Neue Bundesrätinnen

05. Dezember 2018 06:49; Akt: 05.12.2018 18:20 Print

So verlief die Wahl von Keller-Sutter und Amherd

Erstmals in der Schweizer Geschichte wurden zwei Bundesrätinnen gleichzeitig vereidigt. Lesen Sie im Ticker nach, wie der Wahltag verlief und was zu reden gab.

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Die Schweiz hat zwei neue Bundesrätinnen: Viola Amherd (CVP, links) und Karin Keller-Sutter (FDP) wurden am 5. Dezember je im ersten Wahlgang gewählt. Karin Keller-Sutter, Ständerätin aus dem Kanton St. Gallen und frühere Regierungsrätin, erhielt 154 Stimmen und tritt damit die Nachfolge von Johann Schneider-Ammann an. Die CVP-Frau Viola Amherd wurde eher überraschend ebenfalls bereits im ersten Wahlgang mit 148 Stimmen gewählt. Sie folgt auf Doris Leuthard. Die beiden Frauen setzten sich gegen die parteiinterne Konkurrenz von Hans Wicki (FDP) und Heidi Z'graggen (CVP) durch. Bei der FDP galt die 54-jährige Karin Keller-Sutter schon zuvor als Favoritin. Die Wilerin ist gelernte Konferenzdolmetscherin und Berufsmittelschullehrerin. Heute ist sie Berufspolitikerin. 2010 hatte die Ständeratspräsidentin Keller-Sutter gegen Schneider-Ammann noch verloren. Vor acht Jahren fuhr sie in St. Gallen eine strenge Linie gegen Hooligans und Asylbewerber. Die Berufspolitikerin hat einen 15-jährigen, gehörlosen Jack Russell Terrier namens Picasso, der ein Glasauge trägt. Keller-Sutter steht auf Punk-Musik, ihr politisches Vorbild ist Margaret Thatcher, die ehemalige Premierministerin Grossbritanniens. Im Schatten von Keller-Sutter stand Hans Wicki. Der 54-jährige Nidwaldner Ständerat sass sechs Jahre lang in der Nidwaldner Regierung, bevor er 2015 in den Ständerat gewählt wurde. Er ist Unternehmer und hat in Zürich Wirtschaft studiert. Wicki wäre der erste Nidwaldner gewesen, der es in den Bundesrat geschafft hätte. Wie Keller-Sutter sitzt er in verschiedenen Verwaltungsräten. Er ist der einzige der vier Kandidaten, der Kinder hat. Seine 20-jährige Tochter und sein 19-jähriger Sohn seien mit der Kandidatur einverstanden gewesen, sonst hätte er sich nicht zur Wahl aufstellen lassen, so Wicki. Er gehört wie Karin Keller-Sutter zu den linientreuen FDP-Parlamentariern und gilt als wirtschaftsliberal. Er befürwortet beispielsweise eher die automatische Organspende, lehnt aber eher das Adopotionsrecht gleichgeschlechtlicher Paare ab. Bei der CVP war die Sache weniger klar, aber die 56-jährige Walliser Nationalrätin Viola Amherd galt von Anfang an als Favoritin, weil sie als ehemalige Stadtpräsidentin von Brig bereits Regierungserfahrung vorweisen konnte. Die als Anwältin und Notarin tätige Walliserin erhielt in den letzten Woche viel Medienpräsenz. Dabei gnig es vor allem um diverse zweifelhafte Geldgeschäfte. Amherd lebt allein, aber in der gleichen Überbauung wie ihre 14 Jahre ältere Schwester und deren Tochter. New York ist laut eigenen Angaben die Lieblingsstadt der CVP-Politikerin. Mit einem ehemaligen Schulkollegen sei sie schon sehr oft dort gewesen. Die Urner Regierungsrätin Heidi Z'graggen verfügte als einzige der möglichen CVP-Kandidaten über kein Mandat im Bundeshaus. Sie unterlag Amherd bereits im ersten Wahlgang. Die 52-jährige Justizdirektorin arbeitete zuerst mehrere Jahre als Primarlehrerin, danach an der Uni als wissenschaftliche Mitarbeiterin. Sie ist mit einem ehemaligen Zürcher SVP-Kantonsrat liiert. An einer Podiumsdiskussion soll Z'graggen Folgendes über einen Fragesteller gesagt haben: «Dä isch en Depp.» Sie bestreitet die Äusserung vehement, es habe sich um ein akustisches Missverständnis gehandelt.

Verfolgen Sie die Bundesratswahl live.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Moe am 05.12.2018 07:25 Report Diesen Beitrag melden

    Trügerisch

    Es ändern sich nur Marionetten. Mehr nicht.

    einklappen einklappen
  • Peter Bottmingen am 05.12.2018 07:34 Report Diesen Beitrag melden

    Bla Bla

    Es gibt ein bekanntes Theaterstück "Viel Lärm um nichts". Hat jemand das Gefühl das sich für das Volk etwas ändert?

    einklappen einklappen
  • Maya am 05.12.2018 10:39 Report Diesen Beitrag melden

    Betrug...

    ... im Bundesrat, Betrug am Bürger.

Die neusten Leser-Kommentare

  • R. Lütolf am 05.12.2018 12:27 Report Diesen Beitrag melden

    Vertrauen

    Zwei mehr, die einen großen Lohn haben und auf die Steuerzahler herabschauen. Habe jegliches Vertrauen in den schweizer Staatsapparat und die Politiker verloren.

  • Markus W. am 05.12.2018 12:00 Report Diesen Beitrag melden

    Politik für 8 Mia. Menschen

    Auch dieser Bundesrat wird nicht Politik machen für die Einwohner der Schweiz, sondern er wird es sich sehr zu Herzen nehmen, sich für die restliche Bevölkerung (8 Mia.) einzusetzen...

  • Ueli der Brächer am 05.12.2018 11:59 Report Diesen Beitrag melden

    Zu spät

    Gibt nichts zu jammern! Wir hättens anno dazumal in den Händen gehabt, dass die Bundesräte vom Volk gewählt werden können. Aus, vorbei, finito und Amen!

  • Donald am 05.12.2018 11:55 Report Diesen Beitrag melden

    Für wenn leben sie

    sie leben nicht fürs volk sondern vom volk.

  • Steve244 am 05.12.2018 11:54 Report Diesen Beitrag melden

    Fahnen im Wind

    Grosse versprechen, der Klassiker wir bleiben wie wir sind ..... oder so