Kollegah und Farid Bang

20. April 2018 11:22; Akt: 20.04.2018 13:37 Print

Konzert der Skandal-Rapper ist abgesagt

Die beiden Rapper Kollegah und Farid Bang werden am 5. Mai nicht in Schaffhausen auftreten. Nun kämpft der Veranstalter um seine Existenz.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Am 5. Mai sollten die umstrittenen deutschen Rapper Kollegah und Farid Bang in der BBC-Arena in Schaffhausen auftreten. Dagegen regte sich Widerstand: In einem offenen Brief forderten rund 50 Personen die Absage des Konzerts. Auch Politiker riefen dazu auf, den Auftritt zu verhindern: «Antisemitisches Gesindel hat hier nichts zu suchen», sagte etwa CVP-Präsident Gerhard Pfister.

Umfrage
Finden Sie es richtig, dass das Konzert abgesagt wurde?

Nun hat der Kulturverein Alba den Auftritt der umstrittenen deutschen Rapper Kollegah und Farid Bang abgesagt: Den Entscheid fällte er nach intensiven Gesprächen mit Behörden und Festivalpartnern. In einer Mitteilung schreibt er: «Nach intensiven Gesprächen mit Behörden und Festivalpartnern, und nicht zuletzt auch aus Sicherheitsüberlegungen, hat sich das Organisationskomitee entschieden, auf diesen Konzertact zu verzichten. Dies aufgrund der unerwarteten Entwicklung und Eskalation der Debatte um die beiden Künstler in den vergangenen Tagen, die sich auch in vehementer Kritik zum geplanten Auftritt in der Schweiz gegenüber dem Veranstalter geäussert hat.»

Der Kulturverein distanziert sich von der «Debatte um die umstrittenen Künstler». Man wolle sich weder daran beteiligen noch sich zur Diskussion um die textlichen Inhalte der beiden Künstler äussern.

Enorme finanzielle Konsequenzen

Bereits für das Konzert am Samstag gekaufte Tickets werden zurückerstattet. Ob noch ein Ersatz mit einem anderen Programm auf die Beine gestellt werden kann, ist offen. Am Kulturfest und Familientag am Sonntag mit Musikern, Sängern und Comedians aus Albanien und Kosovo hält das Organisationskomitee vorläufig fest.

Die Konzertabsage trifft den Verein hart, er kämpfe nun um seine Existenz, hält er weiter fest. Trotz der Absage bestehen weitere finanzielle Verpflichtungen. «Der Kulturverein Alba bedauert diesen Entscheid sehr. Nicht zuletzt verursacht die Absage des Konzertacts ein sehr hohes Defizit und gefährdet den Verein in seiner finanziellen Existenz», schreibt Alba.

Internationale Kritik

Nach der Echo-Verleihungen stehen Kollegah und Farid Bang international in der Kritik. Ihnen wird wegen Textstellen wie «mein Körper definierter als von Auschwitz-Insassen» Antisemitismus vorgeworfen. Inzwischen hat sich selbst die Plattenfirma BMG von ihren Schützlingen distanziert und die Zusammenarbeit ausgesetzt.

(daw/ bee)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Findus am 20.04.2018 11:34 Report Diesen Beitrag melden

    Ich versteh den Aufruhr nicht

    Klar, die Texte sind das Hinterletzte und ich finde es ebenfalls einfach nur geschmacklos. Aber wieso jetzt erst dieser Aufstand? Wieso nicht bei Veröffentlichung sondern erst nach dem Echo? Ist ja nicht so, dass die Texte erst nach Erhalt des Echos antisemitisch sind. Plattenfirma, BBC-Vermieter und sonst wer hätten doch schon viel früher Veto einlegen müssen. Alles andere ist einfach nur gesellschaftliche Heuchelei.

    einklappen einklappen
  • miasanmia72 am 20.04.2018 11:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    xD

    Die beiden sagen Danke für die Promo!

    einklappen einklappen
  • Mike am 20.04.2018 11:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hmm

    Im Januar war in Zürich das JBG 3 Konzert. Album war da auch schon draussen.. kein Aufschrei und nichts. Jetzt plötzlich soll kein Konzert mehr stattfinden? Niemand der auf dem Konzert war wurde irgendwie durch den Text negativ beeinflusst. Chillt es doch mal.. so war Rap immer, so bleibt Rap immer...

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Nick_Name am 20.04.2018 13:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Heuchelei - der Rest ist Geschmacksache

    Ich empfinde deutschen Rap ohnehin als akustische Körperverletzung (Schlager übrigens auch). Aber diese Diskussion ist politisch inszenierte Heuchelei und unerträglich.

  • Oliver Wittwer am 20.04.2018 13:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ambivalentes Verhalten

    Ich halte am Standpunkt Gib Rassismus keine Chance! fest. Welchen Beitrag leistet jedoch die jüdische Gemeinschaft und der jüdische Staat bzw. die jüdische Politik um Antisemitismus weitgehend einzudämmen?! Leider Keinen!!

  • HeiDi am 20.04.2018 13:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rapper-Konzert abgesagt

    Vorsicht! Wir werden Mundtot gemacht!! So geht das nicht.

  • Toter Hose am 20.04.2018 13:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sehr seltsam

    Ausgerechnet die Deutschen prämieren das Skandalduo und die Schweizer sagen ein Konzert ab, das soll noch einer verstehen???

  • Petra Krller am 20.04.2018 13:30 Report Diesen Beitrag melden

    Jetzt nicht rumjammern

    Giorgio Behr hat bereits gesagt, dass er den Schaden persönlich begleichen wird. So viel Falschheit vom Veranstalter. Beelendend.