Gesundheitskommission

07. Juli 2018 16:45; Akt: 07.07.2018 17:27 Print

Wer in den Notfall muss, soll 50 Franken zahlen

Mit Gebühren will die Gesundheitskommission des Nationalrates (SGK) unnötige Arztbesuche und Bagatellfälle in der Notaufnahme eindämmen.

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Wer den Spitalnotfall aufsucht, soll eine Gebühr von etwa 50 Franken zahlen müssen. Das will die Gesundheitskommission des Nationalrates (SGK). Auch eine Bargebühr für Besuche in Arztpraxen steht zur Diskussion.

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Die SGK hat zwei parlamentarische Initiativen gutgeheissen, wie die Parlamentsdienste am Freitag mitteilten. Mit den Gebühren will sie unnötige Arztbesuche und Bagatellfälle in der Notaufnahme eindämmen. Stimmt die Ständeratskommission zu, kann die SGK einen Entwurf für eine Gesetzesänderung ausarbeiten.

Die Initiative von Thomas Weibel (GLP/ZH) hiess sie mit 17 zu 7 Stimmen gut. Weibel fordert eine Gebühr von etwa 50 Franken für den Eintritt in den Spitalnotfall. Entfallen würde diese bei Kindern und Jugendlichen, im Falle einer ärztlichen Zuweisung oder bei einer nachfolgenden stationären Behandlung.

«Symbolischer Selbstkostenanteil»

Die Initiative von Thomas Burgherr (SVP/AG) nahm die SGK mit 12 zu 9 Stimmen bei 2 Enthaltungen an. Nach seinem Willen soll bei jedem ambulanten Spital- oder Praxisbesuch für einen neuen Behandlungsfall ein «symbolischer Selbstkostenanteil» in bar erhoben und sofort eingezogen werden. In Spitalambulatorien wäre der Betrag doppelt so hoch wie in Arztpraxen.

Das Parlament soll für bestimmte Patientengruppen und medizinische Massnahmen Ausnahmen definieren können. Für Härtefälle – beispielsweise randständige Personen ohne Bargeld – würde der Bundesrat eine Inkassolösung erlassen.

(kaf/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • tina b. am 07.07.2018 17:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Notfall

    Sollte aber bei wirklichen Notfällen zurück vergütet werden.

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  • L. am 07.07.2018 17:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    leider gut

    Traurig, dass dieser Ansatz nötig ist. Wenn ich die überfüllten Warteräume anschaue befürworte ich die Idee dennoch. Besonders, da sinnvolle Ausnahmen gemacht wurden.

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  • Seerose am 07.07.2018 17:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sehr gut...

    ...es wurde endlich Zeit. Der Betrag könnte ruhig 100 Franken betragen. Dann ist vielleicht endlich Schluss mit jedem Boboli in den Notfall zu rennen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Jorge am 08.07.2018 09:41 Report Diesen Beitrag melden

    Profit

    Das problem ist die Notaufnahme selbst jeder muss sich ja anmelden warum schickt man die bagatellfälle nicht wieder nachhause? Weil sie so nicht nochmehr verdienen.

  • Ventura am 08.07.2018 09:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Notfall...

    Wir mussten letzthin wegen Lähmungerscheinungen am linken Arm und Bluthochdruck ins Spital. Dort wurde die Ernsthaftigkeit der Symptome bestätigt und diverse Untersuchungen unternommen. Da die Resultate aber nicht korrekt gespeichert wurden, konnte der Hausarzt später alles nochmal machen. Vielleicht sollten diese Prozesse mal verbessert werden, denn sie treiben die Kosten extrem in die Höhe. Da sind 50 fr. ein Witz...

  • Nick am 08.07.2018 09:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Macht Sinn

    Bedenkt man, dass man für den Transport im Krankenwagen 800CHF bezahlen muss (Stadt Zürich), macht es durchaus Sinn, dass man für die Notaufnahme auch bezahlen müsste. Müssten aber min. 100CHF sein. Sonst kapieren es gewisse Leute nie, dass man hier nicht, wie in gewissen Ländern üblich, für jede Bagatelle ins Spital zur Notaufnahme rennt.

  • Franz Z. am 08.07.2018 09:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ok, aber...

    ...dann bezahle ich keine 5000 Fr. Prämien pro Jahr mehr oder gar keine mehr!

  • Isolde Keller am 08.07.2018 09:19 Report Diesen Beitrag melden

    Triage

    Es gibt eine einfach Lösung: die Triage. Die offensichtlichen Bobolis werden aussortiert, und ernsthafte oder fragliche Fälle im Notfall behandelt.