SRG-Trendumfrage

11. Mai 2012 18:59; Akt: 11.05.2012 19:05 Print

Widerstand gegen Managed Care wächst

Die eidgenössischen Abstimmungen vom 17. Juni werden zur Zitterpartie. Eine Mehrheit ist derzeit gegen die Managed-Care-Vorlage. Beid er AUNS-Initiative ist das Stimmvolk unentschlossen.

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Managed Care im Gegenwind, Patt bei der Initiative «Staatsverträge vors Volk» und eine relative Mehrheit für die Initiative «Eigene vier Wände dank Bausparen»: Das zeigt die am Freitag publizierte erste Trendumfrage der SRG zur eidg. Abstimmung vom 17. Juni.

Umfrage
Käme ein Managed-Care-Modell in Frage?
22 %
16 %
25 %
37 %
Insgesamt 593 Teilnehmer

Das Forschungsinstitut gfs.bern befragte zwischen dem 30. April und dem 5. Mai im Auftrag der SRG 1205 stimmberechtigte Personen in allen Landesteilen.

Die Revision der Krankenversicherung stösst auf Widerstand. Wäre letzte Woche über die Managed-Care-Vorlage befunden worden, wäre sie von 44 Prozent der Stimmenden abgelehnt worden, 33 Prozent hätten sie gutgeheissen. Ein hoher Anteil von 23 Prozent war zu diesem Zeitpunkt unentschlossen.

Die im Parlament noch mit komfortablem Mehr verabschiedete Vorlage findet derzeit bei keiner Parteibasis eine zustimmende Mehrheit, und in allen Sprachregionen überwiegt die Skepsis.

Meinungen noch nicht gemacht

Laut gfs.bern ist die Meinungsbildung bei Managed Care aber noch nicht weit fortgeschritten. Offenbar spielten Parteibindungen eine untergeordnete Rolle: Vielmehr scheinen persönliche Erfahrungen und das eigene Umfeld die Position zu beeinflussen.

Erschwerend für die Vorlage komme jedoch hinzu, dass zwei Regierungsparteien, SVP und BDP, die im Parlament die Vorlage noch unterstützt hatten, jetzt die Nein-Parole beschlossen haben. Die Abstimmungskampagne werde zeigen, ob die Befürworter «das Ruder noch herumreissen könnten».

Ja der Parteiungebundenen

Gleich gross sind die Ja- und Nein-Lager bei der Volksinitiative «Staatsverträge vors Volk» der Aktion für eine unabhängige und neutrale Schweiz (AUNS). Je 44 Prozent sprachen sich dafür oder dagegen aus, 12 Prozent wollten oder konnten sich noch nicht festlegen.

Die von der AUNS lancierte Initiative findet derzeit nur an der Basis der SVP eine zustimmende Mehrheit. Bei allen anderen Wählerschaften stösst das Begehren teils klar auf Ablehnung.

Wenn die Stimmabsichten insgesamt trotzdem bei 44 Prozent Ja und 44 Prozent Nein liegen, so ist dies vor allem dem hohen Ja-Anteil in der Gruppe der Parteiungebundenen zuzuschreiben.

gfs.bern geht angesichts der mässigen Unterstützung der Initiative ausserhalb der SVP davon aus, dass die Gegnerschaft im Abstimmungskampf zulegt. Eine Ablehnung der Initiative sei wahrscheinlicher als eine Annahme.


Trendumkehr wahrscheinlich

Die Bausparinitiative kann mit 47 Prozent Ja und 38 Prozent Nein derzeit eine relative Mehrheit verzeichnen. 15 Prozent waren vor einer Woche noch unentschlossen.

Wie schon die Bausparinitiative, die am 11. März zur Abstimmung gelangt war, verzeichnet auch die Initiative der Hauseigentümer zu Beginn der Kampagne überwiegend Zustimmung.

gfs.bern weist indessen darauf hin, dass die Initiative vom März in der ersten SRG-Befragung mit 54 Prozent Ja zu 22 Prozent Nein sogar noch höhere Sympathiewerte hatte, bei der Abstimmung aber dennoch klar durchfiel. Auch bei der zweiten Bausparinitiative sei eine Trendumkehr wahrscheinlich.

In der vorliegenden Befragung sprachen sich FDP- und SVP-Wähler mehrheitlich für die Initiative aus. An der Basis der CVP, welche die erste Initiative noch unterstützt hatte, die jetzige aber zur Ablehnung empfiehlt, sind die Meinungen geteilt, während im linken Spektrum bei SP und Grünen die Ablehnung überwiegt.

Nach Sprachregionen ist einzig die italienische Schweiz klar dafür, In der Westschweiz ist die Zustimmung knapp über dem absoluten Mehr. In der Deutschschweiz liegen Ja und Nein praktisch gleichauf.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • C.B. am 11.05.2012 20:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bin nicht beeinflussbar...

