Radio- und Fernsehgebühren

06. März 2010 08:56; Akt: 06.03.2010 11:55 Print

Wer bekommt das eingesparte Billag-Geld?

von Lukas Mäder, Bern - Die Billag will sparen, doch nicht um mehr Geld zu verdienen. Die eingesparten 14 Millionen Franken will sie in den Gebührentopf einzahlen. Noch ist unklar, ob die SRG davon profitiert oder die Gebührenzahler.

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Die Charmeoffensive der Billag hat begonnen. Die Swisscom-Tochter treibt die Gebühren für Radio und Fernsehen ein und ist bei der Bevölkerung dementsprechend unbeliebt. In der Kritik stand die Inkasso-Firma auch, weil ihre Kosten zu hoch seien. Jetzt reagiert die Billag und will Geld sparen: Rund 14 Millionen Franken jährlich, wie der Verwaltungsratspräsident und frühere Preisüberwacher Werner Marti gegenüber dem «Sonntagsblick» sagt. Das sind 25 Prozent der jährlichen Inkasso-Kosten von 55 Millionen Franken.

Die Sparmassnahmen stossen auf ein positives Echo. «Endlich ist die Billag bereit, Kosten einzusparen», sagt SVP-Nationalrätin Natalie Rickli als eine der schärfsten Kritiker des Gebührensystems. Doch damit die Billag das Geld einsparen kann, muss auch der Bundesrat handeln. Er muss den Vertrag mit der Inkasso-Firma anpassen, damit diese auf eine Jahresrechnung umstellen kann. Statt wie heute vierteljährlich sollen die Gebührenzahler nur noch einmal pro Jahr eine Rechnung erhalten. Der Versand der 3 Millionen Rechnungen soll gestaffelt erfolgen: Monatlich will die Billag rund 250 000 Jahresrechnungen verschicken, damit sich der Bearbeitungsaufwand gleichmässig über das ganze Jahr verteilt. Dies soll Einsparungen von 10 Millionen Franken bringen, alleine 6 Millionen davon durch den Wegfall von Bankgebühren. Weitere 4 Millionen will die Billag mit internen Massnahmen einsparen, die laut Marti in diesem und im nächsten Jahr umgesetzt werden.

Der Bund hat noch keinen Plan

Bis wann der Bundesrat die nötigen Anpassungen vornimmt, ist noch unklar. «Es ist noch zu früh, um diese Frage zu beantworten», sagt Deborah Murith, Sprecherin des Bundesamtes für Kommunikation (Bakom). Derzeit werde das genaue Vorgehen erst definiert. Nationalrätin Rickli hat den Bundesrat angefragt, ob er die Einsparungen in die Wege leiten will. Dieser wird am Montag antworten. Die Billag hat bereits einen Zeitplan, wie Verwaltungsratspräsident Marti gegenüber 20 Minuten Online erläutert: Der Bundesrat müsste die Verordnung bis Ende 2010 anpassen, sagt er. Die Umstellung würde im 2011 erfolgen, so dass die Billag ab dem 1. Januar 2012 Jahresrechnungen verschicken — und so Geld sparen — könnte.

Die SRG hält die Hand auf

Doch noch ist unklar, was mit den eingesparten Millionen passieren soll. Die Billag will es in den sogenannten Gebührentopf einzahlen. Ob davon die SRG durch mehr Einnahmen oder die Gebührenzahler durch tiefere Rechnungen profitieren, ist noch nicht entschieden. Für Rickli ist klar: «Das eingesparte Geld muss auf der Rechnung abgezogen werden und darf nicht in die Gebührenkasse fliessen.» Auch wenn es pro Gebührenzahler nur etwa 4.50 Franken pro Jahr ausmacht. Beim Bakom ist es bei diesem Thema für eine Antwort zu früh. Gut möglich, dass der finanzielle Mehrbedarf der SRG die Einsparungen jedoch gleich wieder verschluckt. Bereits im vergangenen November hat die SRG beim Bundesrat angemeldet, dass sie für 2011 bis 2014 pro Jahr 54 Millionen mehr Geld brauche — trotz Sparmassnahmen. Der Billag kann diese politische Frage egal sein: Sie erwartet wie im Vorjahr auch für 2009 einen Gewinn von 3 Millionen Franken.

