Zürcher Studie

27. Oktober 2018 17:31; Akt: 27.10.2018 17:31 Print

Raucht die Mutter, schlägt der Sohn eher zu

Alkohol und Gras mit 11, Koks mit 15 Jahren: Eine Untersuchung zeigt, wie die Stadtzürcher Jugendlichen ticken.

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Warum werden Jugendliche kriminell, wie sieht ihr Drogenkonsum aus? Das wollen Forscher an der Uni Zürich mit einer Langzeitstudie herausfinden. Im Jahr 2004 wurde darum ein Viertel aller neuen Stadtzürcher Primarschüler, 1675 Kinder, für die Untersuchung «Z-Proso» rekrutiert. Im September schlossen die Forscher die achte Erhebungswelle ab, die Kinder von damals sind nun junge Erwachsene.

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Die neuen Daten, über die der «Tages-Anzeiger» (Bezahl-Artikel) berichtet, zeigen: Im Alter von 11 Jahren trinkt jeder zehnte Bub bereits Alkohol, erste Kinder konsumieren dann auch Cannabis. Die ersten Erfahrungen mit Kokain wurden im Alter von 15 Jahren registriert.

Diebstähle, Drogenkonsum, Schwarzfahren

Weiter zeigt die Studie: Wenn die Mutter raucht, schlägt der Sohn doppelt so häufig zu. Von den Söhnen der Nichtraucherinnen wurden 24 Prozent im Rechtsinformationssystem (RIS) des Kantons Zürich registriert, bei den Buben der Raucherinnen waren es 47 Prozent. Bei den Mädchen steigt der Wert von 14 auf 23 Prozent.

Am häufigsten im RIS registriert sind die Jugendlichen wegen Diebstählen, Drogenkonsums oder Schwarzfahrens. Von den 10- bis 17-Jährigen hat bereits mehr als jeder Fünfte eine Fiche bei der Jugendanwaltschaft, von den männlichen 17-Jährigen hat bereits jeder Dritte einen Eintrag.

ADHS als Risikofaktor für Gewalt

Für Studienautor Manuel Eisner sind die Erkenntnisse «glasklar»: Wenn eine schwangere Frau rauche, würden durch die Gifte aus der Zigarette die Gefässe des Ungeborenen verengt, dies hemme die Hirnentwicklung, das Risiko für Aufmerksamkeitsstörungen wie ADHS steige. ADHS wiederum gehöre zu den Risikofaktoren für Kriminalität.

Eisner und sein Team fragten die Jugendlichen auch, warum sie zuschlagen. Der mit 47 Prozent am häufigsten genannte Grund: «Das Opfer hat mich provoziert.» 38 Prozent gaben an, aus Selbstverteidigung gehandelt zu haben, 22 Prozent sagten, sie seien einfach «völlig durchgedreht». 4 Prozent sagten, sie hätten nur zum Spass zugeschlagen.

Die befragten Kinder besuchten zu 20 Prozent ein Gymnasium, zu 41 Prozent die Sek A und zu 37 Prozent die Sek B oder C. 71 Prozent der Jugendlichen lebten im Alter von 13 Jahren mit beiden Elternteilen zusammen, 29 Prozent in anderen Konstellationen, etwa in einem Ein-Eltern-Haushalt. 63 Prozent der Kinder wurden im Ausland geboren, 37 Prozent in der Schweiz.

(the)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Marie am 27.10.2018 18:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Blödsinn

    Was für ein Blödsinn! Es liegt an der Erziehung und den Werten die man mitgibt und nicht daran wieviel ein Elternteil raucht. Aber was mich mehr interessiert; woher hat ein 15jähriger das Geld für Koks?

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  • Toni am 27.10.2018 17:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Studien ????

    Wie wäre es mit Erziehung von Kindern und nicht mit so einer Studie alles gut reden wenn die Jugendlichen kriminelle Handlungen vorzunehmen.

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  • Th.ruch am 27.10.2018 17:44 Report Diesen Beitrag melden

    Schwachsinn studie

    Ist einer vom Osten schlägt er eher zu. Ist auch eine studie. Völliger Quatsch,meine Mutter Raucht pro Tag 2packs zigis und ich hab nie jemand geschlagen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Jemand am 26.11.2018 08:33 Report Diesen Beitrag melden

    Selbstverteidigung?

    38% haben aus Selbstverteidigung zugeschlagen? Und das gibt dann einen Eintrag? Zumindest bei einem Teil der Betroffenen wird die Angabe stimmen. Verteidigen ist heute nicht mehr erwünscht. Man soll alles ausdiskutieren, selbst wenn der Täter schon zugeschlagen hat. So wird das heute auch in der Schule vermittelt.

  • Kurt Stauffer am 07.11.2018 12:11 Report Diesen Beitrag melden

    Was ist Ursache und was Wirkung?

    Was ist Ursache, was ist Wirkung? Ich glaube, es ist schon ein spezieller Typ Frau, der überhaupt raucht. Eine Frau die während der Schwangerschaft raucht, ist gegenüber ihrem Kind verantwortungslos. Ich würde es eine Charakterschwäche nennen. Charakterschwache und labile Eltern erziehen ihre Kinder auch anders als verantwortungsvolle. Das ist wohl eher eher die Ursache für das Fehlverhalten deren Sprösslinge. Aber verallgemeinern will ich das nicht. Es gibt da noch viele andere Faktoren, die Einfluss haben; Veranlagung, das Umfeld des Kindes, die Familienverhältnisse, Schule und vieles mehr.

  • Anonym am 07.11.2018 06:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rauchen

    So etwas geht gar nicht weil schließlich ist gar nicht gut weil Rauchen ja so oder so tödlich ist

  • Ex. Perte am 29.10.2018 14:25 Report Diesen Beitrag melden

    Viel wichtiger

    Mich würde ja noch interessieren, wieviele der Elternteile eine Halskette tragen...DAS ist nämlich der Ursprung allen Übels (ok, das stimmt zwar nicht, steht dafür im Einklang mit irgendeiner Studie ;-) )

  • Rigorosa am 29.10.2018 13:56 Report Diesen Beitrag melden

    Es weihnachtet sehr

    Ihr Kinderlein kommet, o kommet doch all. Damit es noch mehr als 63 % werden.