    Weder die Aerzte noch Politiker können meine Meinung ändern. Ich will den Arzt, dem ich vertrauen kann und nicht irgend ein Feld-, Wald- und Wiesenarzt, wie man so schön sagt. Das allein gibt den Ausschlag für ein Nein. Zudem werden damit die Kosten nicht gesenkt.

  • Massimo am 11.05.2012 19:33 Report Diesen Beitrag melden

    SP & SVP gleicher Meinung

    Wenn die SP und SVP mal gleicher Meinung sind, ja dann sollte man hellhörig werden... (SVP hat sich nun auch gegen das Managed-Care System ausgesprochen)

  • Adrian am 11.05.2012 19:44 Report Diesen Beitrag melden

    Managed Care

    Ich denke es ist alles noch offen. Man sollte die Leute gut informieren, um Ängste abzubauen. Es wäre im Sinne aller, wenn die Prämien sinken würden.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Michael Moore am 12.05.2012 15:32 Report Diesen Beitrag melden

    Schaut mal den Film Sicko von M. Moore.

    In diesem Film wird gezeigt das das Gesundheitswessen auch anderst Funktionieren kann, Frankreich, Kuba usw... Ich begrüsse schon einmal die zweitklassen Medizin für Finanziell schwache Menschen. Wenn man wie unsere Politiker, und Lobyisten 100000 SFr. Lohn hat ist es ein leichtes solch ein System einzuführen, und sich selber die die Freie Arztwahl zu gönnen. Für viele Menschen aus Sozialenrandschichten beteutet das noch mehr leid, Finanziell, wie auch Körperlich da viele Ärzte immer noch denn Sozialen Status Beurteilen, statt denn Menschen ernsthaft zu Untersuchen, und die ursache Behandelt.

  • Mani Aarau am 12.05.2012 10:10 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Verbesserungen

    Warteschlaufe, Telephonkosten, Lange Fragerei, allerlei, das nervt. Lange Warterei für Rückruf. Kein persöndlicher Kontakt, für ältere schlimm. Kürzungen von Leistungen, wenn zu teuer, volle Freiheiten, so wie im VVG. Kein freier Pflegeplatz, nur dort wo das Netzwerk. Ein Nein, wenn Wahlen für die Fallpauschale auch Nein.

  • Sonja Gürber am 12.05.2012 08:15 Report Diesen Beitrag melden

    Managed Care gleich Limmi Med???

    Wenn Managed Care gleich funktioniert wie bei uns Limmi Med, dann ist es eine gute Sache. Freie Hausarztwahl, die bei Limmi Med dabei sind und das sind nicht wenige. Kann jederzeit wechseln, wenn ich Gründe dafür habe oder auf jeden Fall per 1.1. des nächsten Jahres. Habe die besten Spezialisten über meinen Hausarzt und meine Krankenkasse sowie auch ich selber spare Geld.

    • Müller Urs am 12.05.2012 12:00 Report Diesen Beitrag melden

      Gegen Managed Care

      Gegegen Managed Care Frau Gürber, Manged Care funktioniert aber nicht gleich wie herkömlich. Neu wird aber sein, dass die Aerze ziwngend ein Budget einhalten müssen, wenn die Aerzte an Ihnen Leistungen sparen, bekommen Sie ein Gewinn, Und neu wird sein, dass Sie z.B, bei gynäkologischen Problemen ausser Ausnahmen immer zuerst Ihren Hausarzt aufuschen müssen. Das zaheln Sie einfach doppelt. Die vielen Patienten, die eigenständig sind, müssen z.B. Ihr Muttermal zuerst dem Hausarzt zeigen, bevor Sei zum Hautarzt dürfen. Die Kosten und der Aufwand für den Patienten wird steigen

    • Sven am 12.05.2012 19:35 Report Diesen Beitrag melden

      So ein Mist.

      Ich möchte aber auch jederzeit OHNE Grund wechseln können und das nicht nur bei bestimmten Aerzten, auch wenn das "nicht wenige" sind. Und zwar nicht erst per 1.1. des Folgejahres, denn die Krankheit lässt sich nicht verschieben. Ich habe jetzt schon die besten Spezialisten, wenn ich die brauche; und zwar ohne Hausarzt dazwischen, der die Behandlung nur verzögert und verteuert. Wo soll da die KK Geld sparen? Bitte erklären, nicht einfach aus der Luft greifen.

    einklappen einklappen
  • C.B. am 11.05.2012 20:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bin nicht beeinflussbar...

    Weder die Aerzte noch Politiker können meine Meinung ändern. Ich will den Arzt, dem ich vertrauen kann und nicht irgend ein Feld-, Wald- und Wiesenarzt, wie man so schön sagt. Das allein gibt den Ausschlag für ein Nein. Zudem werden damit die Kosten nicht gesenkt.

  • Adrian am 11.05.2012 19:44 Report Diesen Beitrag melden

    Managed Care

    Ich denke es ist alles noch offen. Man sollte die Leute gut informieren, um Ängste abzubauen. Es wäre im Sinne aller, wenn die Prämien sinken würden.