«Spiel mit dem Feuer»

04. September 2016 10:27; Akt: 04.09.2016 10:45 Print

Widerstand gegen GA-Pläne der SBB

SBB-Verwaltungsratspräsidentin Monika Ribar will die heutige Form des Generalabonnements «neu denken». Gegner sehen dies als «Spiel mit dem Feuer».

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Ein Fahrgast zeigt sein SBB-Generalabonnement im InterCity von Zürich nach Genf.(29. Mai 2013) (Bild: Keystone/Christian Beutler)

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Das ganze Jahr gefühlt gratis durch die Schweiz fahren, bietet das SBB-Generalabonnement (GA) den Fahrgästen an. Die SBB-Verwaltungsratspräsidentin Monika Ribar will nun aber genau dieses bei ÖV-Nutzern beliebte Produkt «neu denken». Zukünftig soll ein System Fahrten automatisch zum günstigsten Preis abrechnen. Eine Vorauszahlung wie beim GA mache keinen Sinn mehr, so Ribar.

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Soll das GA in seiner heutigen Form erhalten bleiben?
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Es wäre das Ende des GA in seiner heutigen Form. Doch dagegen regt sich nun gemäss «Schweiz am Sonntag» Widerstand: «Das GA ist ein Erfolgsmodell des Schweizer öV und soll auf absehbare Zeit unbedingt beibehalten werden», sagt Stefan Engler, CVP-Ständerat des Kantons Graubünden und Mitglied der Verkehrskommission. Etwas über Bord zu werfen, ohne über eine funktionierende bessere Alternative zu verfügen, sei fatal und ein Spiel mit dem Feuer – in diesem Fall mit dem Kunden.

«GA soll erhalten bleiben»

Mit Engler auf einer Schiene fährt Ueli Stückelberger, Präsident des Verbands öffentlicher Verkehr: «Ich erachte das GA als sehr gutes Produkt, das äusserst beliebt ist», so Stückelberger in der Zeitung. Es lägen keine Branchenentscheide vor, es abzuschaffen. Der GA-Komfort bestehe nicht nur im einfachen Handling, sondern auch darin, dass der Kunde nur einmal einen fixen Preis bezahle und nachher gefühlt gratis fahre. «Das GA soll in seiner heutigen Form erhalten bleiben», so Stückelberger. Möglich und sinnvoll sei, das GA durch zusätzliche neue Ticketsysteme zu ergänzen. Der Kunde solle aber die Wahl haben.

Gemäss Stefan Engler erlaubten neue technische Möglichkeiten mittelfristig eine Weiterentwicklung des Systems, indem allen Kunden der GA-Komfort geboten werden könne, die Kosten jedoch verursachergerechter auf die Nutzer verteilt würden. Das schliesse ein Pauschal-Abo wie das GA aber nicht aus. Doch es werde noch Jahre dauern, bis die technischen und politischen Voraussetzungen dafür geschaffen seien, sagt er zur «Schweiz am Sonntag».

(foa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Andy am 04.09.2016 10:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wisst ihr..

    .. jedes mal wenn ich SBB in einer Schlagzeile sehe, denke ich: ''jetzt vielleicht, machen/sagen die etwas Schlaues.'' und jedes mal ist es nicht so.. echt schlimm..

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  • Janosh G am 04.09.2016 10:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kein GA für Bundesangestellte

    Das gratis GA für die Politik und Bundesangstellten abschaffen. Dann würde das ganze vielleicht schon mal mehr rentieren

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  • Schütze am 04.09.2016 10:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fragt die Nutzer

    Lasst doch die Bahnnutzer abstimmen was sie wollen!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Lussi am 05.09.2016 23:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kein GA mehr für Meyer und Ribar?

    Müssen dann Politiker, Chef Meyer, Ribar auch für das Bahnfahren selber bezahlen, wenn sie ihr gratis GA 1. Kl. abschaffen?

  • Oli. B am 05.09.2016 07:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unsinn

    Das GA ist etwas vom besten für den Umweltschutz, gerade gestern musste ich mit meiner Tochter nach Bern und dann zurück, ausnahmsweise sah ich das dir Autobahn nur mäßig verstopft war. Normalerweise ist das sonst der wahre Super-GAU an Verkehr, gerade durch das GA ist der ÖV einigermaßen bezahlbar darum ist es das beste was es gibt um zufriedene Kunden zu binden. Wieso muss jedes mal sobald etwas gut ist daran gekratzt werden. Es ist immer noch teuer genug und zwar so teuer das es sozusagen ein Privileg ist ein GA besitzen, den längst nicht alle können es sich leisten so viel Geld auf einmal auszugeben. Wir können nicht nur immer mehr nehmen, das läuft parallel auch bei der Post so, immer noch teuer und Gewinn optimierten dabei gleichzeitig abbauen. Ein Schweizer qualitäts Produkt das funktioniert, klar und einfach, ÖV Flatrate, da muss nicht das Rad neu erfunden werden, alles andere ist wieder voller wenn und aber und unübersichtlich mit versteckten fallen belegt.

  • BeRo am 05.09.2016 07:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Billiges GA

    Macht das Strecken-GA! Wer zur Arbeit fährt, kann das GA benützen! Ich sehe nicht ein, warum das GA für das ganze Jahr so billig ist. 3500CHF für 200 Arbeitstage = 17.50 für eine Hin- und Rückfahrt, die örtlichen Bus- oder Trambetriebe inklusive! Kein Wunder wehren sich Alle für das GA...

  • SBB-ler am 05.09.2016 07:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wo ist der Kundendienst geblieben

    Sind die Frauen bei der SBB am richtigemn Ort? Eine Frau will den Taktfahrplan aufweichen bzw. wohl abschaffen! Eine Frau will das GA abschaffen! Diese Damen haben sich einen Job bei den SBB verschafft ohne diese zu kennen. Es braucht wieder Leute bei den SBB die aus dieser gewachsen sind. Es hat zuviel studierte die aufgesogene Theorien umsetzen wollen mit dem hohen Risiko zu schritern. Nehmt endlich die Kunden wahr die auch den zu hohen Lohn dieser Damen berappen müssen.

  • schnauz am 05.09.2016 06:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Monopoly

    Die SBB kann sich dad Spiel mit dem Feuer erlauben, als diktatorischer Monopolist kann sie alles.