Unterschätzte Gefahr auf Rücksitz

16. Juli 2014 15:16; Akt: 16.07.2014 15:43 Print

Wer sich nicht anschnallt, riskiert sein Leben

Die Zahl der Auto-Insassen, die sich auf dem Rücksitz anschnallen, ist zu tief. Für Experten unverständlich, da der Sicherheitsgurt zu den Lebensrettern im Strassenverkehr gehöre.

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Durch Nichttragen der Sicherheitsgurte auf dem Rücksitz kann man sich und andere im Falle einer Kollision schwer verletzen. (Bild: Keystone/Laurent Gillieron)

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Das Anschnallen auf dem Rücksitz ist seit 1994 ein Obligatorium in der Schweiz – und trotzdem: Nur 77 Prozent der Passagiere auf den Rücksitzen sorgen durch das Angurten für ihre Sicherheit, wie die Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU) am Dienstag mitteilte.

Das sei unverständlich, da das Tragen von Sicherheitsgurten zu den wichtigen Lebensrettern im Strassenverkehr gehöre, heisst es weiter. «Wenn es zu einer Kollision kommt und man ist nicht angeschnallt, wird man im Fahrzeug nach vorne geschleudert. Dadurch kann man sich und andere schwer verletzen», erklärt BFU-Sprecher Daniel Menna. Viele Mitfahrer würden dieses Risiko unterschätzen, erklärt Menna. «Die Leute haben das Gefühl, dass sie gegen den gepolsterten Sitz fliegen und dann nichts passieren würde. Das ist ein Irrtum.»

Rund 5 Prozent sterben an ihren Verletzungen

Zahlen des Bundesamts für Statistik bestätigen diese Aussage: Im Jahr 2012 sind von 763 Verunfallten ohne Gurt 4,6 Prozent an ihren Verletzungen gestorben. Bei den Verunfallten mit Gurt erlagen nur rund 0,5 Prozent von rund 10'250 ihren Verletzungen. Die Polizei muss tagtäglich zahlreiche Personen büssen, weil sie sich nicht anschnallten: Allein die Kantonspolizei Zürich verteilte in den Jahren 2012 und 2013 durchschnittlich jeweils 5500 Bussen wegen Nichttragens der Sicherheitsgurte.

Bei der Stiftung Roadcross Schweiz ist das Problem ebenfalls bekannt. Dort stellt man fest, dass die jüngere Generation sich nicht öfter anschnallt als die älteren: «Wir haben bei unseren Präventionsveranstaltungen Zahlen zum Thema Sicherheitsgurt erhoben. 75 Prozent der Jugendlichen haben vor der Prävention angegeben, dass sie sich angurten», so die Geschäftsführerin Valesca Zaugg. Bei einer zweiten Befragung nach der Konfrontation mit den Gefahren sei die Zahl auf 90 Prozent gestiegen, so Zaugg weiter. «Das zeigt, wie wichtig der Beitrag zur Prävention in diesem Bereich ist. Man muss den Jungen aufzeigen, wie wichtig es ist, sich auch hinten anzugurten.» Für Zaugg bedeuten diese Zahlen, dass trotz des Obligatoriums eine gewisse Notwendigkeit zur Sensibilisierung herrsche.

(saw)