Wer soll Ihrer Meinung nach das eingesparte Billag-Geld erhalten? Stimmen Sie ab!

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Herr Mayer am 06.03.2010 15:57 Report Diesen Beitrag melden

    Billag und SRG abschaffen,

    denn beide Verbände sind nicht Konkurrenzfähig. Weshalb muss immer der "dumme Normalbürger" die Kosten tragen? Kostenabwälzung durch sozialisieren, dass ist das Einzige, was in der Schweiz wirklich funktioniert. Gute Beispiele sind die UBS und die ganzen Sozialsysteme, welche den Bach runter gehen. Otto- Normalbürger kann immer mehr geben, um nachher immer weniger zu erhalten. Aber wenigstens verstehen es die Politiker durch Provokation von Schwarz-Weiss-Denken von den wirklichen Problemen abzulenken. Einfach SUPER !!!

  • Steve am 06.03.2010 12:56 Report Diesen Beitrag melden

    sparen aber richtig

    Billag abschaffen. Gebühren sind für die SRG und nicht für Gebühreneintreibende Firmen die so viel verschlingen. Ist wie spenden für eine Firma die 90% der Spenden für seine Administration verbraucht. Tolles System. Garnieren von den Beiträgen anderen.

  • Uli am 07.03.2010 07:15 Report Diesen Beitrag melden

    Das Geld zurück an den Gebührenzahler!

    Das Geld gehört den Gebührenzahlern, die haben es auch einbezahlt. Eine andere Entscheidung wäre falsch. Gebt den Leuten das Geld zurück. Wer will sich wieder an unserem Geld bereichern. Schafft diesen Club ab!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Tom am 09.12.2010 11:05 Report Diesen Beitrag melden

    WIESO NICHT SF WERBEFINANZIERT?

    Wieso finanziert sich SF und DRS nicht über Werbung? Amtliche Medienaufgaben sollten sich doch auf ein absolutes Minimum beschränken und für Krisen da sein und darum aus dem Staatskasse bezahlt werden. Das System ist doch nicht mehr aktuell. Die Schweiz muss sehen, was eine seit Jahrzehnten eingnistete Staatsfernsehmaffia gerne zeigen und produzieren will. Mit überhöhten Löhnen und übertriebenen Arbeitsbedingungen. Die Redaktionen sind nicht neutral. Die Zuschauer können nicht wählen - sie müssen zahlen. Wählen kann man nur auf der Fernbedienung, mit Umschalten auf einen anderen Kanal.

  • Fritz Meyer am 07.03.2010 19:10 Report Diesen Beitrag melden

    Ich zahle schon lange nicht mehr ...

    ... Kein Fernseher = keine Gebühren + keine Werbung + viel mehr Zeit Informationen holt man sich am besten aus dem Internet. ;-) Die Gebuhren für den Radioempfang sind mit 14.- / Monat noch so relativ fair.

  • S.Meier am 07.03.2010 12:42 Report Diesen Beitrag melden

    Billag und kein Ende

    Die Billag hätte keine Probleme wenn die TV- und Radio- Sendungen nur ansatzweise etwas wert wären.Was das Publikum nicht sehen und hören möchte,will es auch nicht bezahlen.

  • Uli am 07.03.2010 07:15 Report Diesen Beitrag melden

    Das Geld zurück an den Gebührenzahler!

    Das Geld gehört den Gebührenzahlern, die haben es auch einbezahlt. Eine andere Entscheidung wäre falsch. Gebt den Leuten das Geld zurück. Wer will sich wieder an unserem Geld bereichern. Schafft diesen Club ab!

  • Pascal am 06.03.2010 19:00 Report Diesen Beitrag melden

    Fr. 460.- im Jahr

    Sind einfach zu viel!! Da müsste Werbung im TV verboten sein. In der Schweiz wird man mit Handy und TV abgezockt und das schon seit Jahrzehnten!!! Der Bundesrat soll endlich handeln!