt: 28.03.2014 07:30 Print

Weniger Raser – härtere Strafen schrecken ab

2013 mussten weniger Schnellfahrer ihr Billett abgeben als im Jahr davor. Dies obwohl – oder vielleicht gerade weil – strenger gegen Raser vorgegangen wurde.

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Das Massnahmenpaket «Via Sicura» sieht härtere Strafen für Raser vor. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

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29'701 Verkehrsteilnehmer mussten ihren Führerausweis vergangenes Jahr abgeben, weil sie zu schnell gefahren waren. Das sind 3,8 Prozent weniger als im Vorjahr – und ganze 16 Prozent weniger als 2010, als die Zahl der Ausweisentzüge in der Schweiz ihren Höchststand erreicht hatten. Das geht aus der Statistik der Administrativmassnahmen (Admas) des Bundesamts für Strassen hervor.

Der Rückgang erstaunt – denn seit letztem Jahr ist Via Sicura in Kraft, ein Handlungsprogramm für mehr Sicherheit im Strassenverkehr. Es sieht härtere Strafen für Raser vor: Ihnen drohen neu mindestens zwei Jahre Ausweisentzug. Wieso also hat die Polizei im letzten Jahr also nicht mehr, sondern weniger Schnellfahrer bestraft?

«Viele haben ihre Einstellung überdacht»

Rolf Grüninger, der Geschäftsführer des Strassenverkehrsamts des Kantons Zürich, führt den Rückgang im «Touring»-Magazin des TCS auf die abschreckende Wirkung der Gesetzesverschärfung zurück. Die Gespräche mit jungen Verkehrssündern würden zeigen, dass die schärferen Massnahmen greifen.

Diese Auffassung teilt Valesca Zaugg, Geschäftsführerin von Road Cross Schweiz: «Die neue Regelung hat offensichtlich zu einer Sensibilisierung geführt – wir sind sehr erfreut.» Die Debatten, die im Zusammenhang mit Via Sicura geführt worden seien, hätten scheinbar nicht nur bei Rasern, sondern auch in breiten Teilen der Bevölkerung eine präventive Wirkung entfaltet. «Offenbar haben einige Fahrzeuglenker ihr Verhalten am Steuer überdacht und gehen mit einer anderen Einstellung und angepasstem Tempo auf die Strasse.»

Denn tatsächlich ist von den neuen Via-Sicura-Bestimmungen nur ein kleiner Teil der Schnellfahrer betroffen: Von den 29'701 Personen, die ihren Ausweis im vergangenen Jahr abgeben mussten, fallen nur rund 26 bis 30 unter die Kategorie «Raser». Als solcher gilt lediglich, wer in der 30er-Zone mit mindestens 70 km/h, innerorts mit über 100 km/h oder ausserorts mit 140 km/h erwischt wird. Auf der Autobahn muss das Tacho sogar mindestens 200 Stundenkilometer anzeigen, damit die für Raser vorgesehenen Strafen gelten.

(jbu)