Lärmbelästigung

03. Januar 2019 19:30; Akt: 03.01.2019 19:30 Print

Kommt bald der Blitzer für zu laute Autos?

Sollen die Verursacher von motorisiertem Lärm bald rechtlich belangt werden können? Das Genfer Parlament macht sich derzeit Gedanken über einen Radar, der Geräusche auf der Strasse misst.

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Jeder kennt und fürchtet sie, Radargeräte, die auf unseren Strassen die Geschwindigkeit messen. Fährt man schneller als erlaubt, flattert einem eine Busse in den Briefkasten. Doch was, wenn wir nicht mit überhöhter Geschwindigkeit, sondern zu laut unterwegs sind? Der Grosse Rat des Kantons Genf denkt zurzeit laut über die Entwicklung eines Geräts nach, das nicht das Tempo, sondern die Lautstärke der Autos misst, wie die «Tribune de Genève» schreibt.

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Was noch wie Zukunftsmusik tönt, könnte bald schon Realität werden. Zurzeit debattiert die Verkehrskommission des Parlaments über einen Vorstoss des ehemaligen Abgeordneten der Grünen, Boris Calame. «Die Herstellung eines Geräuscheradars ist technisch machbar und grundsätzlich nicht teurer als ein Geschwindigkeitsradar», resümiert die Ökologin und Umweltschützerin Delphine Klopfenstein Broggini. Die Abgeordnete der Grünen hat einen entsprechenden Bericht der Kommission verfasst, der mit 13 Stimmen gutgeheissen wurde. Nur die SVP hatte dagegen gestimmt, der Mouvement citoyens genevois (MCG) hatte sich der Stimme enthalten.

Beobachtungen hätten gezeigt, dass einige Fahrer «unzumutbare Lärmbelästigungen für die Anwohner» verursachen würden, heisst es in dem Bericht, der der Zeitung vorliegt. Bestimmte Fahrverhalten würden ausreichen, dass Leute zu Hunderten aus dem Schlaf gerissen würden.

Geräuschradar stellt Polizei vor Herausforderungen

Laut der Polizei wäre ein Radar, der Geräusche misst, durchaus nützlich. Ein solches Gerät würde die Beamten allerdings auch vor grosse Herausforderungen stellen. Dies hätten auch Erfahrungen gezeigt, die andere Länder wie Deutschland oder Kanada damit gemacht hätten. Es müsste zum Beispiel klar sein, von welchem Fahrzeug die erhöhte Lärmemission ausgehen würde. Auch müsste zwischen den gesetzlichen Normen unterschieden werden können, etwa zwischen jeweiligen Höchstwerten am Tag oder in der Nacht.

An die Machbarkeit solcher Geräte glaubt der Leiter der Akustik der ETH Lausanne, der vor den Abgeordneten sprach. Eine entsprechende Entwicklung könnte in zwei bis vier Jahren realisiert werden. Bereits vor fünf Jahren sei ein Gerät entwickelt worden, das in der Lage sei, die Geschwindigkeit auf der Grundlage der Lärmemission zu berechnen.

Zunächst muss jedoch das Plenum des Genfer Parlaments entscheiden. Gegenwärtig spricht sich nur die SVP gegen eine entsprechende Motion aus.

(bee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tell am 03.01.2019 19:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie weit soll das noch gehen?

    Abkassieren wo es nur geht! kontrolliert lieber mal die Elektrobiker in den 30er Zonen....

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  • Gsxr1000 am 03.01.2019 19:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So ist es

    Uiii dann würde es mich interessieren, ob dann jeweils am Sonntagmorgen die lauten Kirchenglocken auch geblitzt werden.

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  • Patrick am 03.01.2019 19:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich

    Die Abzocke nimmt wohl kein Ende mehr was.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Peter am 04.01.2019 23:26 Report Diesen Beitrag melden

    Nachbar

    Besser wäre einen Blitzer für das stundenlange Laubgebläse von meinem Nachbar! Grad heute wieder erlebt. Er bläst mit diesem Teil auch andere Sachen weg und nicht nur zur Herbstzeit!

  • Mike Maus am 04.01.2019 22:37 Report Diesen Beitrag melden

    So what

    Ein Bruchteil der Strassen ist lärmsaniert, trotz Gesetz. Die Schweiz verkommt zu einem Bananenstaat erster Güte.....

  • Kuno P. am 04.01.2019 21:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Moment mal ...

    sind das nicht die selben Genfer die Pierre Maudet haben und behalten? Dann ist ja jedes Gespsäch überflüssig.

  • Luusbueb am 04.01.2019 21:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dümmste Idee 2019?

    Sollte sich eine solche Schnappsidee tatsächlich durchsetzen, werde ich beginnen diese Automaten aus der Verankerung zu reissen und versenke sie im See. In der Politik sitzen wie es scheint nur noch Leute ohne Bildung und Schulabschluss.

  • oh yes am 04.01.2019 21:03 Report Diesen Beitrag melden

    Die Bahn ist das grosse Lärmproblem

    Die Bahn ist das wirklich grosse Lärmproblem, auch das Tram, da diesen dank "Schienebonus" bis 15dBA bei der Messung abgezogen werden. Deutschland hat den Schienenbonus abgeschafft, in der Schweiz wird das medial unterdrückt, Bähnler-UVEK sei dank!